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Vermischtes

Sechsmilliardster Mensch lebt in bitterer Armut

Montag, 31. Oktober 2011, 13:16 Uhr

Bei der Geburt des sechsmilliardsten Menschen war das internationale Interesse gross: UNO-Generalsekretär Kofi Annan begrüsste den neugeborenen Adnan persönlich. Rund zwölf Jahre später ist jedoch nichts mehr davon übrig. Der damals gefeierte bosnische Junge lebt in bitterer Armut.

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Im Oktober 1999 in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo liess es sich selbst Kofi Annan nicht nehmen, unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen den neugeborenen Adnan Mevic auf den Arm zu nehmen. Heute lebt der bosnische Junge mit seinen Eltern in der Stadt Visoko in bitterer Armut und ist von den Vereinten Nationen tief enttäuscht.
 
«Das hat uns nichts gebracht», sagen Adnan und seine Eltern. Zwar hat der Junge mit dem Faible für Erdkunde zur Geburt eine UNO-Silberplakette bekommen. Vater Jasmin erklärt aber: «Das bedeutet uns wenig, denn die kann man nicht essen».
 
Besuch gegen Bezahlung
 
Der 48-jährige ehemalige Kinohausmeister liegt mit Krebs und künstlichem Darmausgang auf dem Sofa in der kleinen Wohnung unterm Dach. Mutter Fatima ist als Textilarbeiterin arbeitslos. Umgerechnet 915 Franken braucht die Familie nach eigenen Angaben zum Leben. Sie haben aber nur 427 Franken zur Verfügung.
 
«Uns interessiert nur unser Überleben», sagt die Mutter. Ihr Mann kritisiert: «Mit den UNO sind wir völlig unzufrieden.» «Wenn man sich überhaupt nicht kümmert, braucht man auch nicht soviel Show bei der Geburt zu machen», ergänzt seine Frau.
 
In den Wochen vor der Geburt des siebenmilliardsten Menschen war der Rummel um Adnan wieder gross. Journalisten gaben sich in den letzten Wochen die Klinke in die Hand.
 
Die Mutter ist dazu übergegangen, von den Reportern aus aller Welt, die ihre kleine Wohnung regelrecht besetzt hielten, Geld zu verlangen. «Damit können wir Adnan wenigstens Schuhe und Kleidung kaufen», sagt die 40-Jährige zur Begründung.
 
Ihrem Sohn ist der ganze Wirbel ein wenig peinlich: «Ich will doch nur ein ganz normaler Junge sein», sagt er. Jedenfalls gilt er bei seinen Freunden beim Strassenfussball viel mehr als guter Torwart denn als ein berühmter Erdenbürger.

(sda/koua)