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Obama: Angriff auf Bin Laden war «Glücksspiel»
Die tödliche Kommandoaktion gegen den Terrorführer Osama bin Laden im Mai hat nach Worten von US-Präsident Barack Obama bis zuletzt auf Messers Schneide gestanden. Selbst kurz vor dem monatelang geplanten Angriff sei unsicher gewesen, ob sich Bin Laden überhaupt in dem ausspionierten Anwesen in der pakistanischen Stadt Abbottabad aufhielt.
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Obama äusserte sich in einem neuen Dokumentarfilm, der am Dienstagabend (Ortszeit) erstmals im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde.
«Das war insgesamt eine 50-50-Sache»
Rund die Hälfte seiner engen Sicherheitsberater hätte ihm von der Aktion abgeraten. «Einige unserer Geheimdienst-Analysten dachten, dass es nur eine 40- oder 30-prozentige Chance gab, dass Bin Laden auf dem Anwesen war», sagte der Präsident in der Sendung des History Channel. Andere hätten die Wahrscheinlichkeit höher eingeschätzt.
«Das war insgesamt eine 50-50-Sache ... Es war ein grosses Glücksspiel», fügte Obama hinzu. Er habe eine angespannte Sitzung mit seinem Sicherheitsteam wenige Tage vor dem Übergriff mit der Ankündigung beendet, noch eine Nacht über die Sache schlafen zu müssen. Letztlich entschied er sich als Oberbefehlshaber des US-Militärs für den Angriff:
Gemischte Gefühle in der Rückschau
«Ich dachte, es war es wert, einen Versuch zu unternehmen», sagte Obama. Er habe dabei sehr wohl gewusst, dass ein Scheitern erhebliche geopolitische Konsequenzen haben würde. Zumal die Geheimaktion auf pakistanischen Boden stattfinden würde, ohne dass der Alliierte im Anti-Terror-Kampf vorab darüber informiert worden sei. Tatsächlich hat die Aktion zu erheblichen Spannungen zwischen beiden Ländern geführt.
An die Stimmung im Situation Room des Weissen Hauses, wo der Präsident und sein Sicherheitsteam die Erstürmung des Bin-Laden-Versteckes per Monitor verfolgten, erinnerte er sich mit gemischten Gefühlen. Die Bildübertragung sei phasenweise gestört gewesen: «Es war schwer für uns zu wissen, was tatsächlich passierte. Wir wussten, dass es Schüsse gab, und wir wussten, dass es Explosionen gab», erläuterte Obama.
Als über den Tod Bin Ladens Klarheit herrschte, sei das im Situation Room eher mit Anspannung aufgenommen worden. «Ich sagte, wie haben ihn. Aber da war kein Geschrei, da war kein Gebrüll, es gab kein Abgeklatsche.» Der Fokus habe vielmehr darauf gelegen, ob es die Soldaten sicher aus der Situation herausschaffen würden.
Obama war Mitte August für den Film interviewt worden. Auch enge Sicherheitsmitarbeiter wie Ben Rhodes, John Brennan und Thomas Donilon kommen zu Wort.
(dpa/halp)
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