Jahrestag 9/11
9/11: Feuerwehrleute trauern um getötete Kameraden
Mit einem Gottesdienst in der St. Patrick's Cathedral in Manhattan haben New Yorker Feuerwehrleute ihrer Kameraden gedacht, die bei den Anschlägen vor zehn Jahren getötetet worden waren. Mit Stechschritt und in Paradeuniform trugen sie schweigend 343 US-Flaggen in die Kirche - für jeden getöteten Feuerwehrmann eine. Doch auch die überlebenden Feuerwehrleute leiden bis heute unter den Folgen der Anschläge.
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Hunderte Angehörige und Feuerwehrleute aus den ganzen USA nahmen an der Zeremonie teil. Mehr als jeder zehnte Tote im World Trade Center war ein «Firefighter» (Feuerwehrmann).
Für New Yorks Feuerwehren war der 11. September 2001 der Tag mit dem grössten Verlust ihrer Geschichte. Einige Feuerwachen waren danach nahezu ausgelöscht. New York brauchte Jahre, um diesen personellen Verlust wieder auszugleichen.
SF-Sondersendung ab 14.10 Uhr
Das Schweizer Fernsehen berichtet zum 10. Jahrestag der verheerenden Anschläge in den USA in einer mehrstündigen Sondersendung. Dabei wird die Gedenkfeier von Ground Zero in New York, an der unter anderem Präsident Obama und Ex-Präsident George W.Bush teilnehmen, live auf SF1 bzw. als Livestream auf «tagesschau.sf.tv» übertragen.
Stephan Klapproth moderiert die Sondersendung mit Schaltungen nach New York, Washington und Kabul. Die Gäste im Studio: Kurt Spillmann, emeritierter Professor und ehemaliger Leiter der Forschungsstelle für Sicherheitspolitik an der ETH; Souad Mekhennet, Journalistin, welche sich ua. auf die Themen Islamismus und Terrorismus spezialisiert hat und für die New York Times, die FAZ und das ZDF arbeitet; Constanze Stelzenmüller, Politikwissenschaftlerin und Publizistin, spezialisiert auf Aussen-und Sicherheitspolitik; Fritz Reimann, Korrespondent des Schweizer Fernsehens in Washington zur Zeit von 9/11.
Heute gibt es in der Stadt 221 Feuerwehrstationen mit etwa 11'600 Feuerwehrleuten und 3214 Sanitätern. In der ganzen Stadt findet man kein Einsatzfahrzeug, an dem nicht mit einer Plakette, einer Fahne oder zumindest einem schlichten Aufkleber der toten Kameraden gedacht wird.
Bürgermeister: «Bedrohungen entgegentreten»
Während der Messe erinnerte unter anderem der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg in einer Ansprache an die toten Rettungs- und Hilfskräfte. Er appellierte an die Bürger, New York als «sicheren Ort» zu bewahren und «Bedrohungen und Herausforderungen entgegenzutreten, wo immer sie sich auch zeigen».
Erhöhtes Krebsrisiko
Zehn Jahre nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center bestätigt eine Studie unterdessen das erhöhte Krebsrisiko von Feuerwehrleuten, die auf Ground Zero im Einsatz waren. Demnach liegt die Gefahr, an einem bösartigen Tumor zu erkranken, für ehemalige Helfer um 19 Prozent höher als für andere Feuerwehrmänner, die dem toxischen Staub der Trümmer fernblieben.
Das Ergebnis wurde im britischen Fachjournal «The Lancet» veröffentlicht. Autoren sind der leitende Mediziner der New Yorker Feuerwehr, David Prezant, und Kollegen von zwei New Yorker Universitäten.
Demnach erkrankten Feuerwehrleute, die sich an den Rettungs- und Bergungsarbeiten zwischen den Trümmern der Zwillingstürme beteiligten, in den ersten sieben Jahren nach 9/11 häufiger an 10 bis 15 verschiedenen Krebsarten als ihre Kollegen. Darunter waren Magen-, Darm-, Prostata-, Schilddrüsen-, Blasen-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Dass die Zahl der Lungentumore zunächst noch nicht erhöht war, erklären die Autoren damit, dass Lungenkrebs meist erst nach zwei und mehr Jahrzehnten diagnostiziert wird.
Asthma, Depressionen, Panikattacken
«Die Verbindung zwischen dem World-Trade-Center-Einsatz und Krebs ist biologisch plausibel», schreibt das Team um Prezant. Bestandteile des Trümmerstaubs wie Dioxine und Polychlorierte Biphenyle (PCB) seien als Krebserreger bekannt. Einige dieser Stoffe könnten direkt zu Tumoren führen, andere auf dem Umweg über chronische Entzündungen und Autoimmunerkrankungen. Für die Studie wurden Daten von knapp 9000 aktiven Helfern und gut 900 an den Einsätzen nicht Beteiligten ausgewertet.
Ein anderer Bericht in «The Lancet» geht auf andere Langzeitfolgen bei 9/11-Helfern ein. Demnach leiden sie gehäuft an Asthma und anderen Erkrankungen der Atemwege sowie an Depressionen, Panikattacken und posttraumatischem Stress.
Nach Angaben von Juan P. Wisnivesky und Kollegen vom Mount Sinai Institut für Medizin in New York waren mehr als 50'000 Menschen an den Arbeiten auf Ground Zero beteiligt. Ausser Feuerwehrleuten, Polizisten und Militärs beteiligten sich auch tausende Freiwillige an den Einsätzen.
(agenturen/halp)



