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Bund schiebt Hooligan-Problem auf Kantone ab

Donnerstag, 1. September 2011, 18:06 Uhr, Aktualisiert 19:53 Uhr

Der zehnte nationale Runde Tisch zum Thema «Gewalt im Sport» fand am Donnerstag in Bern statt – und er war vorläufig auch der letzte auf nationaler Ebene. Der Sportminister Ueli Maurer liess mitteilen, dass mögliche Massnahmen jetzt lokal umgesetzt werden müssten.

Ueli Maurer: «Gewaltbereitschaft kommt gerade im Sport oft zum Ausdruck».

Es liege jetzt an den kantonalen und lokalen Behörden, selbst Lösungen zu suchen, die die Gewalt in den Stadien eindämmen könnten, sagte Maurer. In welche Richtung diese Lösungen gehen müssten, hat der Runde Tisch auf nationaler Ebene laut Maurer in zahlreichen Handlungsrichtlinien aufgezeigt. Dieser Runde Tisch solle deshalb in Zukunft nur noch bei Bedarf zusammenkommen.

Als Ergebnisse des Runden Tischs erwähnte Maurer etwa Mustervereinbarungen zwischen Klubs und Behörden, Regeln zum Alkoholkonsum in Stadien sowie zur Fan-Betreuung. Nicht gelöst seien die Fragen rund um die Fantransporte sowie zur Identifikation von gewalttätigen Fans.

Umstrittene Vorschläge der Kantone

Aus Sicht der Kantone, der SBB und des Bundesamts für Polizei sind die Resultate des Runden Tisch ungenügend. Sie hatten deswegen vor zehn Tagen ein Massnahmenpaket präsentiert, mit dem sie der Gewalt im Sport Herr werden wollen.

Diese Vorschläge, die in einem interkantonalen Konkordat festgeschrieben werden sollen, unterbreitete die Konferenz der kantonalen Polizeidirektoren (KKJPD) auch dem Runden Tisch. Die Medienkonferenz im Anschluss an die Sitzung zeigte, dass zwischen den Beteiligten aber noch kein Konsens besteht, welche umgesetzt werden sollen.

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Auslöser der öffentlichen Debatte um Hooliganismus in der Schweiz stand die sogenannte «Schande von Basel» am 13. Mai 2006. keystone

So äusserte sich der Präsident der Swiss Football League, Thomas Grimm, kritisch zur angestrebten allgemeinen Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der obersten Ligen. Diese würde bedingen, dass die Sportklubs mit den Behörden für jeden Match die Rahmenbedingungen ausarbeiten.

Bei Nichteinhaltung würde der Match annulliert und eine Forfait-Niederlage verhängt. Damit würde laut Grimm ein normaler Spielbetrieb verunmöglicht.

Einschätzungen von Bundeshausredaktor Adrian Arnold.

Roger Schneeberger, der Generalsekretär der KKJPD, bestreitet dies. Im Ausland sei die Bewilligungspflicht weit verbreitet. Im Übrigen sei es schon heute so, dass die Veranstalter mit der Polizei Auflagen festlegten.

Auch der Vertreter des Eishockeyverbandes, Marc Furrer, kritisierte verschiedene Vorschläge der Kantone. Den Vorschlag, für Gästefans bei Risikospielen obligatorisch die Anreise in einem Fanbus zu verlangen, lehnt er als «nicht praktikabel» ab.

(sda/rucf)

Kommentare aktiv...

P. Reichmuth, Zuchwil
(phreichmuth Mann)
Verfasst am: 2.9.2011 13:29

Wann reagieren die Fussball-Clubs?

Was ich bis jetzt in der ganzen Sache vermisse,... mehr

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P. D., Esslingen am Neckar
(Peterle Mann)
Verfasst am: 2.9.2011 8:15

Und ich dachte immer

Kantonübergreifende Probleme würden von Bern... mehr

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I. Ndlovu, Mbombela/NST
(Igwenya Mann)
Verfasst am: 2.9.2011 7:35

Hooliganismus ist Landfriedensbruch..

..das ist eine Bundesangelegenheit und muss... mehr

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