Inhalt

Schweiz

Atommüll: Ob- und Nidwalden enttäuscht, Aargau abwartend

Donnerstag, 1. Dezember 2011, 18:39 Uhr

Die Reaktionen auf das weitere Vorgehen bei der Suche nach einem Atommülllager fallen unterschiedlich aus. Die Innerschweizer signalisieren Widerstand, im Aargau zeigt man sich pragmatisch.

Bild

Der Aargauer Regierungsrat hat sich nicht überrascht gezeigt, dass der Bund alle sechs von der Nagra vorgeschlagenen Standortgebiete für ein Atommüll-Endlager vertieft untersuchen will. Drei der sechs möglichen Standorte liegen im Aargau.

(sf)

Atommüll-Entsorgung: Standortsuche geht weiter

Die Suche nach Standorten für geologische Tiefenlager für radioaktive Abfälle geht in eine neue, zweite Runde. Die sechs von der Nagra vorgeschlagenen Standorte werden nun vertieft untersucht. Weiter...

Der Regierungsrat wolle zwar «grundsätzlich» kein geologisches Tiefenlager im Aargau, teilte das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) mit. Er sei jedoch gewillt, im Findungsprozess für ein Atommüll-Endlager «weiterhin konstruktiv mitzuarbeiten». Das massgebende Kriterium sei die höchstmögliche Sicherheit für Bevölkerung und Umwelt. Die Sicherheit sei nicht verhandelbar.

Der Bund anerkenne, dass im Aargau ein Koordinationsbedarf bei den Themen Thermalquellen und Geothermie bestehe. Diese Aspekte müssten im weiteren Verfahren untersucht werden, heisst es in der Stellungnahme.

Die möglichen Aargauer Standorte für ein Atommüll-Endlager liegen in den Gebieten «Jura Ost», «Jura-Südfuss» und «Nördlich Lägern».

Ob- und Nidwalden gegen Standort Wellenberg

Ganz anders tönt es bei den Kantonsregierungen von Obwalden und Nidwalden. Sie sind enttäuscht, dass der Wellenberg weiterhin ein möglicher Standort für ein Atommülllager bleibt. Sie wollen nun alles daran setzen, dass er in der dritten Etappe der Abklärungen nicht mehr weiterverfolgt wird.

Sowohl Obwalden wie auch Nidwalden verweisen auf ihre Argumente gegen den Standort Wellenberg und kritisieren, dass diese nicht genügend gewichtet wurden. Die Nidwaldner Regierung verweist auf das Volk, das sich im Februar 2011 mit überwältigender Mehrheit gegen ein Atommüllager im Wellenberg ausgesprochen hat.

Erneut verweisen die beiden Kantone auf eine Studie, nach der der Wellenberg einen geologisch komplexen Untergrund und somit ungünstige Explorationsverhältnisse besitzt. Auch sei der Standort aufgrund der andauernden tektonischen Aktivität schwierig einzuschätzen. 

Darüber hinaus lägen die notwendigen Kenntnisse über den Aufbau und die Langzeitentwicklung des Untergrundes im Wellenberg nicht vor. Dazu müsste ein Sondierstollen gebaut werden. Das sei aber aufgrund der geologischen Voraussetzungen und des engen Zeitplans in der Etappe 2 nicht vorgesehen. Der Bundesrat müsse nun aufzeigen, wie er diesen Widerspruch beseitigen wolle.

Bild Karte mit den sechs möglichen Standorten für ein Atommülllager.
Karte mit den sechs möglichen Standorten für ein Atommülllager. sf

(sda/vaid)