Vermischtes
Blut bald aus dem Reagenzglas?
Einem französischen Forscherteam aus Paris ist eine kleine Sensation gelungen. Sie haben in vitro gezüchtete Blutkörperchen einem Menschen in die Blutbahn gespritzt – und konnten beweisen: Die künstlichen Blutkörperchen verhalten sich im Körper wie natürliche Blutkörperchen und überleben auch genau so lange. Diese Entdeckung könnte in Zukunft einmal das Problem der knappen Blutkonserven lösen.
Artikel bewerten
Artikel teilen
«Der Schweiz geht das Blut aus» oder «Blutspender sind Mangelware». Solche und ähnliche Schlagzeilen sind immer wieder zu lesen. Die Blutreserven weltweit sind knapp. In der Schweiz waren diesen Sommer die Vorräte so gering wie seit fünf Jahren nicht mehr. Ein Blutverlust von mehr als einem Liter kann tödlich sein. In diesem Fall kann eine Spende von roten Blutkörperchen Leben retten. Deswegen wäre es verlockend, wenn man Blut, oder eben rote Blutkörperchen, einfach züchten und somit das Problem des Spendermangels beheben könnte.
Rote Blutkörperchen aus Stammzellen
Die Pariser Forschergruppe hat einem freiwilligen Spender Stammzellen entnommen. Diese haben sie in einer Nährlösung zu roten Blutkörperchen beziehungsweise zu roten Blutzellen heranwachsen lassen. Dann wurden sie dem Spender wieder injiziert.
Dass man Blut in vitro aus Stammzellen generieren kann ist nicht neu. Neu ist allerdings, dass es erstmals gelungen ist, dieses Blut wieder dem Spender, also einem Menschen, zurückzugeben. Und vor allem konnten die Forscher nachweisen, dass sich die Zellen normal verhalten und genau so lange überleben wie natürliche rote Blutzellen. Damit ist ihnen der Beweis gelungen, dass dies zumindest rein technisch möglich wäre.
Massenproduktion in einigen Jahren
Das ist ein bahnbrechender Schritt in der Forschung hin zu «künstlichen» Blutkonserven. Bis dies im grossen Stil möglich ist, dürfte es allerdings noch einige Jahre dauern. Doch Markus Manz, Direktor der Klinik für Hämatologie des Unispitals Zürich wagt eine vorsichtige Prognose: «In fünf Jahren könnte dieses Verfahren für Empfänger mit seltenen Blutgruppen oder auch in gewissen ganz spezifischen Fällen bereits Einzug in die Klinik halten.»
Menschen mit seltenen Blutgruppen dürfen also hoffen, dass für sie dank gezüchtetem Blut bald mehr Blutkonserven zur Verfügung stehen. Alle anderen sind weiterhin auf zahlreiche Blutspender angewiesen.
Deshalb sind rote Blutkörperchen so wichtig
Blut gilt als «flüssiges Organ» in unserem Körper. Fünf bis sechs Liter Blut fliessen bei einem erwachsenen Menschen durch ein rund 96‘000 Kilometer langes Leitungssystem. Es besteht aus Blutplasma und aus drei verschiedenen Typen von Blutzellen. Die wichtigsten sind die roten Blutkörperchen, sie machen knapp 43 Prozent des Blutvolumens aus.
Beim Blutspenden wird das Blut in seine verschiedenen Bestandteile «zerlegt». Denn die Empfänger erhalten heute keine Vollblutspenden mehr – sondern genau den Blutbestandteil, den sie aufgrund ihrer Krankheit oder Verletzung benötigen. In den meisten Fällen sind dies die roten Blutkörperchen. Davon werden weltweit die meisten Spenden benötigt.
Meldungen im Tagesverlauf
- Norditalien: Zweites schweres Beben innerhalb weniger Stunden
- Bussendepots bei Ausländern sind erlaubt
- Studie kritisiert MSC-Fischlabel
- Session beginnt für Jungparlamentarier auf Twitter
- Annan kämpft in Syrien weiter für Frieden
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Frankreich verzichtet für EURO auf Gourcuff
- Bald-Papa Robbie Williams: Für seine Kleine macht er sich fit
- Migros deklariert Produkte aus besetzten Gebieten
- Griechenland gibt EURO-Kader bekannt
- Dänemark-Keeper Sörensen verpasst EURO
- 500'000 Chilenen üben den Ernstfall
- Bundesgericht: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
- Bundespräsident Gauck pocht in Israel auf Zwei-Staaten-Lösung
- Max Loong versucht sich an der Stange
- Kauflust in der Schweiz zieht weiter an


Norditalien: Zweites schweres Beben innerhalb weniger Stunden
Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
Tote bei Protest gegen Schweizer Xstrata
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Session beginnt für Jungparlamentarier auf Twitter
Annan kämpft in Syrien weiter für Frieden
Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
Bundesgericht: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
Abhörskandal: Tony Blair vor Ethikkommission
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
SP könnte Steuerabkommen kippen













