Kultur
LSD – Teufelsdroge oder Wundermittel?
Der Schweizer Dokumentarfilm «The Substance», der heute in den Kinos startet, regt eine neue gesellschaftliche Debatte über den wissenschaftlichen Nutzen von LSD an. Denn als medizinische Anwendung war der Stoff während Jahrzehnten bedeutungslos, seit er in den 60er Jahren als Hippie-Droge in Verruf gekommen war.
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Lysergsäurediethylamid – kurz genannt LSD. Noch in den 60er-Jahren war dieser Stoff als Kreativitäts-Elixier für Autoren, Künstler und Filmemacher bekannt. Viele Hollywood-Schauspieler wie Dennis Hopper oder Jack Nicholson waren überzeugt, dass LSD das menschliche Bewusstsein befreien und so auch die Gesellschaft positiv verändern könnte.
Zufällige Entdeckung
Die Schweizer Dokumentation «The Substance» des Filmregisseurs Martin Witz beginnt jedoch bei der eher zufälligen Entdeckung 1943 in Basel. Albert Hofmann stolpert über LSD per Zufall in seinem Labor. Eigentlich war der Schweizer Chemiker auf der Suche nach einem Kreislaufmittel. Dass er hier auf einen extrem potenten Wirkstoff gestossen ist, macht in der wissenschaftlichen Welt schnell die Runde.
Die Basler Chemie-Firma Sandoz schickte die psychedelische Substanz zur Erforschung in psychiatrische Kliniken in aller Welt. Im Kalten Krieg begannen sich auch andere Kreise für das angebliche Wundermittel zu interessieren. Die US-Armee wollte LSD als Leistungssteigerungsmittel für ihre Soldaten verwenden.
Die CIA machte damit Versuche, in denen sie mit repetierenden Sätzen eine Methode zur Gehirnwäsche entwickelte. Weil man vermutete, dass LSD die Kreativität steigere, interessierten sich immer mehr Künstler und Intellektuelle dafür. Breit angelegte Tests in psychiatrischen Kliniken suchten nach möglichen Einsatzgebieten des Wundermittels. Doch weil die Droge unberechenbar war, führten die meisten Versuche nicht zum gewünschten Ergebnis.
LSD als Massendroge
Doch die Substanz fand so ihren Weg aus den Kliniken. Unter dem Namen The Merry Pranksters tat sich Anfang der sechziger Jahre eine Gruppe kalifornischer Künstler zusammen. Bei den so genannten Acid-Tests wurde die interessierte Öffentlichkeit eingeladen, die bewusstseinserweiternden Wirkungen der damals noch legalen Droge auszuprobieren.
Den Höhepunkt der Verbreitung erreichte LSD in der Hippie-Bewegung, die diese Ideen übernahm. Stellvertretend für die Generation begibt sich 1967 auch Peter Fonda in «The Trip» auf eine psychedelische Reise durch surreale Bilder und halluzinative Lichtshows, um seine wahren Gefühle zu erforschen.
Was 1967 wie ein Drogenmärchen beginnt, gerät bald ausser Kontrolle. Der LSD-Konsum wird verboten. Als Teufelsdroge geächtet. Der Film zeigt eindrücklich den tiefen Fall von einer Kultdroge zur illegalen Substanz.
Therapien für Schwerstkranke
Auch in der Wissenschaft verliert LSD als Medikament seine Bedeutung. «The Substance» will dies ändern. Der Film zeigt: Heutzutage scheint das Pendel wieder zurückzuschwingen, hin zu grösserer Akzeptanz für diesen Stoff. Auch in der Schweiz werden wieder Therapien mit LSD durchgeführt.
Schwerkranke können auf solche Weise ihre Depressionen bekämpfen. Neue Untersuchungen sollen den ramponierten Ruf von Hofmanns Sorgenkind wiederherstellen um so den Visionen des Entdeckers doch noch zum Durchbruch zu verhelfen. Hofmann sagt dazu im Film: «Ich war immer überzeugt, dass LSD noch seine richtige Anwendung findet. Dass LSD in Vergessenheit gerät, ist unmöglich.»
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T. Duran, New York
)
(Openyoureyes
Verfasst am: 18.11.2011 18:34
Jeder sollte selber entscheiden
ob er Drogen nimmt oder nicht. Ich halte es für... mehr
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S. Bellati
Verfasst am: 17.11.2011 17:32
LSD ist nicht unbedingt schlecht
Man hat LSD an Schwerverbrechern getestet und es... [1] mehr
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A. Bauert, Bern
)
(A.Bauert
Verfasst am: 17.11.2011 15:15
«Topgraphie des Unbewussten»
Im Ostblock gab es doch noch Forschung mit LSD... mehr
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