Session
Die lange Geschichte der «Abzocker»-Debatte
Anfang 2008 hat der Thomas Minder, Besitzer der Kosmetik-Firma Trybol, seine «Volksinitiative gegen die Abzockerei» eingereicht. Seither zieht sich die Diskussion über die Vorlage, die Exzessen bei Manager-Löhnen entgegen wirken soll, durch die beiden Parlamentskammern, den Bundesrat und die Kommissionen. Lesen Sie hier eine Übersicht über die bisherigen Beratungen.
(sf/buet)
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Minder prangert hohe Manager-Löhne an
Unternehmer und Trybol-Besitzer Thomas Minder kritisiert in offenem Brief an den Bundesrat die Bereicherung von Managern durch überrissene Kaderlöhne. Er fordert die Regierung auf, eine Aktienrechts-Revision anzugehen, um den Exzessen vorzubeugen.
«Abzocker-Initiative» angekündigt
Im Sommer 2006 kündigt Thomas Minder seine «Volksinitiative gegen die Abzockerei» an. Mit der Vorlage will der KMU-Besitzer gegen Lohnexzesse in der Teppich-Etage vorgehen.
Initiative wird eingereicht
Am 26. Februar 2008 – am Tag vor der UBS-GV – reicht Thomas Minder seine «Initiative gegen die Abzockerei» bei der Bundeskanzlei ein. Er und seine Unterstützer haben gegen 120'000 Unterchriften gesammelt.
Bundesrat legt Botschaft vor
Am 5. Dezember 2008 legt der Bundesrat seine Botschaft zur «Abzocker-Initiative» vor. Damit präsentiert er auch einen indirekten Gegenvorschlag in Form einer Revision des Aktienrechts.
Ständerat lehnt Initiative ein erstes Mal ab
Bei seiner ersten Debatte über die «Abzocker-Initiative» lehnt der Ständerat die Vorlage am 11. Juni 2009 mit 26 zu 10 Stimmen klar ab. Er votiert stattdessen für den indirekten Gegenvorschlag, den er jedoch stark abändert.
Rechtskommission des Nationalrats sagt Ja
Am 20. November 2009 bekundet die Rechtskommission des Nationalrats ihre Unterstützung für die «Abzocker-Initiative». Sie stimmt dem Volksbegehren knapp mit 10:9 Stimmen zu.
Blocher und Minder vereinbaren Zusammenarbeit
SVP-Chefstratege Christoph Blocher und Thomas Minder vereinbaren ein gemeinsames Vorgehen: Minder zieht seine Initiative zurück, wenn das Aktienrecht nach Vorschlägen der SVP verschärft wird.
Nationalrat setzt auf direkten Gegenvorschlag
Bei seiner Debatte über die «Abzocker-Initiative» beschliesst der Nationalrat am 17. März 2010, die Vorlage vom indirekten Gegenvorschlag des Bundes abzukoppeln. Stattdessen setzt die grosse Kammer auf einen direkten Gegenvorschlag, der Unternehmen mehr Handlungsspielraum lässt.
Ständerat verlängert Bearbeitungsfrist
Die kleine Kammer beschliesst, die Frist für die Beratung der «Abzocker-Initiative» zu verlängern. Er will so mehr Zeit gewinnen, um sich den Anliegen der Vorlage anzunehmen.
Auch Nationalrat nimmt sich mehr Zeit
Am 2. Juni 2010 weicht der Nationalrat von seiner ursprünglichen Haltung ab. Er verzichtet nun auf einen direkten Gegenvorschlag und setzt stattdessen auf einen indirekten Gegenvorschlag. Diese soll von der Rechtskommission des Ständerats ausgebarbeitet werden.
Ständerat für eigenen Gegenvorschlag
Am 14. Dezember stimmt der Ständerat mit 36 zu 0 Stimmen für den indirekten Gegenvorschlag, den seine Rechtskommission ausgearbeitet hat. Über die Bonussteuer wird noch nicht entschieden.
Ständerat präzisiert seinen Gegenvorschlag
Am 16. Dezember 2010 debattiert der Ständerat nochmals über die «Abzocker-Initiative». Dabei beschliesst er eine Bonussteuer für Boni über 3 Millionen Franken.
Nationalrat votiert für eine weitere Runde
Am 9. März 2011 debattiert der Nationalrat über die Gegegenvorschläge zur «Abzocker-Initiative» des Ständerats. Einen ersten Vorschlag weist er an die Kommission zurück, auf einen zweiten tritt er gar nicht erst ein.
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