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Geldsegen dank Chinesen – trotz starkem Franken

Jürg Brandenberger
Mittwoch, 31. August 2011, 15:44 Uhr

Noch nie sind so viele chinesische Touristen in die Schweiz gereist wie in diesem Sommer. Ein Glück für Tourismusdestinationen wie Luzern und Interlaken, die so ihre Verluste durch den starken Franken mindern konnten. Denn kaum ein Chinese reist ab, ohne vorher eine teure Schweizer Uhr gekauft zu haben. Davon profitieren nicht nur die Uhrenhändler, sondern auch Hoteliers, Bergbahnen und die Reiseleiter.

Die «Rundschau» begleitet eine Reisegruppe aus Shanghai, die gerade einmal zwei Tage in der Schweiz verbringt. Viele der 47 Chinesen verwirklichen sich einen langgehegten Traum: Eine Shoppingtour durch verschiedene Uhrengeschäfte. «Noch vor wenigen Jahren waren es fast nur Generäle und Funktionäre, die in die Schweiz kamen, heute ist es vermehrt auch die Mittelschicht», sagt Jürg Kirchhofer, der 70 Prozent des Umsatzes seiner vier Uhrengeschäfte in Interlaken mit Chinesen macht.

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Das gute Geschäft mit den Chinesen: Tourismusorte in der Schweiz profitieren. sf

Für die zehntägige Reise durch die Schweiz und Frankreich bezahlen die chinesischen Gäste zwar nur gerade einmal  1900 Franken, wie die «Rundschau» zeigt. Das eingesparte Geld geben sie dafür beim Kauf edler Uhren aus. «Wir verkaufen so viele Luxus-Uhren, dass die Produktion hinterherhinkt», sagt Kirchhofer. «Wir könnten noch viel mehr verkaufen, ohne diese Lieferengpässe».

Die Reise ist deshalb so günstig, weil die chinesischen Reiseleiter bei jeder verkauften Uhr eine Kommission erhalten. Ein Geschäft, das für sie so rentabel ist, dass sie einen Teil der Kosten ihrer Gäste übernehmen.

Geldsegen für Jungfraubahnen

Doch nicht nur die Uhrenhändler profitieren von den chinesischen Touristen, auch die  Bergbahnen, allen voran die Jungfraubahnen. «40 Prozent unserer Gäste kommen aus Fernost, der Anteil der chinesischen Gäste wächst rasant», sagt Urs Kessler, Geschäftsführer der Jungfraubahnen. Auch hier hat der starke Franken keinen Einfluss auf die Zahl der chinesischen Touristen.

«Weil in der Region alles so nahe beieinander liegt, profitieren alle von diesen Gästen», sagt Kessler. «Die Chinesen fahren auf das Jungfraujoch. Und am Nachmittag sind sie in Interlaken beim Shopping, bevor sie am nächsten Tag mit dem Bus weiterfahren.» 

Sommerflaute ohne Chinesen

Die chinesische Reisegruppe, die die «Rundschau» begleitet, übernachtet im altehrwürdigen Hotel Terrace in Engelberg. Das Hotel ist zu 95 Prozent ausgebucht, mit Chinesen und Indern. Wer in der Hotellobby steht, könnte leicht vergessen,  dass er sich in der Zentralschweiz befindet.  

«Ohne diese Gruppen müssten wir das Hotel in der Sommersaison wohl schliessen», sagt Norbert Patt von der «Titlis Rotair», die sowohl das Hotel wie auch die Bergbahn auf dem Titlis betreibt. «Wir sind froh, dass wir frühzeitig auf diese Märkte gesetzt haben. Dank der Masse bleibt unser Geschäft rentabel.»

Eine Universitätsdozentin aus Shanghai, die sich eine 5000-fränkige Uhr gekauft hat, bringt es am Abend müde, aber glücklich auf den Punkt: «Die Reise hierher ist zwar günstig, das Shopping hingegen kann ins Geld gehen. Doch allein diese Uhr war die Reise in die Schweiz wert.»

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P. Jegerlehner, Ostermundigen
(bantiger Mann)
Verfasst am: 31.8.2011 17:50

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