Inhalt

Krise im Euro-Land

«In Athen liegen die Steine bereits auf der Strasse»

Donnerstag, 20. Oktober 2011, 6:02 Uhr, Aktualisiert 11:51 Uhr

In Athen steht das öffentliche Leben still, die Streiks gehen weiter. Gemäss SF-Korrespondent Philipp Zahn ist mit weiteren massiven Ausschreitungen zu rechnen.

Bild Mann mit Atemschutzmaske durch zerstörtes Fenster fotografiert
Athen im Ausnahmezustand, neue Krawalle sind vorprogrammiert. reuters

«Nach den Krawallen vom Mittwoch wird das Ausmass der Schäden rund um den Syntagma-Platz deutlich», sagt SF-Korrespondent Philipp Zahn im Gespräch «tagesschau.sf.tv».

«Angst vor den Chaoten»

Vielerorts seien Fenster eingeschlagen und Bushaltestellen zerstört worden, überall lägen Steine und Scherben auf den Strassen. Putzkolonnen hätten in der Nacht versucht, die Strassen zu putzen, so der Korrespondent weiter. «Dies ist jedoch nicht gelungen und so liegen die Steine immer noch auf den Strassen. Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für die Chaoten, die man fürchtet», sagt Zahn.

Bereits in den Morgenstunden versammelten sich erneut zahlreiche Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude (unkommentiert)

Die Angst ist berechtigt, denn bereits jetzt ziehen wieder zahlreiche Protestzüge in Richtung Syntagma-Platz in Athen. «Die Polizei ist erneut mit einem Grossaufgebot vor Ort. Sie geht von weiteren Ausschreitungen aus», so Zahn weiter.

Bild Ein Demonstrationszug in Athen.
Am Mittwoch sind in Griechenland zehntausende Menschen auf die Strasse gegangen, um gegen die Sparpläne zu demonstrieren. reuters

Gewaltsame Proteste

Während sich draussen die Menschen zum Protest versammeln, hat im Parlament die zweite Debatte zur Verabschiedung des Sparpakets angefangen. «Auch wenn die Regierung die Sparmassnahmen im Parlament wohl mit knapper Mehrheit durchbringt: Papandreou und seine Regierung stehen mit dem Rücken zur Wand», so die Feststellung des SF-Korrespondenten. Papandreou werde von der Opposition angefeindet hinzu komme der Druck von der Strasse. Die Regierung sei geschwächt. «Es stellt sich die Frage, wie lange die Regierung Papandreou noch durchhält», so die Analyse von Zahn.

In einem ersten Votum hatten die Abgeordneten bereits am Mittwochabend grünes Licht für die umstrittenen Massnahmen gegeben. 154 Mitglieder des Parlaments stimmten für den Entwurf, 141 dagegen.

Vor der Abstimmung waren die Proteste gegen das Sparprogramm der Regierung eskaliert. Demonstranten bewarfen Polizisten mit Steinen und Brandsätzen. Die Beamten gingen mit Tränengas gegen die Demonstrierenden vor.

Die neuen Sparpläne sind auch unter den regierenden Sozialisten umstritten. Sie sind allerdings Voraussetzung für weitere internationale Kredite. Ohne die kann der Staat möglicherweise schon im November keine Gehälter und Pensionen mehr auszahlen.

(sf/sda/buet/muei)

Kommentare aktiv...

U. Keller, Klaeng
(sailer Mann)
Verfasst am: 20.10.2011 14:13

Es musste so kommen

Die EU wusste um die getürkten Bilanzen der... mehr

Zustimmen — 67 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 4 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

H. Haller, Kölliken
(kitwa Mann)
Verfasst am: 20.10.2011 12:34

Ich frage mich nur, warum...

die EU in Brüssel diese Probleme nicht schon vor... mehr

Zustimmen — 57 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 2 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

K. Anders, Zürich
(K.Anders Mann)
Verfasst am: 20.10.2011 10:21

Die griechische Finanzkrise ist

in Tat und Wahrheit die Krise eines ganzen Volkes... [1]  mehr

Zustimmen — 160 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 22 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

Kommentar verfassen

Kommentar verfassen
Vielen Dank für Ihr Interesse! Wegen häufigen Verstössen gegen die Netiquette werden Kommentare bis auf weiteres erst nach einer kurzen Prüfung veröffentlicht. Danke für Ihr Verständnis. Beiträge, die nicht der Netiquette entsprechen, werden gelöscht. Ein grundsätzliches Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der geäusserten Meinungen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

Bitte füllen Sie alle mit * markierten Felder aus.

Kommentar verfassen

Kommentar verfassen

Um einen Leser-Kommentar zu verfassen, müssen Sie sich
.