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Krise im Euro-Land

Euro-Gipfel schnürt Massnahmenpaket gegen Schuldenkrise

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 4:00 Uhr, Aktualisiert 15:06 Uhr

Europa hat ein umfassendes Massnahmenpaket gegen die Schulden- und Bankenkrise auf den Weg gebracht. Der Euro-Gipfel einigte sich in Brüssel unter anderem auf einen teilweisen Schuldenerlass für Griechenland.

Ergebnisse des Euro-Gipfels im Überblick

Die wichtigsten Punkte der Einigung hier:

Demnach sollen private Gläubiger wie Banken und Versicherer auf die Hälfte ihrer Forderungen verzichten. «Wir haben heute Nacht gezeigt, dass wir die richtigen Schlüsse aus der Krise ziehen», sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nach den zehnstündigen Beratungen in Brüssel. Mit dem Schuldenschnitt von 50 Prozent seien Banken und Versicherungen jetzt «substanziell» beteiligt, sagte die Kanzlerin weiter.

Was genau dieser beschlossene Schuldenschnitt im Falle Griechenlands bewirken soll, wird hier und im folgenden «10vor10»-Beitrag aufgezeigt.

Was ist ein Schuldenschnitt?

Die Krisentreffen zogen sich wegen der zähen Verhandlungen mit den Bankenvertretern über Stunden hin. Dann schalteten sich Merkel, Sarkozy und Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker ein und brachten offensichtlich die Wende.

Skeptische Griechen

Die Griechen sehen den Schuldenschnitt mit gemischten Gefühlen. «Die Zeche werden wir, die einfachen Menschen, wieder zahlen müssen», sagte ein Passant ins Mikrofon des SF-Sonderkorrespondenten in Athen. Er zweifle, ob die Regierung diese Massnahmen auch wirklich alle umsetzen könne.

Griechische Regierung stehe vor einer enormen Zerreissprobe, sagt Philipp Zahn, SF-Sonderkorrespondent in Athen.

Rettungsschirm wird grösser

Die 17 Euro-Staaten verständigten sich in Brüssel auch darauf, die Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF auf eine Billion Euro zu vervielfachen. Derzeit kann der Fonds 440 Milliarden Euro Kredite vergeben. Die Vervielfachung funktioniert mit einem sogenannten Hebel, der allerdings auch das Verlustrisiko bei Pleiten kriselnder Staaten erhöht.

«Euro-Retter gingen weiter denn je»

Nach äusserst zähen Verhandlungen und Ausübung massiven Drucks ist den Euro-Rettern ein wichtiger Schritt in der Bewältigung der Schuldenkrise Griechenlands geglückt. SF-Korrespondent Jonas Projer in Brüssel ordnet die neusten Entwicklungen ein. Lesen Sie hier mehr dazu.

Der EFSF wird nun teilweise das Risiko eines Zahlungsausfalls für Schuldtitel gefährdeter Euro-Staaten übernehmen. Er bietet quasi eine Art Teilkaskoversicherung, wenn Schuldenstaaten neue Anleihen ausgeben. Mehr zum «Hebel» lesen Sie hier:

Zudem soll ein neuer Sondertopf geschaffen werden, an dem sich der Internationale Währungsfonds IWF beteiligt. Dieser Fonds investiert in Anleihen, die der EFSF ebenfalls zum Teil absichert. Dabei könnten ausländische Investoren wie Staatsfonds aus China mitmachen.

Mehr Kapital für Banken

Der EU-Gipfel hatte sich zuvor schon über die Bankenkapitalisierung bis zum 30. Juni 2012 verständigt. Bis dahin müssen die systemrelevanten Banken ihre harte Kernkapitalquote auf neun Prozent anheben. Systemrelevante Banken würden bei einem
 Zusammenbruch das gesamte Finanzsystem gefährden.

Diese Banken müssen mit 106,45 Milliarden Euro rekapitalisiert werden, wie die Europäische Bankenaufsicht (EBA) in London bekanntgab. Die grössten Beträge brauchen mit 30 Milliarden Euro Banken aus Griechenland sowie mit 26,16 Milliarden Euro Institute aus Spanien, mit 14,77 Milliarden Euro italienische Banken und mit 8,84 der Finanzsektor in Frankreich.

(sf/agenturen/koua/godc)

Kommentare aktiv...

W. Staub
(walter.staub1 )
Verfasst am: 27.10.2011 10:59

Noch schwierige Aufgaben stehen erst bevor

Wenn man partout den Euro retten will, blieb... mehr

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A. Moser, Interlaken
(dussel Mann)
Verfasst am: 27.10.2011 10:46

WOW - die EU beschliessen einen noch grösseren Rettungsschirm

um den Kollaps noch etwas weiter hinauszögern zu... mehr

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W. Staub
(walter.staub1 )
Verfasst am: 27.10.2011 10:13

Auch über immense Risiken informieren

Nach der Analyse eines geachteten Oekonomen... mehr

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