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«Das Web war nicht wahlentscheidend»

Montag, 24. Oktober 2011, 17:26 Uhr

Der Wahlkampf der eidgenössischen Wahlen wurde von den Politikern verstärkt im Internet geführt. Zwar nutzen die Politiker immer mehr Soziale Netzwerke und Blogs, doch wahlentscheidend waren diese Wahlkampfinstrumente noch nicht, sagt Politikexperte Iwan Rickenbacher.

Die sozialen Netzwerke waren am Wahltag voll von Schweizer Politikern, die sich artig bei ihren Wählern für die Unterstützung bedankten. Den direkten Kontakt mit den Wählern, sieht Politologe Iwan Rickenbacher als wichtigste Ausprägung dieser Plattformen. So lassen sich zukünftig billig und schnell die jeweiligen Anhänger mobilisieren.

Noch nicht wahlentscheidend

Wie die Facebook-Seite von tagesschau.sf.tv zeigte, könnte sie bei den nächsten Wahlen auch ein wichtiges Forum für politische Debatten werden. Die Diskussionen auf der Facebook-Seite waren bereits zahlreich. Für die Politiker bedeutet dies vorallem eine Mehrarbeit auf verschiedenen virtuellen Kanälen. Dieser Ansicht ist auch Politikexperte Iwan Rickenbacher: «Es wird immer professioneller. Die Zahl der Blogs nimmt zu. Es ist nicht nur nur noch die Homepage die zur Verfügung gestellt wird. Aber diesmal war das Internet noch nicht wahlentscheidend.»

Trotzdem: Politiker setzen immer mehr auf virtuelle Kanäle. So zum Beispiel FDP-Ständeratskandidat Felix Gutzwiller. Er rühmt sich sogar mit Medienmitteilungen ein eigenes Programm (App) für mobile Geräte entwickelt zu haben. Eine hohe Stimme wiederholt gesprochene Sätze wie ein Papagei. Das klingt zwar originell und sorgt für mediale Aufmerksamkeit, der Nutzen solcher Spassprogramme bleibt ungewiss.

Bild Felix Gutzwiller
Der Zürcher Ständeratskandidat Felix Gutzwiller (FDP) hat sogar seine eigene App. sf

Auch Politikverdrossene verschafften sich in diesem Wahlkampf im Internet ihrem Unmut Luft. Offenbar aus Ärger über ein überaltertes Parlament und die offiziellen Kandidaten der Parteien wurde auf der virtuellen Plattform Facebook empfohlen, den im schwyzerischen Wollerau lebenden Schweizer Tennis-Star Roger Federer auf die Wahlzettel zu schreiben.  

Obwohl er sich gar nicht beworben hatte, bekam Federer in seinem Wohnkanton Schwyz 132 Stimmen. Allerdings landete er bei der Wahl zum Ständerat im Kanton Schwyz auf dem für ihn wohl ungewohnten letzten Platz.

Rickenbacher:«Politiker benutzen mehr Blogs.»

Die Partei, die das Internet fast zur Hauptsache der politischen Aktivitäten erklärten ist die Piratenpartei. Im Nachbarland Deutschland konnte sie jüngst überraschend den Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus mit 8,9 Prozent Stimmenanteil feiern.

In der Schweiz ist der Coup jedoch ausgeblieben: Keinen Sitz gibt es diesmal für die Schweizer Schwesterpartei. Doch auf Twitter fragen Sie bereits nach Verbesserungsvorschlägen für nächstes Jahr.  Für Politikexperte Iwan Rickenbacher ist klar: «Der neueste Trend ist die Piratenpartei. Wenn die sich durchsetzen wird, ist Online und Politik wirklich verbunden.»

Rickenbacher:«Die Piratenpartei ist das beste Beispiel.»

(rufi/sf)

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