Jahrestag 9/11
Gedenkfeierlichkeiten am Ground Zero
Trauer, Erinnerung - und Optimismus: Die USA gedenken des Terroranschlags vor zehn Jahren. Angehörige haben in New York am Ground Zero die Namen der fast 3000 Menschen vorgelesen, die bei dem Anschlag starben. An der Feier mit dabei auch Barack Obama und Ex-Präsident George W. Bush.
Unterbrochen wurde die Zeremonie von Gedenkminuten an den Zeitpunkten, an denen die Flugzeuge die Türme trafen und später, als die Gebäude zusammenstürzten. (Zwischen 8:46 Uhr und 10:29 Uhr Lokalzeit). Insgesamt starben 2977 Menschen – mehr als jeder neunte war ein New Yorker Feuerwehrmann.
Eine Dudelsackkapelle von Feuerwehr und Polizei eröffnete die Feier – allerdings anfangs nur mit dem Schlagen ihrer Trommeln. Ein Jugendchor sang die Hymne der USA, dann bliesen die Dudelsackspieler, während eine vor zehn Jahren in den Trümmern wehende Fahne erst enthüllt und dann feierlich wieder gefaltet wurde.
Gedenkpark mit eingravierten Namen
Mit dabei waren US-Präsident Barack Obama und sein Vorgänger George W. Bush mit ihren Frauen Michelle und Laura. Die beiden Politiker hielten aber keine Reden, sondern lasen Texte. Zu den Gästen gehörten auch New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und sein Vorgänger Rudolph Giuliani.
An der Trauerfeier nahmen neben Politikern vor allem die Angehörigen der Opfer teil. Im Schatten des neu entstehenden gewaltigen Büroturms «1 WTC» wurde ein Gedenkpark eröffnet werden.
Kern sind zwei quadratische Becken mit 60 Metern Kantenlänge an den Stellen, an denen die Zwillingstürme standen. An den Rändern sind die Namen der Opfer eingraviert.
Doch die gemeinsame Feier wurde auch von Unmut begleitet. Die New Yorker Feuerwehrleute hatten den höchsten Blutzoll erbracht – und waren nicht eingeladen.
US-Präsident Barack Obama will mit seiner Frau Michelle an allen drei Anschlagsorten der Opfer gedenken: In New York, wo die zentrale Zeremonie stattfindet, in Washington und in der Nähe von Shanksville in Pennsylvania.
Ground Zero hermetisch abgeriegelt
Das Gebiet in Downtown Manhattan ist hermetisch abgeriegelt, Polizisten stehen an jeder Strassenecke. Am Ground Zero wird nur eingelassen, wer eingeladen ist, darunter auch die Familien vieler der Opfer.
Demonstration am Ground Zero
Am Rande der Gedenkfeier in New York kam es auch zu Tumulten. Rund 100 Anhänger der Verschwörungstheorie, wonach die Regierung des damaligen US-Präsidenten George W. Bush die Attentate anordnete, um einen Kriegsvorwand zu haben, skandierten lautstark ihre Parolen.
«The Bush Regime engineered 9-11» (etwa: «Das Bush-Regime fädelte 9/11 ein») war auf einem grossen Transparent zu lesen. Einer schrie: «Gebäude Nummer sieben wurde von keinem Flugzeug getroffen. Warum ist es eingestürzt? Wacht auf!»
An den Eingängen zum Gelände herrschen Kontrollen wie am Flughafen. Taschen werden durchsucht, Bombenspürhunde beschnüffeln Gepäckstücke. Über dem Areal kreisen Hubschrauber.
Von Sydney bis New York
Zum zehnten Jahrestag der Anschläge von 11. September gedenken Menschen in aller Welt der Opfer des Terrors. Von Sydney bis New York finden Zeremonien statt, die an die Opfer aus mehr als 90 Ländern erinnern sollen, die bei den Anschlägen ums Leben kamen.
Gedenkanlass in US-Botschaft in Bern
Auf der amerikanischen Botschaft in Bern haben rund 200 geladene Gäste der Opfer der Anschläge gedacht. An der gut halbstündigen Zeremonie nahmen Diplomaten sowie in der Schweiz ansässige US-Bürger teil.
Als Zeichen der Solidarität nach den tragischen Ereignissen in Oslo und auf der Insel Utöya hatte die US-Botschaft auch die norwegische Botschaft eingeladen, am Anlass teilzunehmen.
Bei einem Gottesdienst in New Plymouth in Neuseeland kamen hunderte Menschen zusammen, unter ihnen auch die Mitglieder des amerikanischen Rugby-Teams, das derzeit für die Weltmeisterschaft im Land ist.
Auch in Malaysia und Australien gedachten Familien ihrer Angehörigen, die bei den Anschlägen auf das World Trade Center getötet wurden. In Tokio verharrten Trauernde vor einem Stück Stahl von Ground Zero in Erinnerung an Bankangestellte, die bei den Anschlägen ihr Leben verloren.
(sda/dpa/engf)







