Schweiz
EHEC-Erreger: Kaum spanische Gurken in Schweizer Läden
In der Schweiz stehen wegen des grossen inländischen Angebotes kaum mehr spanische Gurken zum Verkauf. Auch Früchte oder Gemüse aus Norddeutschland gibt es hierzulande nicht zu kaufen. Dies zeigt eine Umfrage bei den Grossverteilern. Laut BAG wurden in der Schweiz bisher auch keine Fälle von Infektionen verzeichnet.
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«Wir führen im Moment hauptsächlich Gemüse aus der Schweiz», sagte Migros-Sprecher Urs Peter Naef. Gurken aus Spanien seien nicht im Angebot. Spanische Tomaten wiederum würden aus Hors-Sol-Produktion stammen und seien unproblematisch, weil nicht mit Gülle gedüngt. Bei der Migros würden deshalb keine Massnahmen ergriffen.
Dank des warmen Frühlings könne man derzeit auf ein breites Angebot von Gemüsen und Früchten aus der Schweiz zurückgreifen, sagte Naef. Auf Konkurrenz aus dem Ausland hingegen werde derzeit ein hoher Zoll erhoben, ausserdem gebe es Kontingente. Aus Norddeutschland habe die Migros keine Gemüse im Angebot.
Vermehrte Stichproben
Coop hat einen sofortigen Verkaufsstopp von spanischen Gurken verfügt, wie Coop-Sprecher Urs Meier sagte. Allerdings stamme der grösste Teil der im Verkauf stehenden Gurken bereits seit zwei Wochen aus der Schweiz. Weiter werde Coop nun verstärkt Stichproben bei Früchten und Gemüsen vornehmen.
Aus Deutschland habe Coop zurzeit einzig Spargeln und Meerrettich im Angebot - allerdings stammten diese aus Süddeutschland. Vom Spargellieferanten habe Coop die Information erhalten, dass die Spargeln nur mit Mineraldünger - und nicht mit Jauche oder Stallmist - gedüngt wurden.

Spanische Gurken mit gefährlichem Darmkeim
Das Hamburger Hygiene-Institut hat Salatgurken aus Spanien als Träger der gefährlichen EHEC-Erreger identifiziert. Das Agrarministerium in Madrid wollte sich nicht zu dem Fund äussern. Weiter...
Auch die Schweizer Ableger des deutschen Discounters Lidl verkaufen keine Gurken aus Spanien, und auch keine aus Deutschland. Anderes Import-Gemüse komme als Träger des EHEC-Erregers nicht in Frage, sagte Lidl-Sprecherin Paloma Martino. Massnahmen seien bei Lidl deshalb keine geplant.
Der Discounter Aldi führt «diese Woche» ebenfalls keine spanischen Gurken im Angebot, wie Aldi-Sprecher Sven Bradke sagte. Aufgrund der neuen Entwicklung werden bei importiertem Gemüse nun aber vermehrt Stichproben durchgeführt.
BAG führt Abklärungen durch
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) teilte mit, dass in der Schweiz bisher keine gehäuften Infektionen durch EHEC-Bakterien verzeichnet wurden. Auch stehe keine Infektion im Zusammenhang mit dem Ausbruch in Deutschland. Trotzdem rät das BAG, rohes Gemüse und Früchte vor dem Konsum zu waschen oder zu schälen.
Nach den neusten Erkenntnissen in Deutschland lässt das BAG abklären, ob aus der gleichen spanischen Produktion auch Gurken in die Schweiz gelangt sind. Die Verunreinigung mit den gefährlichen Bakterien könnte allerdings auch bei der Weiterverarbeitung in Deutschland passiert sein - etwa beim Waschen oder beim Einpacken in eine Plastikfolie, sagte BAG-Sprecher Roland Charrière.
Nach Angaben des ECDC, des European Centre for Disease Prevention and Control, ist der Ausbruch weiterhin auf Deutschland beschränkt und es gibt keine Hinweise, dass möglicherweise kontaminierte Lebensmittel ausserhalb Deutschlands verbreitet wurden.
(sda/bag/stom)
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