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Katastrophe in Japan

Japan will Abhängigkeit vom Atomstrom beenden

Mittwoch, 13. Juli 2011, 14:18 Uhr

Vier Monate nach der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima plant die japanische Regierung offensichtlich eine Kehrtwende in ihrer Energiepolitik. Premierminister Naoto Kan kündigte an, Japan wolle in «Etappen» aus der Atomkraft aussteigen.

Bild AKW Fukushima.
Nach den Ereignissen in Fukushima überdenkt Japans Regierung nun ihre Atompolitik. keystone

«Wir müssen eine Gesellschaft entwickeln, die auf Atomenergie verzichten kann», sagte Kan in Tokio. Einen genauen Zeitplan gab der Regierungschef jedoch nicht an, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Der Plan würde eine Abkehr von der früheren Regierungslinie darstellen.

Derzeit 35 von 54 AKW stillgelegt

Japan bezieht zurzeit etwa 30 Prozent der Energie aus Atomkraft und hatte vor der Atomkatastrophe geplant, diesen Anteil bis zum Jahr 2030 auf 53 Prozent zu erhöhen. Kan hat sich bereits in den vergangenen Wochen für eine Verringerung des Anteils der Atomenergie ausgesprochen.

Als Folge der Natur- und Atomkatastrophe leidet das Land derzeit unter einer massiven Stromknappheit. Kan äusserte sich überzeugt, dass die japanische Wirtschaft in Folge von Energie-Einsparungen und dezentraler Stromversorgung die Energieengpässe in diesem Sommer meistern werde. Von den insgesamt 54 Atomkraftwerken sind derzeit 35 stillgelegt.

Am 11. März hatte ein Beben der Stärke 9,0 und eine nachfolgende Tsunamiwelle im Nordosten Japans verheerende Schäden angerichtet. Durch die Naturgewalten war im Atomkraftwerk Fukushima die grösste Atomkatastrophe seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl vor 25 Jahren ausgelöst worden.

(sda/hesa)