Inhalt

Vermischtes

Der Trend zur Wolke – Wachstumsmarkt Cloud-Computing

Tobias Bühlmann
Samstag, 14. Mai 2011, 9:00 Uhr

In der digitalen Welt sprechen alle von Cloud-Computing, dem Rechnen mit der Daten-Wolke. Die Auslagerung von persönlichen Daten wie Fotos oder Emails ist allgegenwärtig. Die Technik macht das Leben von Computer-Nutzern einfacher – sie birgt aber auch grosse Gefahren.

Beim sogenannten Cloud-Computing geht es, kurz gesagt, ums Auslagern von Daten vom heimischen oder Firmen-PC auf Computer im Internet. Dadurch werden die Daten jederzeit und überall, wo eine Verbindung zum Internet besteht, verfügbar. Was genau hinter dem Begriff steckt, lässt sich hier nachlesen.

Bild Ein Serverraum.
Die Idee hinter dem Cloud-Computing ist einfach: Statt Daten auf dem heimischen Computer zu speichern, werden sie an Rechenzentren ausgelagert, die irgendwo auf der Welt stehen können. keystone

Cloud-Computing ist ein wichtiger Wachstumsmarkt in der Computer-Branche: Microsoft bietet für sein Betriebssystem Windows einen Cloud-Dienst an, ebenso wie Konkurrent Apple. Internet-Riese Google schliesslich hat vor wenigen Tagen einen Laptop mit seinem Betriebssystem Chrome OS angekündigt. Dieser soll die Benutzerdaten gar nicht mehr auf der eigenen Festplatte speichern, sondern direkt in der Cloud ablegen.

Kontrollverlust droht

So viele Vorteile die Speicherung von Daten im Internet bieten mag, so gewichtig sind die Nachteile: Zum einen hat nur Zugriff auf deine Daten, wer einen funktionierenden Internet-Anschluss hat. Und zum andern gibt man auch die Kontrolle über Daten aus der Hand, die man in der Cloud speichert.

Was der Kontrollverlust für Folgen haben kann, zeigte sich bei verschiedenen Diskussionen um die Privatsphäre bei Facebook – denn dabei handelt es sich um nichts anderes als um einen Cloud-basierten Dienst. So tauchte vor gut zwei Jahren eine Klausel in den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) auf, wonach die Mitglieder des Netzwerks die Rechte an Inhalten wie etwa Fotos, die sie hochladen, an Facebook abtreten.

Die Aufregung damals war gross, Facebook musste schliesslich zurückrudern. Der Fall zeigt aber exemplarisch die Probleme, die beim Umgang mit der Cloud auftreten. Vertraut man persönliche Informationen einmal einem Dienstleister an, ist man ihm mitunter ausgeliefert. Nicht selten sind in den AGB Klauseln enthalten, mit denen sich Anbieter Zugriff auf Inhalte ausbedingen. Ist der einzelne damit nicht einverstanden, so bleibt als einziger Ausweg, einen Dienst schlicht nicht zu nutzen – für viele trotz Bedenken keine Option.

Datenschützer mahnt zur Vorsicht

Aus Sicht des Datenschutzes ist daher grosse Vorsicht geboten. Der Zürcher Datenschutzbeauftragte Bruno Baeriswyl, Präsident des Verbands der schweizerischen Datenschutzbeauftragten, rät im Privatgebrauch der Cloud daher zu drei grundlegenden Vorsichtsmassnahmen. Die Naheliegendste: Zuerst gut überlegen, welche Daten überhaupt dem Internet anvertraut werden. Denn was nicht existiert, kann auch nicht abhanden kommen.

Zweitens sollte man Diensten den Vorrang geben, bei denen sich die Inhalte verschlüsselt übertragen und speichern lassen. So hält sich der Schaden in Grenzen, wenn Unbefugte Zugriff auf die Dateien erhalten. Und Drittens sollte man Acht geben, ob ein Dienstleister garantiert, dass sich Daten auch wieder komplett löschen lassen.

Doch nicht nur von den Dienstleistern selber geht Gefahr für die Daten aus. Auch Hacker interessieren sich brennend für private Inhalte. Vernachlässigt ein Anbieter die Sicherheit des Systems oder geht der Nutzer fahrlässig mit dem Passwort um, sind private Fotos, Adressen oder Emails schnell in der Hand von Gaunern.

Grosse Gefahr für Grosskunden

Ungleich grösser als bei Privatnutzern sind diese Risiken bei Firmen oder etwa auch der Verwaltung. Hier ist der Trend zum Auslagern von Daten an externe Rechenzentren schon etwas älter, da sich mit diesem Schritt oft erhebliche Einsparungen erzielen lassen. Doch gerade die Daten von grossen Institutionen wecken die Begehrlichkeiten von Dieben.

Datenschützer Baeriswyl pocht daher bei Institutionen darauf, dass die Verantwortlichkeiten für Daten, die in die Cloud ausgelagert werden, klar geregelt werden. Damit soll vor allem der Weitergabe von sensiblen Informationen an Dritte vorgebeugt werden. Strenger sind die Bedingungen für die Verwaltung. Hier insitiert Baeriswyl wo immer möglich, dass keine Daten an Anbieter im Ausland ausgelagert werden. Denn nur wenn die Rechenzentren der Dienstleister in der Schweiz stehen, ist auch volle Rechtssicherheit gegeben.

Was ist Cloud-Computing?

Der Begriff der «Cloud» geistert seit einigen Jahren durchs Internet und durch die Medien. Gemeint ist damit – stark vereinfacht – das Auslagern von Daten und Rechenaufgaben an andere Computer übers Internet. So werden Daten zwar jederzeit und allerorts verfügbar, zugleich droht aber auch der Kontrollverlust. mehr