Vermischtes
Nasa schickt neues Mars-Gefährt auf die Reise
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat ihre neue Mars-Mission erfolgreich begonnen. Eine Trägerrakete ist mit dem Forschungs-Gefährt «Curiosity» an Bord vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet.
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Der Name des neuen Mars-Gefährts «Curiosity» (Neugier) ist Programm, das 900 Kilogramm schwere Ungetüm von der Grösse eines Autos ist mit verschiedenen Messinstrumenten und Kameras ausgestattet. Damit soll der Forschungsroboter über einen Zeitraum von zwei Jahren verschiedenste Werte, Bilder und erstmals sogar Videos vom Roten Planeten senden können.
Diese umfassende Ausstattung hat ihren Preis, die gesamte Mission kostet die Nasa etwa 2,5 Milliarden US-Dollar. Dafür ist die Sonde aber gemäss der US-Raumfahrtbehörde die grösste und technisch beste, welche jemals für die Landung auf dem Mars entwickelt wurde.
Mission startete mit schlechtem Omen
Nach dem kürzlich missglückten Start einer russischen Marsmond-Sonde herrschte bei der Nasa nervöse Spannung vor dem Start. «Phobus-Grunt» hatte es wegen eines Triebwerk-Problems nicht aus der Erdumlaufbahn geschafft, dreht nun weiter nutzlos ihre Kreise und muss wahrscheinlich abgeschrieben werden.
Die US-Sonde hingegen hob am Samstag reibungslos an Bord einer Atlas-Rakete von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus ab.
Landung als entscheidender Erfolgsfaktor
Allerdings steht auch für die Nasa-Sonde der grosse Test noch aus – die Landung. «Curiosity» ist mit seiner reichen Instrumentenlast fünfmal schwerer als seine Rover-Vorgänger «Spirit» und «Opportunity». Wegen des erheblichen Gewichts musste sich die Nasa nach eigenen Angaben ein bisher einmaliges und riskantes Landungsmanöver einfallen lassen.
Dabei kommt es besonders auf die Präzision an. Der Landeplatz ist ein «eng» begrenztes etwa 20 mal 25 Kilometer grosses ebenes Gebiet am Fusse eines Berges, der fast 5000 Meter hoch vom Grund eines Kraters aufragt. Die Nasa wählte nach eigenen Angaben diesen Ort, weil Gesteinsformationen und Sedimente am Grund darauf hindeuteten, dass es hier einmal Wasser gegeben haben könnte.
Erstmals Videos vom Mars
«Curiosity» verfügt unter anderem über einen Bohrer und einen Laser, der die chemische Zusammensetzung des Marsbodens in einem Radius von rund sechs Metern erfassen kann. Der Rover bringt zudem zwei Kameras mit, die dreidimensionale Fotos und erstmals auch Videoaufnahmen vom Marsboden ermöglichen.
Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) soll zudem ein Strahlenmessgerät Daten darüber liefern, welcher Strahlung mögliche künftige Mars-Astronauten ausgesetzt wären.
Mars-Missionen: Keine Erfolgsstory
4. November 1962: Die Sowjetunion startet mit «Sputnik 24» den ersten Landeversuch auf dem Roten Planeten. Die Sonde zerbricht allerdings schon kurz nach dem Start und verglüht am 19. Januar 1963 in der Erdatmosphäre.
27. November 1971: Das Landemodul der sowjetischen Raumsonde «Mars 2» zerschellt an der Oberfläche des Roten Planeten. Es ist das erste menschengemachte Objekt auf dem Mars.
2. Dezember 1971: Dem Landemodul der sowjetischen Raumsonde «Mars 3» gelingt die erste weiche Landung auf dem Roten Planeten, nach 20 Sekunden versagen jedoch seine Instrumente.
9. März 1974: Das Landemodul der sowjetischen Sonde «Mars 7» verfehlt den Roten Planeten um 1300 Kilometer - vermutlich durch einen Computerfehler.
20. Juli 1976: Die Landekapsel der US-Sonde «Viking 1» landet weich auf dem Mars. Mehr als sechs Jahre sendet sie Bilder und Daten.
3. September 1976: Das Landemodul der amerikanischen «Viking 2»-Sonde setzt weich auf dem Roten Planeten auf. Es funkt rund dreieinhalb Jahre lang Bilder und Daten.
17. November 1996: Die russische Raumsonde «Mars 96» stürzt nach einem fehlerhaften Start samt Mars-Einschlagmodulen in den Pazifik.
4. Juli 1997: Die US-Sonde «Pathfinder» landet auf dem Mars und liefert spektakuläre Bilder. Mit dem Roboter «Sojourner» erkundet erstmals ein ferngesteuertes Fahrzeug einen anderen Planeten.
25. Dezember 2003: Der Landeroboter «Beagle 2» der europäischen Sonde «Mars-Express» wird auf der Oberfläche abgesetzt, sendet aber keine Funksignale.
4. Januar 2004: Der amerikanische Landeroboter «Spirit» erreicht den Mars. Drei Wochen später landet sein Zwilling «Opportunity», der noch immer die Oberfläche erkundet. Der Kontakt zu «Spirit» bricht im März 2010 ab.
26. Mai 2008: Die US-Marssonde «Phoenix» setzt weich am Nordpol des Roten Planeten auf. Mittels Bodenproben können NASA-Forscher zwei Monate später Wasser auf dem Planeten nachweisen. Seit November 2008 ist «Phoenix» nicht mehr in Betrieb.
(dpa/muep)



