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Schweiz

Zulassungsbeschränkungen für Deutsche an Schweizer Unis

Sonntag, 21. August 2011, 6:27 Uhr

Die Schweizer Universitäten reagieren jetzt mit einer Aufnahme-Bremse auf den Zustrom aus Deutschland. Sie führen auf das im September beginnende Herbstsemester Zulassungsbeschränkungen für Deutsche ein.

Neu müssen sie auch von einer deutschen Hochschule zugelassen sein, wie die Zeitung «Der Sonntag» schreibt. Für alle anderen deutschen Bewerber gilt ab sofort eine Noten-Guillotine.

Bild Sttudenten vor der Uni Zürich
Deutsche müssen neu einen sehr guten Notendurchschnitt haben um angenommen zu werden. keystone/symbolbild

Die Universitäten Zürich und Bern verlangen ein Abitur mit Notenschnitt 2, das entspricht in der Schweiz der Note 5. An den Universitäten Basel, Freiburg, Genf, Lausanne. Luzern und Neuenburg liegt die Aufnahmehürde bei der Mindestnote 2.5, ein Viereinhalber auf der Schweizer Notenskala.

Ausnahmen: Tessin und St. Gallen

Die verschärften Zulassungsbedingungen hat eine Arbeitsgruppe der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (Crus) erarbeitet. «Die Regelung steht im Licht der Qualitätssicherung», sagt Crus-Präsident Antonio Loprieno: «Wir sind offen für ausländische Studenten. Aber wir wollen nicht jeden, sondern die guten Leute.»

Keine Ausländerquoten

Obwohl die Universitäten nun verstärkt auf den Notenschnitt der ausländischen Studenten achten, gibt es bei den wenigsten eine eigentliche Ausländerquote. Nur die HSG hat den Ausländeranteil bisher auf 25 Prozent beschränkt. Lesesn Sie hier dazu mehr.

Die Universitäten führen die verschärften Zulassungsbedingungen schweizweit ein. Nur die Universität St. Gallen (HSG) und das Tessin haben anderslautenden Bestimmungen.

In Deutschland fehlen 50’000 Studienplätze

«In Deutschland gibt es für viele Fächer einen Numerus Clausus», sagt Thomas Tschümperlin vom Rektoratsdienst der Universität Zürich: «Mit den neuen Zulassungsbedingungen wollen wir verhindern, dass wir zur Ausweich-Universität für jene Studierenden werden, die in Deutschland die Voraussetzung für einen Studienplatz nicht erfüllen.»

Der Druck auf die Schweiz wird sich wegen doppelten Abiturjahrgängen und der Aussetzung der Wehrpflicht weiter verstärken. Derzeit fehlen in Deutschland noch 50’000 Studienplätze. An der Universität Zürich erhöhten sich die Anmeldungen von Deutschen gegenüber dem Vorjahr bereits um 20 Prozent.

(sf/weis)