Vermischtes
Zugüberfall in Wildwestmanier auf Deutsche Bahn
Eine Gruppe junger Krimineller hat einen Güterzug der Deutschen Bahn überfallen. Die etwa 20 vermummten Täter blockierten in der französischen Hafenstadt Marseille mit Einkaufswagen und Stahlträgern eine Gleisstrecke. Nachdem eine Regionalbahn in die Hindernisse gekracht war, plünderte die Bande drei Waggons.
Der Zug gehört der Bahn-Tochter Euro Cargo Rail. «Vermutlich wollten die Täter eigentlich nur unseren Zug stoppen», sagte eine Sprecherin. Zum Glück habe es keine Toten und Verletzten gegeben.
Mehrere ähnliche Attacken in Frankreich
Über die geraubten Waren wollte Euro Cargo Rail keine genaueren Angaben machen. Sie seien aber von geringem Wert gewesen, einfache Verbrauchsgüter. Gerüchte, dass es sich um elektronische Geräte gehandelt haben könnte, seien falsch.
Die 26 Fahrgäste des in die Barrikade gekrachten Zuges wurden nach Angaben der französischen Bahn mit Ersatzfahrzeugen an ihr Ziel gebracht. Der Regionalexpress wurde durch den Aufprall so stark beschädigt, dass er nicht mehr weiterfahren konnte. Die Fahndung nach den Tätern blieb zunächst erfolglos. «Das ist ein schwerer gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr. Da steht Gefängnis drauf», kommentierte ein Sprecher der Deutschen Bahn.
Nach Angaben der Bahn-Tochter Euro Cargo Rail sind Vorfälle wie der in der Hafenstadt Marseille äusserst selten. Aus Frankreich wurden aber bereits mehrfach ähnliche Attacken gemeldet. So erbeuteten Räuber 2008 ebenfalls in Marseille Computerzubehör. 1985 raubten Unbekannte aus einem Güterzug Geldmünzen im Gegenwert von heute rund 100'000 Euro.
Berühmter Raub 1963
Der wohl bekannteste Zugraub der Geschichte ereignete sich 1963 in Grossbritannien. Damals überfiel Ronnie Biggs zusammen mit mehreren Komplizen den Postzug London-Glasgow.
Die Täter erbeuteten seinerzeit 2,6 Millionen Pfund, was nach heutigen Massstäben umgerechnet rund 43 Millionen Euro wären. Obwohl sie dem Zugführer Jack Mills eine Eisenstange auf den Kopf schlugen und der sich nie wieder von der Verletzung erholen sollte, galt die Tat eher als romantische Räuber-Anekdote denn als schweres Verbrechen.
(dpa/fasc)






