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Wilde Spekulationen nach Delfinsterben

Dienstag, 15. November 2011, 16:16 Uhr

Nachdem am Sonntag im Freizeitpark «Connyland» in Lipperswil (TG) zum zweiten Mal innert einer Woche ein Delfin gestorben ist, schiessen wilde Spekulationen über die Todesursache der Tiere ins Kraut. Die Staatsanwaltschaft rechnet frühestens in vier Wochen mit einem Ergebnis.

Bild Zwei Delfin-Figuren vor dem Eingang von Connyland.
Das Connyland, das letzte Delfinarium der Schweiz, stand schon mehrfach wegen der Delfinhaltung in Kritik. keystone

Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte der zuständige Staatsanwalt Patrick Müller. Die beiden toten Delfine würden genau untersucht. «Es wird auch explizit nach Gift gesucht», sagte Müller.

Mitarbeiter des Connyland hatten am Sonntagnachmittag bemerkt, dass es dem 30-jährigen Delfinmännchen «Chelmers» plötzlich schlecht ging. Sie riefen einen Tierarzt. Dieser konnte aber den Tod des Delfins nicht mehr verhindern.

«Es bringt nichts, Spekulationen zusätzlich anzufachen.»
Staatsanwalt Patrick Müller

Bereits am vergangenen Dienstag war der achtjährige «Shadow» mit den gleichen Symptomen im Delfinbecken in Lipperswil ganz unerwartet gestorben. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen kann nicht ausgeschlossen werden.

Spekulationen vermeiden

Dem Verdacht der Betreiber des Freizeitparks und diverser Medien, militante Tierschützer könnten etwas mit dem Tod der Delfine zu tun haben, gibt Müller keine zusätzliche Nahrung.

Neben den toxikologischen Abklärungen von Blut, Gewebeproben, Urin und Mageninhalt der toten Delfine, werden auch das Wasser des Delfinbeckens und das Futter der Tiere in einem externen Labor untersucht. Ausserdem werden von der Polizei Mitarbeiter und Nachbarn des Connylands befragt.

Derweil werden die drei verbleibenden Delfine im Connyland rund um die Uhr überwacht. «Wir wollen unsere Tiere schützen», sagte Connyland-Sprecher Erich Brandenberger.

Umfragetabelle (sf)

Umfrage: Delfinariumverbot ja oder nein

42% der über 4100 Teilnehmer der Umfrage sind für das Verbot von Delfinarien in der Schweiz. Die restlichen 58% Prozent sind aber der Ansicht, dass trotz der ungeklärten Delfin-Todesfälle im Freizeitpark Connyland weiter Delfine in der Schweiz gehalten werden dürfen. Sehen Sie hier das Ergebnis.

Das Delfinarium hat derzeit Winterpause und ist geschlossen. Die Frage, wie es im kommenden Frühjahr mit der Delfin-Show im Connyland weitergehen soll, stelle sich im Moment nicht, sagte Brandenberger: «Wir wollen zuerst die Ursache für den Tod der beiden Tiere herausfinden.»

Importverbot für Delfine gefordert

Das Connyland, das letzte Delfinarium der Schweiz, stand wegen seiner Delfinhaltung schon seit einiger Zeit in der Kritik. «ProWal» und das «Wal- und Delfinschutz Forum» (WDSF) hatten vergangene Woche einen Zusammenhang des ersten Delfintods mit einer Techno-Party im Connyland vermutet.

«Wir wollen zuerst die Ursache für den Tod der beiden Tiere herausfinden.»
Connyland-Sprecher Erich Brandenberger

Sie übten Kritik am Veterinäramt des Kantons Thurgau, weil dieses die Techno-Party nicht verboten habe. Die Bündner Nationalrätin Brigitta Gadient (BDP) hat im Parlament einen Vorstoss eingereicht. Sie will, dass die Schweiz den Import von Delfinen verbietet.

Auch die Organisation «OceanCare» unterstützt die Forderung eines Importverbots. Nur so lasse sich der «Missbrauch von Show-Delfinen wirksam unterbinden», schrieb OceanCare. Die Organisation will am kommenden Donnerstag in Bern eine von 77'500 Tierfreunden unterzeichnete Petition einreichen.

(sda/weis)

Kommentare aktiv...

S. Borell, Genf
(Vidocq Mann)
Verfasst am: 16.11.2011 23:28

Herr Müller

Wenn Sie noch einen letzten Funken Anstand... mehr

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U. Hagmann, Zürich
(U.Hagmann Mann)
Verfasst am: 16.11.2011 22:05

Schleierhaft ...

sind für mich in dieser Sache zwei Dinge:... mehr

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A. Beobachter, Rheinland
(homo-politicus Mann)
Verfasst am: 15.11.2011 18:45

ich habe gehört, dass ...

im Tram jemand, der neben einem sass, den ich... mehr

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