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Schweizer Holzfirma in gewalttätige Übergriffe in Afrika verwickelt

Christa Ulli
Mittwoch, 16. November 2011, 19:07 Uhr

Die Schweizer Holzfirma Danzer mit Sitz in Baar schlägt seit 39 Jahren in der Demokratischen Republik Kongo Tropenholz. Das Holz wird auch in die Schweiz exportiert. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen mit der lokalen Bevölkerung. Nun hat dieser Konflikt ein Todesopfer gefordert.

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Menschen leiden für Exportholz in die Schweiz («Rundschau» vom 16. November 2011).

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Holzfirmen erhalten die Abholzungs-Konzession von der Regierung der Demokratischen Republik Kongo. Die Holzfirmen handeln im Gegenzug mit der lokalen Bevölkerung im Tätigkeitsgebiet Sozialverträge aus. In diesen wird geregelt, welche sozialen Projekte durch die Firma unterstützt werden. Auf diese Weise finanzieren die privaten Holzfirmen Einrichtungen wie Spitäler und Schulen.

Situation eskaliert

Auch Danzer hat solche Sozialverträge ausgehandelt –  über ihre vor Ort tätige Tochterfirma Siforco. Siforco ist den vertraglich ausgehandelten Verpflichtungen jedoch nicht nachgekommen. Es flossen keine Investitionen, Schuld daran sei die Wirtschaftskrise. Die empörte Bevölkerung begann sich zu wehren. Als von der Baustelle Werkzeuge entwendet wurden, bot Siforco die kongolesische Polizei und das Militär auf. Dann eskalierte die Situation offenbar.

«Es hat ein Vorfall stattgefunden, es hat leider Gewalt stattgefunden», sagt Olof von Gagern, Geschäftsführer des Afrika-Geschäfts der Danzer Gruppe. «Wir haben diese Gewalt jedoch in keiner Weise gewollt.»

Bezahlung durch Danzer-Firma

Greenpeace macht den Vorfall im Detail nun publik. Greenpeace-Forstingenieurin Asti Roesle gegenüber der «Rundschau»: «60 Militärs und Polizisten fielen über das Dorf her. Es gibt verschiedene Augenzeugenberichte, was da passiert ist. Mehrere Frauen wurden vergewaltigt, sogar Mädchen. Mehrere Dorfbewohner wurden verprügelt. Ein älterer Mann überlebte das nicht, er starb am Tag darauf.»

Besonders stossend: Das  kongolesische Sicherheitskommando benutzte die Geschäftsfahrzeuge der Danzer-Tochterfirma Siforco für den Einsatz – und erhielt nach Abschluss der Aktion vom örtlichen Siforco-Verantwortlichen eine Bezahlung. Olof von Gagern streitet diesen Sachverhalt nicht ab. Im Gegenteil: «Wir haben wie immer Fahrzeuge auf Anfrage zur Verfügung stellen müssen, ohne zuwWissen, was damit gemacht wird.»

Übliches Vorgehen

In allen afrikanischen Ländern, vor allem aber im Kongobecken, werde von der Regierung erwartet, dass die staatlichen Funktionäre, die Aufträge erledigen, entlöhnt würden. Das sei üblich und normal, «so ist es nun mal», so von Gagern.

Unterstützt die Schweizer Holzfirma Danzer damit nicht das korrupte und gewalttätige System in der Demokratischen Republik Kongo? Olof von Gagern dazu: «Dies zu beurteilen liegt nicht an uns. Sondern an der internationalen Gemeinschaft, welche dafür sorgen muss, dass in diesen Ländern Regierungen demokratisch sind.»

Kein Einzelfall

Die Kampagne «Recht ohne Grenzen» kritisiert diese Haltung: «Man kann sich nicht immer hinter solchen Schutzbehauptungen zurückziehen. Unternehmen haben eine Verantwortung. Egal, ob der Staat stark oder schwach ist», sagt Urs Rybi, Rohstoff-Experte der Erklärung von Bern.

Danzer sei zudem kein Einzelfall: Die Rohstoffbranche ist enorm gewachsen, hat sich seit 1998 verfünfzehnfacht. Gerade diese Firmen sind oft in Krisengebieten aktiv oder in Entwicklungsländern wo die Standards deutlich tiefer sind als in der Schweiz. «Da haben wir ein massives Problem. Wir wollen, dass diese Doppelstandards nicht mehr vorkommen. Auch im Ausland müssen Schweizer Firmen sauber geschäften», meint Urs Rybi.

Kommentare aktiv...

W. Leinen, Trier
(Konga Mann)
Verfasst am: 17.11.2011 13:04

Gorillaschutz mit Kettensäge

Nach dem "Imagefilm" für Danzer auf... mehr

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I. Ndlovu, Mbombela/NST
(Igwenya Mann)
Verfasst am: 17.11.2011 8:41

Leider hat der "Link" recht...

..nur, verantwortlich ist die CH Firma, und wenn... mehr

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B. Hermann, Bern
(Beppie Frau)
Verfasst am: 17.11.2011 8:28

Und gerade weil man weiss,dass ein Grossteil

ausländischer Produkte auf traurigste Art... mehr

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