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Schweiz

Simplontunnel: Letzter Güterwagen geborgen

Dienstag, 12. Juli 2011, 22:34 Uhr

Die schwierige Bergung der zehn ausgebrannten Güterwagen aus dem Simplontunnel ist beendet. Die SBB holte den letzten Wagen am vergangenen Freitag aus dem Tunnel – einen Monat nach dem Brand. Nun beginnen die Reparaturarbeiten am beschädigten Tunnel.

Bild Güterzug, auf dem die Überreste des verbrannten Zuges erkennbar sind.
Der letzte Wagen des Unglückzugs aus dem Simplontunnel ist geborgen: Nun beginnen die Sicherungsarbeiten. keystone

Nach den Sicherungsarbeiten lasse sich analysieren, wie stark die Infrastruktur und die Gleise im Tunnel beschädigt seien.

Die SBB klärt ab, ob sich die Reparaturarbeiten mit anstehenden Sanierungsarbeiten im kommenden Jahr verbinden lassen. Die Entscheidung solle in den nächsten Tagen fallen. Der Entscheid hänge davon ab, wie stark die Infrastruktur und die Gleise beschädigt seien, sagte Revaz. Wie teuer die Reparatur sein wird, ist noch nicht bekannt.

Die Bergung der ausgebrannten Wagen gestaltete sich schwierig: Die Verhältnisse im Tunnel waren eng und die Temperaturen hoch. Die Wagen mussten zersägt und auf einer Spezialvorrichtung 16 Kilometer weit nach Brig transportiert werden. Ausserdem mussten die verbrannten Güter wie Kühlschränke geräumt werden.

Untersuchung läuft

Am 9. Juni war aus bis heute ungeklärten Gründen ein BLS-Güterzug im Simplontunnel in Brand geraten. Niemand wurde beim Unglück verletzt, der Schaden am Tunnel ist aber beträchtlich. Seither ist der Bahnverkehr am Simplon empfindlich gestört.

Es sei nicht sicher, ob die genaue Ursache für den Brand festgestellt werden könne, sagte Walter Kobelt, der Leiter der Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe des Bundes (UUS). Mit Resultaten rechne er in einigen Wochen. Eines sei aber bereits sicher: Es handle sich um einen Unfall und keinen kriminellen Akt.

Verantwortlich für die Untersuchung sind die italienischen Behörden, weil der Brand auf italienischem Boden ausbrach. Am Freitag begehen die Behörden aus der Schweiz und Italien gemeinsam die Brandstelle im Tunnel.

(sda/muei)