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Radioaktives Wasser aus Fukushima womöglich ins Meer gelaufen

Montag, 5. Dezember 2011, 12:26 Uhr

Im havarierten Atomkraftwerk Fukushima sind etwa 45 Tonnen hoch radioaktiv kontaminiertes Wasser ausgelaufen. Ein Teil davon könnte ins Meer gelangt sein.

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Ein Pool mit radioaktivem Wasser sei am Sonntagmittag um den Apparat zur Dekontaminierung entdeckt worden, teilte die japanische AKW-Betreiberin Tepco mit.

Das Gerät sei abgeschaltet worden, das Leck schien gestoppt zu sein. Doch später hätten Arbeiter einen Riss in einem Betondamm entdeckt, durch den das kontaminierte Wasser in eine Rinne gelaufen sei, die zum Meer führte.

Tepco schätzt, dass etwa 300 Liter ausgelaufen sind, bevor das Leck mit Sandsäcken abgedichtet wurde. Ob das verseuchte Wasser das Meer erreicht hat, wird noch untersucht.

Fukushima-Arbeiter berichten erstmals vom Moment der Katastrophe

AKW-Betreiberin Tepco hat erstmals Berichte von Arbeitern über die ausweglosen Momente während des Erdbebens und Tsunamis im März veröffentlicht.

Beschrieben werden unter anderem Versuche, um eine Kernschmelze zu verhindern. «Als einer der Arbeiter in den Raum rannte und rief ‹Meerwasser strömt herein›, begriff ich, dass ein Tsunami die Anlage getroffen hatte», wird ein Vorgesetzter in einem Kontrollraum zitiert. Die Lichter seien ausgegangen, und er habe sich völlig hilflos gefühlt.

Ein Arbeiter berichtet, wie er mit Kollegen in Schutzmontur in einen stark verstrahlten Bereich gegangen sei, junge Kollegen aber aufgrund der hohen Strahlung daran gehindert worden seien. Die Hitze sei so gross gewesen, dass seine Stiefel geschmolzen seien. 

Das Erdbeben der Stärke 9,0 und der anschliessende Tsunami vom 11. März legten die Elektrizitäts- und Kühlsysteme des Atomkraftwerks im Nordosten Japans lahm und hatten die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren zur Folge. Rund 20'000 Menschen kamen durch das Erdbeben und den Tsunami ums Leben.

Durch den Atomunfall wurde zwar niemand direkt getötet, zehntausende Menschen wurden jedoch obdachlos, da ganze Städte wegen der radioaktiven Strahlung unbewohnbar wurden.

(sda/buev)

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