Schweiz
Auch der Aargau unterstützt den Atomausstieg
Der Regierungsrat des AKW-Standortkantons Aargau trägt den vom Bundesrat und Nationalrat beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie mit. Der Regierungsrat will auf Cleantech setzen und sieht für die Energiebranche im Aargau gute Chancen.
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Der Regierungsrat unterstütze die Strategie, die Stromversorgung der Schweiz ohne Ersatz der bestehenden Kernkraftwerke sicherzustellen, sagte Landammann Urs Hofmann (SP) vor den Medien in Aarau. Der Bundesrat habe zu Recht rasch entschieden.
Der Aargau wolle die Neuausrichtung als «Chance» wahrnehmen und sich auch in Zukunft als Energiekanton der Schweiz positionieren, hielt Hofmann fest. «Wir wollen nicht einfach jammern.»
Regierungsratsentscheid spaltet die Parteien
Die Stromversorgung der Schweiz müsse langfristig auf Technologien abgestützt sein, die von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert würden, heisst es in der Standortbestimmung des Regierungsrates. Der Ersatz der bestehenden AKW sei nicht mehrheitsfähig.
Der Wille des Regierungsrates spaltet jedoch die Parteien. Während die FDP die Regierung harsch kritisiert, ist die SP erfreut über den Entscheid. Ebenfalls zu Wort meldete sich die CVP. Sie will am Samstag weiter über die Energiepolitik beraten, hatte sich aber im Kantonsparlament stets mehrheitlich hinter die Atomenergie gestellt.
Aargau will Position markieren
Der Regierungsrat hatte nach der Atomkatastrophe in Japan eine Standortbestimmung vorgenommen. Der Aargau habe jetzt bewusst Position beziehen und nicht weitere politische Entscheide auf Bundesebene abwarten wollen, hiess es.
Hofmann und der für Energiefragen zuständige Regierungsrat Peter C. Beyeler (FDP) vermieden vor den Medien jedoch das Wort «Ausstieg». Bislang hatte sich die Regierung klar hinter die Atomenergie gestellt.
Aargau mit dem ersten AKW der Schweiz
Die Exekutive setzt sich aus je einem Vertreter von FDP, SVP, CVP, SP und der Grünen zusammen. Die bürgerliche Mehrheit des Kantonsparlamentes hatte im März eine von SP und Grünen geforderte Standesinitiative zum AKW-Ausstieg abgelehnt.
Im Aargau stehen drei der fünf Schweizer Atomkraftwerke. Mit dem Reaktor Beznau I ging in Döttingen 1969 das erste AKW der Schweiz ans Netz. Das AKW Leibstadt wurde 1984 als letzte Anlage in Betrieb genommen.
Chancen für Energiebranche
Die drei AKW im Aargau weisen gemäss Regierungsrat rund 1050 Arbeitsplätze auf. Insgesamt würden 2000 bis 3000 Arbeitsplätze direkt mit der Atomenergie zusammenhängen. Die schrittweise Stilllegung führe zum Wegfall von Arbeitsplätzen.
Hofmann gab sich zuversichtlich, dass die Nachteile mittelfristig aufgefangen werden können. Die auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz ausgerichtete Strategie des Bundes könne zu positiven Effekten für die Wirtschaft im Aargau führen.
Aargau will stark berücksichtigt werden
«Der Aargau muss die sich ihm bietenden Chancen konsequent nutzen und nicht einfach abwarten», sagte der Landammann. Mit der starken Energiebranche habe der Kanton hervorragende Voraussetzungen.
Der Kanton erwartet daher vom Bund, dass er bei der regionalen Umsetzung des Cleantech-Masterplans vorrangig berücksichtigt wird.
(sda / kunb)
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