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Bröckelnde Schweizer Neutralität beim Berliner Mauerbau

Adrian Arnold
Donnerstag, 11. August 2011, 19:17 Uhr

Vor 50 Jahren nahm der Kalte Krieg seinen zynischen Auftakt. In Berlin ist mit dem Bau der Mauer begonnen worden. Die offizielle Haltung der Schweiz ist durch eine freie Schweizer Forschungsgruppe untersucht worden. Ihr Ergebnis: Die Haltung der Schweiz war wenig neutral.

Bild Ein Arbeiter steht auf der oberen Mauerkante und legt Backsteine hin.
Fast dreissig Jahre galt die Berliner Mauer als Manifest eines ideologischen Grabens. keystone / archiv

Der Schweizer Historiker Sacha Zala und sein achtköpfiges Team haben tausende von Dokumenten gesammelt und analysiert. Verfasst haben die Dokumente Schweizer Diplomaten in Berlin. Vor 50 Jahren.

Der Historiker Sacha Zala. (südostschweiz.ch / archiv)
«Die Schweiz hatte Angst, dass diese Geldzahlungen an die rund 3000 in Ostberlin lebenden Schweizer von den DDR-Behörden konfisziert würden.»
Sacha Zala, Historiker

Das erste Telegramm aus Berlin traf am 14. August 1961 um 12.10h ein (siehe PDFs von Originaldokumenten der diplomatischen Vertreter in Berlin). Dabei rapportierte ein Mitglied der Schweizer Delegation: «Seit Sonntag früh befindet sich Ostberlin virtuell in einem Belagerungszustand... habe vorsichtshalber vorläufig Auszahlungen von AHV-Beiträgen an Ost-Schweizer sistiert.»

«Die Schweiz hatte Angst, dass diese Geldzahlungen an die rund 3000 in Ostberlin lebenden Schweizer von den DDR-Behörden konfisziert würden» sagte der Historiker Sacha Zala zur «Tagesschau».

Den Deutschen politische Apathie vorgeworfen

Auffallend ist die pro-westliche Haltung der Schweizer Delegation in Berlin. In mehreren Briefwechseln und diplomatischen Notizen kritisierten sie die apathische Haltung der Bürger und Politiker der Bundesrepublik Deutschland und werfen ihr vor, Berlin als Vorposten der Freiheit kampflos aufzugeben.

«Dass für den Bundesdeutschen heute nur sein Gehalt, sein Arbeitsplatz und seine Ferien wichtig sind, passt in das Bild der politischen Apathie» lautet die Passage aus einem Brief an den Bundesrat in Bern.

Wissen, wohin man gehört

Der damalige Schweizer Bundesrat Friedrich Traugott Wahlen hat diese pro-westliche Haltung den Botschaftern der Westmächte in mehreren Gesprächen mitgeteilt. «Damit hat sich die neutrale Schweiz überraschend klar und deutlich positioniert», erläutert Historiker Zala, «es war wichtig für die Alliierten, zu wissen, wie es mit der Schweiz steht, dass die Schweiz sich wirtschaftlich und latent militärisch ins westliche Lager einordnete.»

Auch die Bilder, die damals das Schweizer Fernsehen in die Stuben sendete, waren von düsterem Charakter.

Düstere Bilder aus Berlin (Tagesschau 14.8.1961 / unkommentiert)

Der Mauerbau hat Ost und West mehr denn je geteilt. Und die neutrale Schweiz dazu veranlasst in den Zeiten des Kalten Krieges ihren Platz in der Welt kundzutun.

Kommentare aktiv...

S. Lamprecht, Eglisau
(Verteidiger Mann)
Verfasst am: 12.8.2011 21:39

Ich hätte lieber...

eine Studie darüber wie sich die CH-Sozis... [1]  mehr

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S. Gallo, Beinwil am See
(Donbone Mann)
Verfasst am: 12.8.2011 13:20

Oh Nein!!!

...schon wieder ein grauenhaft dunkles Geheimnis... mehr

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J. Sand, Zürich
(juergsand Mann)
Verfasst am: 12.8.2011 12:58

Ich frage mich,

was soll diese Studie und noch mehr, was wird... mehr

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