Krise im Euro-Land
SF-Korrespondent: «Euro-Retter gingen weiter denn je»
Nach äusserst zähen Verhandlungen und Ausübung massiven Drucks ist den Euro-Rettern ein wichtiger Schritt in der Bewältigung der Schuldenkrise Griechenlands geglückt. SF-Korrespondent Jonas Projer in Brüssel ordnet die neusten Entwicklungen ein.
Der Wert der Schuldpapiere in den Händen der Gläubiger wird mit diesem Beschluss halbiert. «Dies ist ein Erfolg, der vor kurzem noch unwahrscheinlich schien», erklärt SF-Korrespondent Jonas Projer gegenüber «tagesschau.sf.tv.».
Projer erklärt, dass die Euro-Retter an diesem EU-Gipfel weiter gegangen seien als jemals zuvor.
Bemerkenswert sei dabei der politische Druck, den die EU-Staaten offenbar auf ihre Banken ausgeübt haben. An der Medienkonferenz liess die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel durchblicken, dass man die Banken massiv unter Druck gesetzt habe.
Sie deutete an, dass unverhohlen damit gedroht wurde, einen Schuldenschnitt zur Not auch zwangsweise durchführen zu wollen. Auf das «letzte Angebot», dass man den privaten Gläubigern gemacht habe, seien diese schliesslich eingegangen.
Erfolg wird an den Börsen gemessen
Ob das präsentierte Gesamtpaket aber wirklich erfolgreich ist, wird sich auf den weltweiten Finanzmärkten zeigen, so Projer.
Merkel blickte nach zehnstündigen Beratungen jedenfalls positiv in die Zukunft. «Wir haben heute Nacht gezeigt, dass wir die richtigen Schlüsse aus der Krise ziehen.» Mit dem Schuldenschnitt von 50 Prozent seien Banken und Versicherungen jetzt «substanziell» beteiligt, sagte die Kanzlerin in Brüssel.
Einen Blick nach vorne wirft der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso. Für Projer ist seine Aussage kennzeichnend für den weiteren Ausweg aus der Krise. Barroso erklärte, dass man sich nicht auf einem Sprint, sondern auf einem Marathon heraus aus der Krise befinde.
(sf/koua)



