Vermischtes
Verurteilte Autofahrerin in Saudi-Arabien begnadigt
Der saudi-arabische König Abdallah hat eine wegen unerlaubten Autofahrens zu Peitschenhieben verurteilte Frau begnadigt.
Das teilte Prinzessin Amira Tawil, die Frau eines Neffen des Monarchen, über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.
«Dank Gott wurde die Geisselung von Scheima aufgehoben. Ein Dank an unseren geliebten König», schrieb sie. «Ich bin sicher, dass alle saudi-arabischen Frauen glücklich sein werden. Ich bin es», hiess es in der Botschaft weiter.
Scheima Dschastaniah war am Montag von einem Gericht in Dschiddah zu zehn Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie gegen das Fahrverbot für Frauen verstossen und sich hinter ein Steuer gesetzt hatte.
Mehr Wahlrechte für Frauen
Das Urteil gegen Scheima erfolgte einen Tag nachdem König Abdallah die Verleihung des aktiven und passiven Wahlrechts an Frauen bei den Kommunalwahlen verkündet hatte. Das Dekret sieht zudem vor, dass Frauen zum Konsultativrat ernannt werden dürfen.
In Saudi-Arabien gilt ein Fahrverbot für Frauen, gegen das sich seit langem Widerstand von Aktivistinnen regt. Wegen unerlaubten Fahrens wurde am Dienstag kurzzeitig die saudi-arabische Menschenrechtsaktivistin Madiha al-Adschrusch festgenommen.
Sie kam nach Angaben der Internet-Kampagne Women2Drive wieder frei, nachdem sie schriftlich versichert hatte, sich nicht mehr hinter ein Steuer zu setzen. Dies hatte sie am Tag des Autofahrens am 17. Juni getan, wie dieser «Tagesschau»-Bericht zeigt.
(sda/koua)



