Inhalt

Delfinhaltung im Connyland seit langem umstritten

Montag, 14. November 2011, 17:39 Uhr

Die Delfin-Haltung im Freizeitpark Connyland wird seit Jahren von Tierschützern kritisiert. Den Verantwortlichen konnte aber bisher kein Verstoss gegen Tierschutzgesetze nachgewiesen werden. Hier eine Chronik des Disputs:

Artikel bewerten

  • Durchschnittliche Bewertung: 4
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Artikel teilen

1999: Der Zirkus Knie gibt nach öffentlichem Druck seine Delfinhaltung im Kinderzoo in Rapperswil (SG) auf. Damit existiert in der Schweiz nur noch ein Delfinarium – im 1983 gegründeten Connyland Freizeitpark in Lipperswil TG.
 
2000: Das Delfinweibchen «Chiki» bringt im Connyland ein Junges zur Welt, das nach einer Woche als Folge eines Sauerstoffverlustes während der Geburt stirbt. Kurz darauf hat das Delfinweibchen «Cheespa» eine Totgeburt.
 
Winter 2000: Ein entlassener Connyland-Verantwortlicher wirft dem Freizeitpark Mängel in der Delfinhaltung vor, was von Tierschutzorganisationen und Medien aufgegriffen wird. Die Vorwürfe lassen sich aber nicht erhärten. Dafür fliegt eine Affäre um Erpressung und sexuellen Missbrauch von Minderjährigen auf. Der Entlassene sowie der damalige Juniorchef werden 2003 und 2006 zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt.
 
September 2001: Das Delfinweibchen «Chiqui» bringt den Jungdelfin «Magic» zur Welt.
 
2002: Der 14 Jahre alte Delfin «Geko» verendet wegen Pilzen im Darm. Tierschützer, insbesondere die Arbeitsgemeinschaft für den Schutz der Meeressäuger Schweiz (ASMS), kritisieren die Tierhaltung im Connyland.
 
2002/2003: Das Connyland eröffnet eine 81 mal 35 Meter grosse Delfinlagune und ein Winterquartier für die Delfine.

2003, 2005: Zwei weitere Delfin-Babys kommen im Connyland zur Welt.
 
2008: «Magic» stirbt an einem Darmverschluss.
 
Juli 2009: Zehn europäische Tierschutzorganisationen starten eine Kampagne für ein Verbot von neuen Delfinarien.
 
18. Juli 2011: Der Thurgauer Kantonstierarzt reagiert auf Kritik deutscher Tierschützer an der Haltung der Delphine in Lipperswil. Diese entspreche dem Tierschutzgesetz, unterstreicht er.
 
8./13. November 2011: Kurz hintereinander sterben ein acht- und ein 30-jähriger Delfin – «Shadow» und «Chelmers» – im Connyland. Die Todesursache ist noch unklar, eine Vergiftung wird nicht ausgeschlossen. Tierschützer vermuten einen Zusammenhang des ersten Delfintods mit einer Techno-Party im Connyland.
 
13. Nov. 2011: Für den obersten Veterinär des Bundes, BVet-Direktor Hans Wyss, ist ein Importverbot für Delfine auch nach dem  Delfin-Tod im Connyland kein Thema. Nationalrätin Brigitta Gadient (BDP/GR) hatte dies in einem Vorstoss gefordert. Auch gebe es keinen Anlass für eine Intervention im Connyland, sagt er in einem Interview.

(sda/bers)

Kommentare aktiv...

U. Hagmann, Zürich
(U.Hagmann Mann)
Verfasst am: 16.11.2011 21:55

Die konstruktiven Aufbauer ...

sind meistens in der Minderzahl gegenüber den... mehr

Zustimmen — 2 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 6 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.