Schweiz
«Arena» zur UBS: «Grübel ist von einer Welt, die vorbei ist»
Die UBS ist mit dem Milliarden-Zocker international in den Schlagzeilen. Im negativen Sinn. Die «Arena»-Gäste waren sich einig: «Das war ein Schock.» Über das Wie-Weiter war man sich jedoch nicht einig.
- 15.09.11: Milliardenverlust im Investment
- UBS-Ehrenpräsident Senn: «Grübel wird sich nicht halten können»
- SP will den Grossbanken das Investment-Banking verbieten
- UBS-Skandal: Finma und britische Finanzaufsicht starten Untersuchung
- UBS-Händler in London vor Gericht
- Bankenexperte: «Es gab Mitwisser beim UBS-Skandal»
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Die «Arena»-Teilnehmer
Anita Fetz, Ständerätin SP/BS
Hannes Germann, Ständerat SVP/SH
Konrad Graber, Ständerat CVP/LU
Philipp Müller, Nationalrat FDP/AG
«Nicht schon wieder die UBS.» So wie es Philipp Müller (FDP/AG) auf den Punkt bringt, denken alle «Arena»-Teilnehmer. Wut, Schock, Enttäuschung hätten sie verspürt, als bekannt wurde, dass ein UBS-Banker zwei Milliarden Dollar verzockt haben soll.
Die grösste Schweizer Bank hat offensichtlich nichts gelernt – auch hier ist sich die Runde einig. Nur: Wer ist schuld? Konrad Graber (CVP/LU) ist mit Müller einig, dass die internen Kontrollsysteme und das Risikomanagement der UBS versagt hätten. Die Verantwortung sei darum «Sache des Verwaltungsrates und der Konzernleitung».
Grossrisiko Risikobanking
Das sieht auch Hannes Germann (SVP/SH) so. Dennoch nimmt er die Bank ein stückweit in Schutz. Sie habe in den letzten zwei Jahren starke Leistungen erbracht. Wenn nun einer von 100‘000 Angestellten so etwas mache und damit den ganzen Ruf der Bank beschädige, sei dies eine Tragödie. Man dürfe von einem Einzelfall nicht auf das ganze Unternehmen schliessen.
Die angesprochene kriminelle Handlung eines Einzelnen habe aber gerade im Investmentbanking eine derartige Hebelwirkung, warnte Anita Fetz (SP/BS). Das Risiko sei so gross, «dass wieder der Steuerzahler einspringen muss». Darum sei jetzt die Zeit reif, dass das Investmentbanking von den Banken losgelöst würde.
Oder aber: «Wenn man weiss, dass dort so grosse Risiken eingegangen werden, muss man auch entsprechende Kontrollsysteme aufbauen», meint Graber. Denn schon vor gut zwei Jahren habe es geheissen: Der Verwaltungsrat hat nichts gemerkt, die Konzernleitung hat nichts gemerkt, das Inspektorat hat nichts gemerkt, die Revisionsstelle hat nichts gemerkt und die Finma hat auch nichts gemerkt.
Müller betont aber, es sei nicht Sache der Politik, die Kontrollmechanismen einer Bank zu verbessern. Man müsse zwar regulatorisch einschreiten – auch wenn dies die Liberalen nicht gern täten, damit auch eine Bank wie die UBS Konkurs gehen könne. Das sieht Fetz anders, jetzt müsse die Politik das Thema in die Hand nehmen.
«Grübel verkörpert eine Welt, die vorbei ist»
Man dürfe jetzt keine voreiligen Schlüsse ziehen, versucht Germann zu bremsen. Zuerst müsse die Untersuchung der UBS abgewartet werden. Natürlich müsse eine Kontrolle versagt haben. Aber bevor man gesetzgeberisch einschreite, müssten die Untersuchungsergebnisse vorliegen.
Aus der zweiten Reihe wirft Wirtschaftsjournalist Lukas Hässig die Frage auf: «Was macht die UBS, dass sie in fast regelmässigen Abständen derart an die Wand fährt.» Für ihn stelle sich die Frage nach der Kultur in dieser Bank.
Zuvorderst stehe Oswald Grübel, so Hässig. «Herr Grübel verkörpert eine Welt, die vorbei ist. Andere haben auch daran geglaubt, wie der junge Banker, der verhaftet wurde. Jetzt ist es passiert. Das war ein heilsamer Schock. Es braucht jetzt einen Neuanfang.»
Luft für Grübel wird dünn
Oswald Grübel wird seinen Posten an der Spitze der UBS räumen müssen. Das vermutet sein Vorgänger Nikolaus Senn. Grübel sei zu sehr involviert in die Geschichte um die zwei Milliarden Dollar, die ein Investment-Banker verzockt hat.
Mehr zum Bericht von «10vor10» lesen Sie hier.
Für den Präsidenten des Zürcher Bankenverbandes, Hans-Peter Portmann, greift dies jedoch zu kurz. Gerade die UBS habe als erstes Unternehmen in der Schweiz, die Boni-Kultur geändert. Man habe es auf dem Bankenplatz sehr weit gebracht und viele Verbesserungen vorgenommen. Im Ausland gebe es aber tatsächlich viele Missstände.
Auch FDP will Banken regulieren
Ähnlich sieht es auch SF-Wirtschaftsexperte Reto Lipp. Es herrsche hier in der Schweiz nicht dieselbe Banker-Kultur wie im angelsächsischen Raum. «Die Schweizer verstehen nichts vom Investmentbanking.» Er betont, dass die UBS in den vergangenen 20 Jahren im Investmentbanking nur Verlust machte.
Müller kommt auf die derzeit laufende «Too Big To Fail»-Debatte zurück. Er ist in der Stossrichtung mit Fetz einig. Dazu zeichne sich im Nationalrat auch eine Mehrheit ab. Weitere Forderungen lehnt er aber ab.
Man dürfe den Banken nicht alles vorschreiben. Die Philosophie der Vorlage ist seiner Meinung nach, dass Banken nicht mehr damit rechnen können, vom Staat gerettet zu werden.
Eine Abspaltung des Investmentbankings von der Vermögensverwaltung wird von verschiedenen Seiten als mögliche Lösung vorgebracht – wenn auch ein solches Trennbanken-System unterschiedlich verstanden wird. Experte Lipp meint dazu, dass diese Aufteilung wohl einfacher einführbar sei, als die Politik sich das vorstelle.
Bei der UBS würde der Aktienwert sofort in die Höhe schnellen, wenn das Investment abgetrennt würde, ist Lipp überzeugt. Denn: Die Investoren seien nicht mehr bereit, die Verluste länger hinzunehmen. «Die Aktionäre haben in letzter Zeit viel Geld verloren, die werden dem nicht mehr lange so zuschauen.»
Vielleicht löst sich also das Klumpenrisiko Investmentbanking bei den Banken von selbst.
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U. Keller, Klaeng
)
(sailer
Verfasst am: 18.9.2011 19:00
Der Sirup von Fetz
Der vorliegende Vorschlag des BR wird zu Recht... mehr
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U. schweizer, zürich
)
(Code11110
Verfasst am: 17.9.2011 22:50
Bank Derivate
http://www.bank-derivate.ch/welt.php
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W. Keller, Ban Nonsung U-Don Thani
)
(TV-Gucker
Verfasst am: 17.9.2011 22:05
UBS
Jetzt wäre die Gelegenheit die Boni wieder... mehr
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