International
Trotz Herkulesaufgabe: Papademos versprüht Optimismus
Griechenlands neuer Regierungschef Lucas Papademos hat sich am Montag im Parlament zuversichtlich gezeigt, die Krise meistern zu können. Für die grosse Arbeit forderte er die Hilfe aller Griechen.
Bild
Artikel bewerten
Artikel teilen
Griechenland stehe am Scheideweg, sagte Papademos im Parlament im Athen. Das Land stehe vor der Wahl, in der Eurozone zu bleiben oder sie zu verlassen. Der Verbleib in der Eurozone sei «die einzige Wahl für Griechenland». Die Arbeit sei allerdings enorm, meinte er. Doch: «Wir können es schaffen.»

Steuersünder am Pranger
Die neue griechische Regierung hat ultimativ alle Steuersünder und Schuldner in Griechenland aufgefordert, zu zahlen. Anderenfalls werde sie ihre Namen veröffentlichen, damit jeder Bürger erfahre, wer seine Steuern nicht zahlt. Mehr dazu finden Sie hier.
Nächste Tranche der Finanzhilfe als Ziel
Das Ziel der Regierung sei zunächst, die sechste Tranche der Finanzhilfe in Höhe von acht Milliarden Euro zu bekommen. Auch der Haushalt 2012 müsse dringend unter Dach und Fach gebracht werden.
Zudem sei von entscheidender Bedeutung, die Verhandlungen zur Beteiligung des privaten Sektors (PSI) in Gange zu bringen, sagte Papademos. Wichtig für die Zukunft des Landes seien auch die Reformen im staatlichen Bereich, die Verschlankung des Staates durch Privatisierungen und die Schliessung staatlicher Betriebe.
Staatsbedienstete und Bürger rief Papademos auf, alles zu tun, damit das Land vorankommt. Alle Kräfte im Land müssten gebündelt werden. «Deswegen brauche ich Ihre Vertrauensstimme.»
Defizit auf neun Prozent drücken
Die Umsetzung des EU-Rettungspakets ist nach den Worten von Papademos ebenso eine zentrale Aufgabe seiner neuen Regierung. Die Hauptaufgabe bestehe darin, die am EU-Gipfel im Oktober beschlossenen Entscheidungen umzusetzen und die damit verbundenen wirtschaftlichen Massnahmen anzuwenden, sagte Papademos.
Zudem solle das Haushaltsdefizit 2011 «auf etwa neun Prozent» des Bruttoinlandsprodukts gesenkt werden. Im vergangenen Jahr lag es bei 10,6 Prozent, 2009 bei 15,7 Prozent.
EU wird am Freitag in Athen erwartet
Die Aussprache wird nach Angaben der Pressestelle des Parlamentes drei Tage dauern. Die Vertrauensabstimmung ist für Mittwoch geplant. Die Parteien, die die Übergangsregierung von Papademos unterstützen, haben eine klare Mehrheit von mehr als 250 Abgeordneten im 300-köpfigen Parlament (Vouli) in Athen.
Die griechische Übergangsregierung unter dem ehemaligen Vize-Präsidenten der Europäischen Zentralbank hatte am Freitag ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll das Land aus der Finanzkrise führen und umfassende Spar- und Reformmassnahmen durchziehen.
Am Freitag werden die Chefs der sogenannten Gläubiger-Troika Griechenlands - das sind die EU, der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Zentralbank (EZB) - ein weiteres Mal in Athen erwartet. Sie sollen die Umsetzung der Sparbeschlüsse prüfen.
(sda/hues)
Meldungen im Tagesverlauf
- Norditalien: Zweites schweres Beben innerhalb weniger Stunden
- Bussendepots bei Ausländern sind erlaubt
- Studie kritisiert MSC-Fischlabel
- Session beginnt für Jungparlamentarier auf Twitter
- Annan kämpft in Syrien weiter für Frieden
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Frankreich verzichtet für EURO auf Gourcuff
- Bald-Papa Robbie Williams: Für seine Kleine macht er sich fit
- Migros deklariert Produkte aus besetzten Gebieten
- Griechenland gibt EURO-Kader bekannt
- Dänemark-Keeper Sörensen verpasst EURO
- 500'000 Chilenen üben den Ernstfall
- Bundesgericht: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
- Bundespräsident Gauck pocht in Israel auf Zwei-Staaten-Lösung
- Max Loong versucht sich an der Stange
- Kauflust in der Schweiz zieht weiter an


Norditalien: Zweites schweres Beben innerhalb weniger Stunden
Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
Tote bei Protest gegen Schweizer Xstrata
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Session beginnt für Jungparlamentarier auf Twitter
Annan kämpft in Syrien weiter für Frieden
Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
Bundesgericht: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
Abhörskandal: Tony Blair vor Ethikkommission
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
SP könnte Steuerabkommen kippen



















W. Staub
(walter.staub1 )
Verfasst am: 15.11.2011 10:41
Was bleibt Papademos anderes übrig?
Was bleibt Papademos auch anderes übrigen, als... mehr
Zustimmen — 1 Leser ist auch dieser Meinung.
Ablehnen — 1 Leser ist anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
P. Bieri, Biel
)
(prbieri
Verfasst am: 15.11.2011 8:05
@Bernoulli
Nach der Demokratie kommt bekanntlich die... [1] mehr
Zustimmen — 13 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
H. Bernoulli, Zürich
)
(hbernoulli
Verfasst am: 15.11.2011 4:13
Wo bleibt die demokratische Legitimierung
dieser Regierung und ihrer Politik? Die Regierung... mehr
Zustimmen — 10 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 1 Leser ist anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten