Vermischtes
Zwei Gemeinden – zwei Welten: Atomkraft gegen Solarpower
Moderatorin Sonja Hasler besucht in der dritten Folge der «Rundschau»-Sommerserie Döttingen und St. Antönien. Die Aargauer Gemeinde Döttingen lebt seit 40 Jahren mit und vom Atomkraftwerk Beznau. Ganz anders St. Antönien im Kanton Graubünden: Die abgelegene Berggemeinde setzt in Zukunft voll auf Solarenergie. Hier soll das grösste Solarkraftwerk der Schweiz entstehen. Welcher Geist herrscht in den beiden Gemeinden?
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«Ich fühle mich sicher hier – auch nach Fukushima», sagt der alteingesessene Döttinger Herbert Schneider, der die «Rundschau» durch das Dorf führt, mit Blick auf die beiden Reaktoren in seiner Gemeinde: «Wir kennen die Leute, die hier arbeiten. Die wären alle nicht hier, wenn Beznau ein Pulverfass wäre.»
Döttinger stehen zu ihrem Kernkraftwerk
Die Einwohner von Döttingen profitieren wirtschaftlich stark vom Kernkraftwerk. Rund ein Drittel der Steuereinnahmen kommt vom Kernkraftwerkbetreiber Axpo. Die Gemeinde hat den tiefsten Steuerfuss im Kanton Aargau. Viele der Bewohner heizen ihre Häuser kostengünstig mit der Abwärme vom Kernkraftwerk und erhalten von der Axpo regelmässig Geld für die Vereine. «Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen», sagt der pensionierte Bankangestellte Herbert Schneider: «Sie brauchen uns, und wir brauchen sie.»
Als das Kernkraftwerk vor 40 Jahren gebaut wurde, wussten viele nicht, was es bedeutet, ein Kernkraftwerk in der Gemeinde zu haben. Heute stehen die Döttinger zum Kernkraftwerk und hoffen, dass der Entscheid zum Atomausstieg widerrufen wird.
Lawinenverbauungen mit Solarpanels
St. Antönien dagegen, eine abgelegene Bündner Berggemeinde mit 360 Einwohnern, ist von Abwanderung betroffen und stark lawinengefährdet. Die Tourismuseinnahmen sind bescheiden, es fehlt das Geld für die Instandhaltung der Lawinenverbauungen. Gemeindepräsident Heinz Rieder: «Wir mussten uns etwas einfallen lassen, deshalb setzen wir jetzt auf Solarstrom».
Rieder weiter: «Wir haben seit den 1950er-Jahren mehrere Kilometer Lawinenverbauungen. Die wollen wir jetzt doppelt nutzen, indem wir die Stahlträger mit Solarpanels bestücken.»
«Grüne sind wir nicht, aber offen für Neues»
Die Einwohner von St. Antönien stehen zum innovativen Projekt, obwohl es ein Abenteuer ist. Es wird 20 Millionen Franken kosten, noch läuft die Suche nach Investoren. Ob das Solarkraftwerk überhaupt funktioniert und rentiert, soll eine Testinstallation zeigen. Die Voraussetzungen dafür sind gut: «Wir haben überdurchschnittlich viele Sonnentage hier und gute Erfahrungen gemacht mit kleinen Solarpanels auf vielen Hausdächern hier im Tal», sagt Landwirt Erwin Engel.
«Grüne sind wir nicht», heisst es am Stammtisch im Dorf, «aber offen für Neues.»
Die Bewohner der Atomkraftwerkgemeinde Döttingen sehen – trotz allem – immer noch als Winzerdorf und sind stolz auf den eigenen Wein aus ihren Rebbergen. Zumindest bei ihm setzen die Döttinger auch auf Sonnenenergie.
Mehr zu diesem Thema erfahren Sie heute Abend in der «Rundschau» um 20.55 Uhr auf SF1.
(buev)
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G. bossert, Safenwil
)
(fama
Verfasst am: 27.7.2011 21:04
BRAVO Döttingen ....
Starr, stur und unbewusst steuert der Aargauer... [1] mehr
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