Inhalt

Krise im Euro-Land

Italien ist das neuste Sorgenkind der EU

Montag, 11. Juli 2011, 11:28 Uhr, Aktualisiert 12.07.2011, 0:14 Uhr

Nach Irland, Portugal und Griechenland jetzt auch noch Italien: Die Liste der Problemländer in der Eurozone wird immer länger und löst immer grössere Nervosität aus. Spitzenvertreter der EU, der Europäischen Zentralbank und die Finanzminister der Euroländer haben sich in Brüssel getroffen und die Lage erörtert. Die Situation sei extrem heikel, sagt SF-Korrespondent Jonas Projer in Brüssel.

Videoplayer
Italien in der Krise? (10vor10, 11.07.11)
Einschätzungen von Jonas Projer in Brüssel und Philipp Zahn in Rom

Die Risikoaufschläge für die italienischen Staatsanleihen hatten in letzter Zeit stark zugenommen. Mit Italien droht die Schuldenkrise in der Eurozone eine neue Dimension anzunehmen.

Falls nun auch Italien in Finanzierungsschwierigkeiten geraten würde, wäre dies ein viel grösseres Problem als die Situation in Griechenland, sagt SF-Korrespondent Jonas Projer in Brüssel. «Griechenland, Portugal und Irland waren für die Eurozone zu bewältigen. Italien wäre aber mit dem bisherigen Rettungsschirm nicht zu retten», so Projer weiter.  

Rettungsschirm reicht möglicherweise nicht mehr

Die Europäische Union wolle um jeden Preis verhindern, dass eine grosse Volkswirtschaft wie Italien oder Spanien von der Schuldenkrise angesteckt werde, sagt SF-Korrespondent Projer. «Aber genau das droht nun. Italien rückt diese Woche ins Zentrum der Aufmerksamkeit».

Philipp Zahn, Korrespondent in Rom, gibt der Überheblichkeit der italienischen Politik die Schuld, dass es bisher nicht gelungen ist, Vertrauen in die Italiens Wirtschaft zu schaffen. «Italien müsste endlich strukturelle Reformen angehen», erklärt Zahn in der «Tagesschau». Die Staatsausgaben müssten gesenkt werden, das heisst die enorme Bürokratie müsste eingeschränkt werden. Zudem sei eine Steuerreform nötig, so Zahn weiter.

Merkel fordert Sparhaushalt

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat inzwischen auf die drohende Krise in Italien reagiert. Sie forderte die Italiens Regierung auf, schnell einen Sparhaushalt zu verabschieden. Dies wäre ein ganz wichtiges Signal, betonte sie.

Merkel fordert von Italien Haushaltskonsolidierung

Sie habe am Sonntag mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi über die Notwendigkeit der Haushaltssanierung telefoniert, sagte Merkel. Zugleich betonte sie: «Ich habe festes Vertrauen, dass die italienische Regierung genau einen solchen Haushalt auch verabschieden wird.»

Italien ist die drittgrösste Volkswirtschaft in der Europäischen Union. Nach Griechenland ist Italien, gemessen an der Wirtschaftsleistung, das am meisten verschuldete Land der Eurozone.

(dpa/reuters/red)

Kommentare aktiv...

P. von Kampen, Starnberg
(von_Kampen Mann)
Verfasst am: 12.7.2011 15:44

Deutschland hat den Euro falsch eingeführt.

Leider waren es wir Deutsche die den Euro zu dem... mehr

Zustimmen — 39 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 2 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

H. Wach, Luzern
(sfpluto1 Mann)
Verfasst am: 12.7.2011 0:05

Weder der Euro noch die EU sind das Hauptproblem

Nach dem Untergang der... mehr

Zustimmen — 8 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 6 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

M. Mèchant, Grosses-Euroland
(gustav.eu Mann)
Verfasst am: 11.7.2011 23:02

@Rösli: Sie wissen herzlich wenig und können

nicht mal EU und EURO-Zone auseinanderhalten. Da... mehr

Zustimmen — 4 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 36 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.