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«Besetzt die Wall Street»: US-Proteststrom schwillt weiter an
Knapp drei Wochen nach Beginn der Proteste an der Wall Street soll heute Mittwoch die grösste Aktion gegen die Banken beginnen. Unterstützt von zahlreichen Gewerkschaften planen die Aktivisten von «Occupy the Wall Street» («Besetzt die Wall Street») einen Marsch durch New York. Die Bewegung erhält in den USA immer mehr Zulauf.
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Die Demonstranten wollen dabei vom New Yorker Rathaus zum Zucotti Park marschieren, um gegen die Macht der Banken zu demonstrieren. Der kleine Park an der Liberty Street ist seit Wochen das inoffizielle Hauptquartier der Besetzer, weil die wegen Terrorgefahr streng bewachte Wall Street selbst keine grösseren Demonstrationen zulässt.
Tausende Teilnehmer erwartet
Die Veranstalter rechnen mit mehreren Tausend Teilnehmern. Bei einem Protestmarsch am Sonntag waren etwa 700 Demonstranten festgenommen worden, als sie über die Fahrbahn der Brooklyn Bridge marschierten.
Die Aktion «Besetzt die Wall Street», begann gar nicht in der Börsen- und Bankenstrasse, sondern 150 Meter weiter nördlich - eben im Zuccotti Park, einer kleinen Grünfläche am Broadway. Es war auch alles andere als eine Massenbewegung. Nur eine Handvoll Studenten begann vor zwei Wochen ihren Protest gegen die Macht der Banken.
New York, Boston, Seattle, Chicago ...
Immer mehr Menschen schlossen sich an, nicht nur in New York, sondern auch in Boston, Seattle, Chicago, San Francisco, Atlanta, Los Angeles und anderen Städten. Und immer mehr Themen kamen hinzu: Die Situation an den Schulen und die allgegenwärtige Energieverschwendung in den USA, Datenschutz und Rassismus.
Und nach der Hinrichtung von Troy Davis, der in Georgia als Mörder hingerichtet wurde, aber von vielen als unschuldig betrachtet wird, kam auch das Justizsystem auf die Transparente.
Gegen Diktat des «grossen Geldes»
«Wir wollen Wall Street gar nicht abschaffen», sagte Jackie Fellner der «Bloomberg Businessweek». «Das ist nicht arm gegen reich. Es ist dagegen, dass das grosse Geld diktiert, wer gewählt und was beschlossen wird.» Die 32-Jährige ist selbst Managerin, hat sich dem Protest aber angeschlossen.
Ebenso wie Denise Martinez, eine Lehrerin: «Die Ursache des Protests ist, dass die Banken hier an der Wall Street und anderswo die wirtschaftlichen Probleme verursacht haben, sich aber nicht an der Lösung beteiligen.» Die Manager würden schon wieder Millionen kassieren, während sie Klassen mit 50 Schülern unterrichten müsse, beklagte Martinez.
Milliardär Buffett als Treibsatz
Wenn der Milliardär Warren Buffet sich beklagt, dass er einen geringeren Steuersatz hat als seine Sekretärin, wenn Präsident Barack Obama genau das ändern möchte, ist das Wasser auf die Mühlen der Demonstranten.
Die Polizei griff bislang selten ein. Das Matratzenlager der Studenten in dem kleinen Park wird beäugt, aber New Yorker Polizisten sind einiges gewohnt. Die Kollegen an der Wall Street selbst, die mit Helm und Sturmgewehr eher nach islamistischen Terroristen als protestierenden Amerikanern Ausschau halten, wurden ebensowenig tätig.
Pfefferspray gegen Demonstranten
Zwar gingen die Polizisten einmal mit Pfefferspray gegen Demonstranten vor und nahmen einige Dutzend fest. Zum Aufschrei kam es erst, als am Sonntag gleich 700 Demonstranten festgehalten wurden. Nach einer Ordnungswidrigkeit, sagt die Polizei. Nach einer Falle, sagen die Demonstranten.
Die Fakten: Einige Tausend Menschen waren aus Richtung Wall Street zur nahen Brooklyn Bridge marschiert. Die Demonstranten nahmen aber nicht den bei Millionen Touristen so beliebten Fussweg, sondern die Fahrspur. Da griff die Polizei zu.
Gegenseitige Vorwürfe
Die Demonstranten werfen der Polizei vor, sie in einen Hinterhalt gelockt zu haben: Wie zum Schutze des Protestzuges seien die Beamten vorausgegangen und auf die Brücke. Erst dann hätten sie die Falle zuschnappen lassen.
Die Polizei sieht das ganz anders und veröffentlichte Videos, auf denen Polizisten die Demonstranten per Megafon aufrufen, nicht die Fahrspur der Brücke zu betreten, sonst würden sie festgenommen. Im Hintergrund sind die Sprechchöre der aufgewühlten Menschen nicht zu überhören: «Take the Bridge, take the Bridge!» («Nehmt die Brücke!»).
Aufruf an Manager
Fast alle Demonstranten waren bald wieder frei. Aber die Aktion könnte den Protestlern weiteren Zulauf bescheren - und die Situation anheizen.
Denn mit Spannung wird eben der heutige Mittwoch erwartet: Dann wollen Tausende - Studenten, Gewerkschafter und einfach nur Unzufriedene in einem Marsch zur Wall Street von den Bankern fordern, mehr zur Beendigung der Krise beizutragen, die bei den Banken ihren Anfang nahm.
(agenturen/halp)
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S. Borell, Genf
)
(Vidocq
Verfasst am: 5.10.2011 12:27
Na geht doch
Da haben doch tatsächlich ein paar tausend... mehr
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K. Tj, Zürich
)
(psi
Verfasst am: 5.10.2011 11:34
Erleichterung
da schreibt man sich dumm und dämlich gegen eine... mehr
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T. Ceskutti, Kloten
)
(Thc60
Verfasst am: 5.10.2011 11:15
Das grosse Uebel
Die grössere Gefahr als von Milliardären geht... mehr
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