International
Staatengemeinschaft reagiert erleichtert auf Tod Gaddafis
Obwohl noch nicht von unabhängiger Stelle bestätigt, gibt es erste internationale Stimmen zu den Meldungen über den Tod des libyschen Ex-Machthabers Gaddafi. Staats- und Regierungschefs sind sich in ihrer Beurteilung weitgehend einig. Es gibt aber auch irritierende Beurteilungen.
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Der russische Präsident Dmitri Medwedew war einer der ersten, der auf die Meldungen Gaddafis reagierte: «Über das weitere Schicksal Gaddafis muss allein das libysche Volk entscheiden», liess er verlauten.
Eine etwas andere Stossrichtung verfolgte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte, der Gaddafi vor ein UNO-Gericht stellen wollte.
Diese ersten Stellungnahmen wurden von den Ereignissen überrollt, als kurz darauf die Meldung vom Tod des Revolutionsführers eintraf. Der italienische Premier Silvio Berlusconi, ehemals ein enger Freund Gaddafis, kommentierte die Todesnachricht spontan und einigermassen unpassend auf Latein: «Sic transit gloria mundi» – so vergeht der Ruhm der Welt. Um kurz darauf treffender zu formulieren: «Der Krieg ist vorbei.»
Über mehr diplomatisches Fingerspitzengefühl verfügten der italienische Aussenminister Franco Frattini und Verteidigungsminister Ignazio La Russa. Frattini bezeichnete Gaddafis Festnahme als «grossen Sieg für das libysche Volk». La Russa indes meinte: «Ich freue mich niemals über den Tod eines Menschen – aber man kann diesen Bürgerkrieg wohl nun als beendet betrachten.»
USA prüfen, EU begrüsst Todesnachricht
Im US-Aussenministerium wollte man Gefangennahme und Tod zunächst nicht bestätigen. Man versuche weiterhin, die Nachricht zu verifizieren, teilten mehrere hohe Regierungsbeamte mit.
Mit der Nachricht von Gaddafis mutmasslichem Tod in Kabul konfrontiert, fasste sich US-Aussenministerin Hillary Clinton kurz: «Wow!», rief sie überrascht aus.
Die EU-Kommission begrüsste in einer ersten Kurz-Stellungnahme «das Ende einer Ära des Despotismus». Der Tod Gaddafis sei gleichbedeutend mit dem Ende der jahrzehntelangen Unterdrückung des libyschen Volkes, bekräftigten EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und Kommissions-Präsident José Manuel Barroso. «Libyen kann mit dem heutigen Tag ein unrühmliches Kapitel seiner Geschichte abschliessen und in eine neue, demokratische Zukunft blicken», heisst es in der gemeinsamen Erklärung.
Stolz und Entschlossenheit bei der «Entente cordiale»
Der britische Premier David Cameron äusserte sich ähnlich: Das libysche Volk habe mit dem Tod Gaddafis eine grössere Chance auf eine stabile demokratische Zukunft. Ausserdem sei er «stolz auf die Rolle, die Grossbritannien bei der Beseitigung des Gaddafi-Regimes gespielt hat.» Gleichzeitig erinnerte Cameron vor seinem Amtssitz in der Downing Street No. 10 an die ungezählten Opfer des Gaddafi-Terrors.
Die französische Regierung bekundete ihre Entschlossenheit, Libyen beim Wiederaufbau zu helfen. Der französische Aussenminister Alain Juppé sprach von einem «historischen Augenblick» und vom Ende einer 42-jährigen Leidensperiode für das libysche Volk. «Frankreich ist stolz, dem libyschen Volk im Kampf für die Freiheit behilflich gewesen sein zu dürfen», sagte Juppé abschliessend.
Als «historischen Tag für das libysche Volk» bezeichnete auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon den Tod Gaddafis. Die Bürgerkriegsparteien rief er zur Versöhnung auf: «Die Kämpfer aller Seiten müssen ihre Waffen in Frieden niederlegen. Dies ist die Zeit der Versöhnung, nicht der Rache. Die Herausforderungen der Zukunft können nur gemeinsam und versöhnt gemeistert werden.»
(agenturen/falt)
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A. Ka, Iraq
)
(an.ka
Verfasst am: 20.10.2011 18:58
Demokratie für Libyen?
Fast alle sprechen selbstvertändlich vom freien... [1] mehr
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E. Kohli, Langenthal
)
(kohlie
Verfasst am: 20.10.2011 16:51
Silvio Berlusconi...
... ist schon eine himmeltraurige Figur: «So... [1] mehr
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