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International

Fessenheim: Neue Proteste gegen uralten Atomreaktor

Montag, 14. November 2011, 2:06 Uhr

Mehrere hundert Atomkraftgegner aus Frankreich der Schweiz und Deutschland haben am Sonntag gegen die Wiederinbetriebnahme von Block 1 des AKW Fessenheim im Elsass protestiert. Sie zogen mit über 50 Traktoren vor die Tore des französischen Kraftwerks rund 40 Kilometer nördlich von Basel.

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Block 1 von Fessenheim wurde 1977 in Betrieb genommen und ist damit der älteste noch laufende Druckwasserreaktor in Frankreich. Er wurde von Oktober 2009 bis März 2010 einer Sicherheitsprüfung unterzogen. Block 1 wurde erst vor einer Woche wieder angefahren.

Bild Demonstranten auf einem Traktor
Seit Jahren fordern sie die Stilllegung von Fessenheim: Bürger aus dem Dreiländereck. keystone

Für den um ein Jahr jüngeren Block 2 strebt der französische Stromkonzern EDF ebenfalls eine Verlängerung der Laufzeit um zehn Jahre an. Dieser Block wird derzeit auf seine Sicherheit hin überprüft. Über einen möglichen Weiterbetrieb soll im kommenden Jahr entschieden werden.

Besonders pannenanfällig

Atomkraftgegner auf beiden Seiten des Rheins fordern bereits seit Jahren die Stilllegung des AKW Fessenheim, das als besonders pannenanfällig gilt. Seit der Katastrophe im japanischen AKW Fukushima schlossen sich zahlreiche deutsche, schweizerische und elsässische Gemeinden dieser Forderung an - darunter auch Basel.

Leuthard diskutiert über AKW Fessenheim (Tagesschau, 02.05.2011)

Im Elsass verlangten zudem rund 400 Regionalpolitiker in einem offenen Brief an Staatschef Nicolas Sarkozy, das «veraltete» Kraftwerk zu schliessen.

Scharfe Kritik der AKW-Gegner

Atomkraftgegner mehrerer Länder hatten vor Tagen bereits die Wiederinbetriebnahme des französischen Atomkraftwerks scharf kritisiert. Der trinationale Zusammenschluss deutscher, französischer und schweizer Atomkraftgegner TRAS bezeichnet das Wiederanfahren des Ältesten Atomkraftwerks Frankreichs als «unverantwortlich».

AKW Fessenheim: Ein Dorn im Auge (Tagesschau, 26.06.2011)

Protest und Klage gegen AKW Fessenheim

In scharfer Form hatte der Trinantionale Atomschutzverband (TRAS) vor wenigen Tagen gegen die Wieder-Inbetriebnahme des AKW Fessenheim protestiert. Bereits in zweiter Instanz klagt die Organisation beim französischen Berufungsgericht für die endgültige Schliessung von Fessenheim.

TRAS-Präsident Jürg Stöcklin störte sich insbesondere daran, dass «Fessenheim» ungeachtet ihrer Proteste und ohne vorherige Ankündigung wieder ans Netz ging, erklärte er gegenüber Medien. In Frankreich sei eine Klage des TRAS anhängig, um die Abschaltung des AKW zu erreichen und diese wolle man vorantreiben, so Stöcklin weiter. Die Regierungen der beiden Basel fordern schon länger die sofortige Abschaltung des AKW.

AKW Fessenheim: Ein Dorn im Auge (Tagesschau, 26.06.2011)

(sf/sda/halp)