Inhalt

Delfin-Tod: Staatsanwalt von Fall entbunden

Benedikt Widmer
Donnerstag, 17. November 2011, 9:45 Uhr

Staatsanwalt Patrick Müller darf nicht mehr im Fall der beiden im Connyland gestorbenen Delfine ermitteln. Er wurde vom Fall entbunden. Die Sendung «10vor10» deckte gestern auf, dass Müller befangen sein könnte. Müller ist Präsident des Handball Sportclubs Kreuzlingen. Dieser Handballklub wird wiederum unter anderem vom Connyland gesponsert.

Bild Connyland
Die «Connyland»-Untersuchung wird nun von einer Staatsanwältin geleitet. keystone

Der Freizeitpark Connyland im thurgauischen Lipperswil ist wegen des Todes von zwei Delfinen in den Schlagzeilen. Laut einem Tierarzt könnten beide Delfine vergiftet worden sein. Staatsanwalt Patrick Müller hatte daraufhin eine Untersuchung eingeleitet.

«Gängige Umstrukturierung»

Nun der abrupte Rückzug: Gegenüber «tagesschau.sf.tv» bestätigt der Thurgauer Generalstaatsanwalt Hans-Ruedi Graf, dass der zuständige Staatsanwalt Müller vom Fall «Tote Delfine im Connyland» entbunden wurde. Eine Staatsanwältin leitet neuerdings die Untersuchung. «Es handelt sich um eine gängige Umstrukturierung», sagte Graf.

Müller untersucht jedoch weiterhin eine Anzeige betreffend Morddrohungen gegen das Connyland. «Die Connyland-Fälle wurden immer komplexer, da ist es normal, dass man mehrere Staatsanwälte involviert», so Graf weiter.

Befangenheit bei Müller?

Gestern hatten Recherchen von «10v10» ergeben, dass Müller Präsident des Handball Sportclubs Kreuzlingen ist. Und dieser Handballklub wiederum wird unter anderem vom Connyland gesponsert. Müller und der Connyland-Marketing-Chef Erich Brandenberger sind sogar per Du.

Bild Staatsanwalt Patrick Müller und Connyland-Marketing-Chef Erich Brandenberger:
Dutzfreunde: Staatsanwalt Patrick Müller (l.) und Connyland-Marketing-Chef Erich Brandenberger: sf

Graf bestreitet, dass die «Umstrukturierung» aufgrund der «10v10»-Recherchen als Vorsichtsmassnahme zu interpretieren ist. Graf: «Müller wurde der Fall explizit nicht entzogen. Er ist nicht befangen. Das Connyland-Sponsoring bei seinem Handballklub ist zu unbedeutend.»

«Wind aus den Segeln»

Trotzdem gibt Generalstaatsanwalt Graf zu, dass der Vorgesetzte von Müller, der Kreuzlinger Oberstaatsanwalt Andreas Zuber, die «Zusammenhänge eventuell zunächst nicht gesehen hat und nichts von dem Connyland-Sponsoring bei Müllers Handballklub wusste.»

Dass Müller vom Fall «Tote Delfine im Connyland» entbunden wurde, begrüsst Graf. «Jetzt ist meines Erachtens alles wieder in Ordnung. Dem Vorwurf der Befangenheit konnte der Wind aus den Segeln genommen werden.»

Kommentare aktiv...

S. Borell, Genf
(Vidocq Mann)
Verfasst am: 17.11.2011 14:04

Einfach nur vom Fall "entbunden"?

Typisch Vetternwirtschaft à la Schweiz. Eine... mehr

Zustimmen — 19 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 18 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

S. Erni, Luzern
(listentomyheart Frau)
Verfasst am: 17.11.2011 12:29

Vetternwirtschaft 2

Wie desweiteren auf der Homepage von OceanCare zu... mehr

Zustimmen — 37 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 17 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

M. Schilliger, Flawil
(m_schilliger Mann)
Verfasst am: 17.11.2011 11:47

Das Connyland muss geschlossen werden, …

… das ist das Ziel dieser Organisationen. Um... [1]  mehr

Zustimmen — 29 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 28 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.