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Naturgefahren: Die Schweiz bekommt ein einheitliches Alarmsystem

Montag, 27. Juni 2011, 16:58 Uhr

Ob Unwetter, Hochwasser, Waldbrände, Lawinen oder Erdbeben: Vor Naturgefahren warnt der Bund künftig über Radio und Fernsehen. Im Ereignisfall müssen die Stationen neu eine offizielle und einheitliche Warnung senden. Das ist die Konsequenz nach dem Jahrhundert Hochwasser von 2005. Mit diesem Alarmsystem hätten damals Schäden in Millionenhöhe verhindert werden können.

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Die Warnung wird mit gleichem Text, gleicher Karte und gleichen akustischen und optischen Erkennungsmerkmalen verbreitet. «Mit geringem Aufwand Leben retten und Schäden begrenzen,» nannte Willi Scholl, Direktor des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS),  das Ziel der Warnung.
 
Alle Beteiligten im Boot
 
Nach dem schweren Hochwasser im Sommer 2005 hatten Bundesrat und Parlament eine bessere Alarmierung der Bevölkerung gefordert. Beim Hochwasser waren sechs Menschen ums Leben gekommen; die Sachschäden beliefen sich auf rund 3 Milliarden Franken.

Neues Warnsystem für Naturgefahren (Tagesschau, 27.06.2011, 19.30 Uhr)

 
Gemäss Studien fallen Hochwasserschäden 20 Prozent geringer aus, wenn die Bevölkerung rechtzeitig gewarnt und informiert wird. Beim Hochwasser von 2005 zum Beispiel wären die Schäden rund 600 Millionen tiefer ausgefallen.
 
Grundlage des neuen Systems ist die Totalrevision der Alarmierungsverordnung, die seit Anfang 2011 in Kraft ist. Es sei gelungen, alle Beteiligten ins Boot zu holen, sagte Scholl: die Fachstellen des Bundes, das Bundesamt für Kommunikation, die Radio- und TV-Veranstalter und die Einsatzorgane der Kantone.
 
Verbreitungspflichtig
 
Die elektronischen Medien – SRG und konzessionierte private Stationen – sind verpflichtet, Warnhinweise kostenlos zu verbreiten. Dies ist der Fall, wenn die erwartete Gefahr auf einer Fünferskala die obersten Stufen «gross» oder «sehr gross» erreicht. Für den Inhalt der Meldungen sind die Bundesstellen verantwortlich.
 
Die Radio- und TV-Sender müssen die Meldungen je nach Dringlichkeit 30 Minuten bis zwei Stunden nach Eingang senden, in der Regel im Umfeld einer Nachrichtensendung. Die Warnungen müssen danach zwei Mal wiederholt werden.
 
Radio und Fernsehen sind nach Auffassung der Beteiligten trotz Internet und Mobiltelefonie die besten Wege, um Warnungen vor Naturgefahren sicher und rasch zu verbreiten. SMS-Dienste und Internet-Plattformen würden ergänzend für weitere Informationen genutzt, sagte Kurt Münger, Kommunikationschef des BABS.
 
Information auf www.naturgefahren.ch
 
In den vergangenen Monaten haben Bundesbehörden und Medien das konkrete Alarmierungssystem ausgearbeitet. Dieses Jahr ist noch ein Übergangssystem von MeteoSchweiz in Betrieb. Ab 2012 werden die Warnungen dann durch die Nationale Alarmzentrale (NAZ) koordiniert.
 
Gebündelte Information bieten verschiedene Bundesstellen über www.naturgefahren.ch auch im Internet an. Am Alarmsystem beteiligt sind das Bundesamt für Umwelt, MeteoSchweiz, das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) und der Schweizerische Erdbebendienst an der ETH Zürich.

(sda/blur)

Kommentare aktiv...

H. Bernoulli, Zürich
(hbernoulli Mann)
Verfasst am: 27.6.2011 21:18

Wieder eine Leistung der Allgemeinheit

welche den Menschen hilft. Vermögenswerte zu... mehr

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T. Ceskutti, Kloten
(Thc60 Frau)
Verfasst am: 27.6.2011 17:48

Naturgefahren?

Und bei einem AKW-Defekt ?... da warnen wir... mehr

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