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Grosse Giftwolke nach Chemieunglück in Russland

Donnerstag, 1. September 2011, 17:05 Uhr

In der russischen Industriestadt Tscheljabinsk am Ural hat sich ein Chemieunfall mit giftigem Brom ereignet. Eine riesige Wolke aus beissenden Bromdämpfen breitete sich über einem Zugwaggon aus, der die Chemie transportierte. Mehr als 100 Menschen klagten wegen Übelkeit.

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Der Fernsehsender «Russia Today» zeigt die ersten Bilder des Unglücks.

Die Ärzte sind im Dauereinsatz. Mehr als 30 Menschen liessen sich wegen Vergiftungserscheinungen behandeln. Acht Menschen mussten ins Spital, wie die örtlichen Behörden und das russische Katastrophenschutzministerium mitteilten.

Chefarzt spricht von Notfallsituation

Das Brom befand sich demnach in flüssiger Form in Glasbehältern mit je fünf Litern in dem Güterwaggon. Von den insgesamt mehr als 2000 Gläsern zerbarsten nach Schätzungen acht bis zehn.

Brom

Brom ist ein chemisches Element und gehört zu den Halogenen. Es kann beim Menschen zu Organschäden sowie Schädigungen des Nervensystems führen.

Russlands oberster Amtsarzt Gennadi Onischtschenko sprach nach Angaben der Agentur Interfax von einer Notfallsituation.

Gereizte Augen und Schleimhäute

Viele Menschen hätten sich mit Atembeschwerden, Reizungen der Augen und Schleimhäute an Notfalldienste gewandt, sagte ein Mitarbeiter des Zivilschutzes.

Kindergärten seien evakuiert worden. Zum offiziellen Schulanfang mussten Feiern im Freien abgesagt werden, hiess es. Das Brom sollte nach offiziellen Angaben an einen chemischen Betrieb in die sibirische Altai-Region geliefert werden. Vermutlich zerbarsten die Glasbehälter bei Rangierarbeiten wegen unsachgemässer Lagerung.

Die Behörden warnen vor Panikmache. Sie versichern, der Waggon sei inzwischen ausserhalb der Stadt und die Situation unter Kontrolle.

(sda/buev)

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