Schweiz
Jugend erobert Bundeshaus – zum 20. Mal
Seit Donnerstag und noch bis Sonntag tagt in Bern die Jugendsession - zum 20. Mal. 200 Jugendliche aus der ganzen Schweiz erarbeiten politische Forderungen und legen diese dann dem eidgenössischen Parlament zur Abstimmung vor – und können so vielleicht etwas bewegen.
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Das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden oder Zügen, härtere Waffenschutzgesetze oder Massnahmen gegen Rassismus – viele Themen, die einst in der Jugendsession debattiert wurden, kamen später sogar vors Volk und erlangten nationale Bekanntheit.
«Es bleibt zwar offen, ob die Jugendsession Auslöser war für den politischen Prozess dieser Themen», sagt Geo Taglioni, Projektleiter der Jugendsession, «Aber die Jugendsession gibt immer wieder Denkanstösse. Sicher gibt es Parlamentarier, die weniger bewegen als die Jugendsession.»
Barometer der Befindlichkeit
200 Forderungen haben die insgesamt 6000 Jugendlichen in den letzten zwanzig Jahren bereits ans Parlament weitergereicht. Dieses Jahr sollen es auch wieder einige werden: Auf dem Programm stehen Themen wie Jugendgewalt, Drogen, Migration, Rassismus, Demokratie oder Umwelt – Themen, die nicht nur für diese Generation wichtig sind.
«Die Themen der Jugendsession waren schon immer sehr stark an die Zeit gebunden», sagt Geo Taglioni. In den 90er Jahren stand die Drogenpolitik ganz oben auf der Traktandenliste, in den letzten Jahren waren es Umwelt- und Energiethemen. «Themen, die die ganze Gesellschaft beschäftigen.»
Und die Stimme der Jugendlichen wird gehört. «Das Parlament nimmt die Jugendsession ganz klar wahr, ist meine Erfahrung», meint Geo Taglioni. «Unter Politikern ist die Jugendsession sehr bekannt, viel mehr als unter den Schweizer Jugendlichen allgemein.»
Sprungbrett für Jungpolitiker
Nicht, dass die Jugend kein Interesse an der Politik hätte, ist Geo Taglioni überzeugt: «Die politisch aktiven sind natürlich nur ein Bruchteil der gesamten Jugend – aber das ist unter den Erwachsenen genauso.» Aber es gäbe viele Jugendliche, die sich engagierten: in der Zivilgesellschaft, in Vereinen oder einfach nur im täglichen Leben: «Viele Jugendliche achten zum Beispiel darauf, was sie einkaufen.»
Die Jugendsession befasst sich auch mit den bevorstehenden Wahlen. Die Wahllisten zeigten, dass sich das Engagement der Jungen lohne, schreibt die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände. Nie zuvor seien so viele junge Kandidatinnen und Kandidaten auf den vordersten Listenplätzen und im medialen Rampenlicht gestanden.
Die Jugendsession hat bereits einige Politiker hervorgebracht. Zum Beispiel die SP-Nationalrätin Evi Allemann, oder ihr Kollege im Parlament, Lukas Reimann von der SVP. Für beide war die Jugendsession ein Sprungbrett.
Bundesräte zu Besuch
Für die diesjährige Jugendsession haben sich mehr als 400 Jugendliche angemeldet, 200 wurden ausgewählt. Sie diskutieren zuerst in Zürich, Basel, Fribourg oder Bellinzona ihre Forderungen, bevor sie sich am Wochenende im Bundeshaus treffen.
Am Samstag war Bundesrat Johann Schneider-Ammann zum Strassenpolitikfestival «PolitBuskers» eingeladen. Und Bundesrätin Simonetta Sommaruga begrüsste die Jugendlichen im Bundeshaus. Nationalratspräsident Jean-René Germanier nimmt zum Abschluss der Jugendsession am Sonntag die politischen Forderungen der Jugendlichen entgegen.
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G. bossert, Safenwil
)
(fama
Verfasst am: 4.9.2011 14:53
Sehr erfreulich ! Unterstützendswürdig !
Ich bin äusserst froh über eine offenbar... [1] mehr
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D. Münger, Zürich
)
(Account3
Verfasst am: 4.9.2011 12:45
Erobert!
Etwas erobern -> ein fremdes Land, eine Stadt,... mehr
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