Schweiz
«Das Web war nicht wahlentscheidend»
Der Wahlkampf der eidgenössischen Wahlen wurde von den Politikern verstärkt im Internet geführt. Zwar nutzen die Politiker immer mehr Soziale Netzwerke und Blogs, doch wahlentscheidend waren diese Wahlkampfinstrumente noch nicht, sagt Politikexperte Iwan Rickenbacher.
Artikel bewerten
Artikel teilen
Die sozialen Netzwerke waren am Wahltag voll von Schweizer Politikern, die sich artig bei ihren Wählern für die Unterstützung bedankten. Den direkten Kontakt mit den Wählern, sieht Politologe Iwan Rickenbacher als wichtigste Ausprägung dieser Plattformen. So lassen sich zukünftig billig und schnell die jeweiligen Anhänger mobilisieren.
Noch nicht wahlentscheidend
Wie die Facebook-Seite von tagesschau.sf.tv zeigte, könnte sie bei den nächsten Wahlen auch ein wichtiges Forum für politische Debatten werden. Die Diskussionen auf der Facebook-Seite waren bereits zahlreich. Für die Politiker bedeutet dies vorallem eine Mehrarbeit auf verschiedenen virtuellen Kanälen. Dieser Ansicht ist auch Politikexperte Iwan Rickenbacher: «Es wird immer professioneller. Die Zahl der Blogs nimmt zu. Es ist nicht nur nur noch die Homepage die zur Verfügung gestellt wird. Aber diesmal war das Internet noch nicht wahlentscheidend.»
Trotzdem: Politiker setzen immer mehr auf virtuelle Kanäle. So zum Beispiel FDP-Ständeratskandidat Felix Gutzwiller. Er rühmt sich sogar mit Medienmitteilungen ein eigenes Programm (App) für mobile Geräte entwickelt zu haben. Eine hohe Stimme wiederholt gesprochene Sätze wie ein Papagei. Das klingt zwar originell und sorgt für mediale Aufmerksamkeit, der Nutzen solcher Spassprogramme bleibt ungewiss.
Auch Politikverdrossene verschafften sich in diesem Wahlkampf im Internet ihrem Unmut Luft. Offenbar aus Ärger über ein überaltertes Parlament und die offiziellen Kandidaten der Parteien wurde auf der virtuellen Plattform Facebook empfohlen, den im schwyzerischen Wollerau lebenden Schweizer Tennis-Star Roger Federer auf die Wahlzettel zu schreiben.
Obwohl er sich gar nicht beworben hatte, bekam Federer in seinem Wohnkanton Schwyz 132 Stimmen. Allerdings landete er bei der Wahl zum Ständerat im Kanton Schwyz auf dem für ihn wohl ungewohnten letzten Platz.
Die Partei, die das Internet fast zur Hauptsache der politischen Aktivitäten erklärten ist die Piratenpartei. Im Nachbarland Deutschland konnte sie jüngst überraschend den Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus mit 8,9 Prozent Stimmenanteil feiern.
In der Schweiz ist der Coup jedoch ausgeblieben: Keinen Sitz gibt es diesmal für die Schweizer Schwesterpartei. Doch auf Twitter fragen Sie bereits nach Verbesserungsvorschlägen für nächstes Jahr. Für Politikexperte Iwan Rickenbacher ist klar: «Der neueste Trend ist die Piratenpartei. Wenn die sich durchsetzen wird, ist Online und Politik wirklich verbunden.»
(rufi/sf)
Meldungen im Tagesverlauf
- Norditalien: Zweites schweres Beben innerhalb weniger Stunden
- Studie kritisiert MSC-Fischlabel
- Frankreich verzichtet für EURO auf Gourcuff
- Bald-Papa Robbie Williams: Für seine Kleine macht er sich fit
- Migros deklariert Produkte aus besetzten Gebieten
- Annan kämpft in Syrien weiter für Frieden
- Griechenland gibt EURO-Kader bekannt
- Dänemark-Keeper Sörensen verpasst EURO
- 500'000 Chilenen üben den Ernstfall
- Bundesgericht: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
- Bundespräsident Gauck pocht in Israel auf Zwei-Staaten-Lösung
- Max Loong versucht sich an der Stange
- Kauflust in der Schweiz zieht weiter an
- Transfers und Gerüchte: Abraham möchte zum HSV
- Bircher und Hildenbrand zurückgetreten
- Wenig Überschuss für AHV, rote Null für IV


Norditalien: Zweites schweres Beben innerhalb weniger Stunden
Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Tote bei Protest gegen Schweizer Xstrata
Migros deklariert Produkte aus besetzten Gebieten
Annan kämpft in Syrien weiter für Frieden
500'000 Chilenen üben den Ernstfall
Facebook-Foto verleitet Räuber zu Überfall
Bankia und Katalonien am Bettelstab
Afghanistan: Gasangriffe sollen Mädchen vom Schulbesuch abhalten
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
Jeder zehnte Velofahrer ab 1. Juni nicht versichert













