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Der Bär pirscht sich wieder an die Schweiz heran

Lukas Schneider
Freitag, 20. Mai 2011, 13:06 Uhr

Die Schweiz dürfte dieses Jahr wieder Bären-Besuch bekommen. Schon vor 14 Tagen wurde ein Tier nur rund 10 Kilometer von der Grenze entfernt im Südtirol gesichtet. Welcher Bär auch immer kommt: Zu wünschen ist ihm, dass er sich zu benehmen weiss.

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Er hätte eigentlich erwartet, dass bereits das jüngst gesichtete Tier die Grenze überquere, sagt Georg Brosi vom Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden zu «tagesschau.sf.tv». Doch offenbar hat das nicht näher identifizierte Tier es sich anders überlegt. Seit 14 Tagen gibt es auch aus dem Gebiet um die Stadt Glurns, wo die Sichtung stattfand, keine Beobachtungen mehr.

Die letzte in der Schweiz geschossene Bärin (im Bärenmuseum in S-charl im Unterengadin).

100 Jahre keine Bären mehr

Am 1. September 1904 wird der letzte Bär der Schweiz erlegt. Danach bleibt die Schweiz ein Jahrhundert lang «bärenfrei». Im Sommer 2005 dann der Beweis: Der Bär ist zurück in der Schweiz. JJ2 oder «Lumpaz», wie er genannt wurde, löst ein gewaltiges Medienecho aus.

Dennoch: Ein oder vielleicht gar mehrere Bären dürften dieses Jahr in die Schweiz kommen, ist Brosi überzeugt. Nur schon, weil es im angrenzenden Südtirol immer mehr Bären gibt. Aktuell dürften es 25 bis 30 Tiere sein. Zum Vergleich: Als im Rahmen des Projekts «Life Ursus» (1997-2004) 10 Tiere aus Slowenien im Südtirol ausgewildert wurden, lebten dort nur noch gerade eine Handvoll Bären, alte Tiere zumeist.

Immer mehr Tiere nahe der Grenze, das heisst auch: Möglicherweise bekommt es die Schweiz in den nächsten Jahren sogar wieder mit einer ständigen Bären-Population zu tun. Dass bisher nur Bären-Männchen in der Schweiz gesichtet wurden, passt ins Bild. Sie übernähmen bei der Erschliessung neuer Verbreitungsgebiete oft eine Art «Scout-Funktion», erläutert Georg Brosi.

Im Museum statt in den Wäldern

Die Schweiz und der Bär: Das ist eine nicht immer problemlose Beziehung. JJ3, der letzte ständige «Einwanderer», endete beim Tier-Präparator und steht nun im Bündner Naturmuseum in Chur.

Bild JJ3 im Museum, und ein Fotograf.
So sanft war er zu Lebzeiten nie: JJ3 hatte zu wenig Scheu. keystone

Das Tier streifte nicht nur gerne in Siedlungsnähe umher. JJ3 riss auch relativ viele Nutztiere. Zu viele.

Vergrämungsaktionen mit Gummischrot zeigten keine Wirkung. Das wurde dem «Risikobären» zum Verhängnis. Am 14. April  2008 erlegte ihn ein Wildhüter in der Nähe des Glaspasses bei Thusis (mehr dazu: Schweiz aktuell vom 15. April 2008).

Bild JJ3 tappt in eine Fotofalle:
Kuckuck! JJ3 zu Lebzeiten, eingefangen von einer Fotofalle. Amt für Jagd und Fischerei GR

Ganz anders des «Risikobären» braver Halbbruder mit Namen MJ4. Er verhielt sich weitaus bär- und botmässiger. Und – das dürfte die Bärengegner besonders gefreut haben – entschloss sich auch noch freiwillig zur Ausreise. Etwa einen Monat nach dem Tod von JJ3 wanderte MJ4 ins Südtirol ab. Seither wurde er in der Schweiz nicht mehr gesichtet.

Wie der Bruder: «Bruno» war zu wenig scheu

Danach wurde es wieder ruhig in der Schweiz, was Bären angeht. 2009 setzte kein Meister Petz seine Pranke auf eidgenössisches Staatsgebiet. Erst 2010 wagte sich wieder ein Braunbär über die Grenze. Das Tier mit der Bezeichnung M2 verschwand allerdings auch wieder ostwärts.

Die Schweiz war mit ihrem Bären-Problem übrigens nicht alleine. Bär «Bruno» beherrschte im Sommer 2006 die Schlagzeilen und beschäftigte sogar die Politik in Deutschland. «Bruno» – eigentlich JJ1 – war ein älterer Bruder von JJ3. Und er benahm sich bei seinen Streifzügen im bayrisch-österreichischen Grenzgebiet leider auch so.

Ende Juni 2006 wurde er abgeschossen (mehr dazu in der Tagesschau vom 26. Juni 2006). «Bruno» steht heute in einem Münchner Museum – in typischer Pose als Bienenwaben-Räuber.

Kommentare aktiv...

P. D., Esslingen am Neckar
(Peterle Mann)
Verfasst am: 21.5.2011 10:27

Der Bär pirscht sich wieder an die Schweiz heran

Liebe Bären macht einen großen Bogen um die... mehr

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T. Duran, New York
(Openyoureyes Mann)
Verfasst am: 21.5.2011 8:31

Wetten das

er wieder abgeknallt wird? Die Schweizer sind... mehr

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A. Bauert, Bern
(A.Bauert Mann)
Verfasst am: 20.5.2011 18:37

Intelligentere Wildhüter sind gefragt

Bei JJ3 war in den Zeitung zu lesen, dass er die... mehr

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