Schweiz
Ex-TV-Mann gewählt – Star-Chirurg und Ski-Legende chancenlos
Prominenz kann nützlich sein – das stimmt im Fall von Matthias Aebischer. Im Kanton Bern hat der ehemalige TV-Journalist als Quereinsteiger für die SP den Sprung in den Nationalrat geschafft. Andere Prominente wie Herzchirurg Thierry Carrel oder Ex-Skirennfahrer Paul Accola blieben hingegen ohne Chance.
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«Jetzt auf einem neuen Sender» – das Wahlkampfmotto von Matthias Aebischer war raffiniert und erfolgreich. Der 43-jährige Quereinsteiger liess sogar den Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät hinter sich und wurde überraschend zum SP-Nationalrat gewählt.
Aebischer ist nicht der erste Politiker im Parlament mit Vergangenheit im Fernsehen. Der ehemalige SF-Chefredaktor Filippo Leutenegger sitzt für die FDP im Nationalrat, Ex-Sportmoderator Maximilian Reimann ist gewählter Aargauer SVP-Nationalrat.
Wermuth mit «fantastischem Resultat»
Auch Cédric Wermuth konnte von seiner Popularität und dem geschliffenen Mundwerk profitieren. Der 25-jährige Vizepräsident der SP schaffte im Kanton Aargau auf Anhieb den Sprung in den Nationalrat und überrundete sogar den bisherigen SP-Nationalrat Max Chopard.
Sein erstes politisches Amt übernahm Wermuth vor zwei Jahren mit der Wahl ins Stadtparlament seines Wohnortes Baden. Auch als Präsident der Juso Schweiz war Wermuth anschliessend sehr erfolgreich.
Kessler überraschend gewählt
Im Kanton St. Gallen eroberten die Grünliberalen einen von fünf SVP-Sitzen. Neu in der grossen Kammer nimmt überraschend Margrit Kessler (GLP) Platz, die bekannte «oberste Patientenschützerin» der Schweiz.
Die 62-jährige, die 1995 und 1999 erfolglos für die CVP kandidiert hatte, wechselte zu den Grünliberalen und profitierte jetzt von deren Schwung.
Viele bekannte Köpfe nicht mehr im Nationalrat
Etliche profilierte Köpfe sind aus dem Nationalrat verdrängt worden. Joe Lang in Zug, Pius Segmüller in Luzern oder Ulrich Schlüer in Zürich. Im Tessin musste FDP-Präsident Fulvio Pelli lange um seine Wiederwahl bangen. Mehr dazu lesen Sie hier.
Carrel ohne Chance
Trotz über 39'000 Stimmen verpasste der prominente Herzchirurg Thierry Carrel im Kanton Bern ein Nationalratsmandat. Zu gross waren die Sitzverluste seiner Partei FDP.
Auch Ex-Skirennfahrerin Corinne Schmidhauser blieb ohne Chance. Die Präsidentin von Antidoping Schweiz scheiterte bereits zum 2. Mal bei ihrem Versuch, in den Nationalrat einzuziehen. Unter den FDP-Kandidaten landete sie auf dem 5. Rang.
Accola klar geschlagen
Jacques de Haller, Präsident der Ärztegesellschaft FMH, versuchte in Bern für die SP in den Nationalrat zu kommen. Der oberste Schweizer Arzt holte knapp 29'000 Stimmen – zu wenig.
Schon erfolgreichere Zeiten erlebt hat auch der Davoser Ex-Ski-Star Paul Accola. Für den Sprung in den Nationalrat fehlten dem SVP-Kandidaten satte 17'000 Stimmen. Der ehemalige Weltcup-Sieger wird nun weiterhin für sein Baggerunternehmen arbeiten.
Obwohl die Wahlen für die SP im Kanton Aargau äusserst erfolgreich verliefen, schaffte es auch der Kriminologe und Strafrechtsprofessor Martin Killias (SP) nicht ins Parlament. Der ehemalige Bundesrichter scheiterte ironischerweise am anderen Prominenten auf der SP-Liste, Cédric Wermuth.
Auch Roger Federer nicht gewählt
Ein Kuriosum gab es im Kanton Schwyz: Roger Federer, der seinen Wohnsitz in Wollerau hat, erhielt bei der Ständeratswahl 132 Stimmen. Zur Wahl des Tennis-Stars, der gar nicht kandidiert hatte, war auf Facebook aufgerufen worden.
(sf/widb)
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V. Eberhard
(veberhard )
Verfasst am: 25.10.2011 9:28
Gratulation
Ich bin alles andere als ein SP-Anhänger. Aber... mehr
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