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Vermischtes

Radikale wollen Traumhochzeit stören

Mirjam Spreiter
Donnerstag, 28. April 2011, 13:25 Uhr, Aktualisiert 15:02 Uhr

Grossbritannien wartet gespannt auf die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton. Gespannt – wohl eher angespannt – ist auch die Polizei. Verschiedene Gruppierungen haben Störaktionen angekündigt. Deshalb steht die Polizei auch mit Scharfschützen im Einsatz.

Die Nervosität in London ist beträchtlich: 5000 Polizisten stehen am Freitag im Einsatz. Darunter sind auch Scharfschützen einer Sondereinheit, welche bereit wären zu schiessen. Andere Sondereinheiten sollen sich unter die Zuschauermenge mischen. Sie sind auf Störaktionen vorbereitet – aber auch auf Terroranschläge. Sicherheitskräfte drehen in London jeden Stein um.

London steht Kopf (Tagesschau, 28.4.2011)

Polizei droht mit «robuster Antwort»

Er glaube nicht, dass es zu Anschlägen komme, erklärte SF-Korrespondent Peter Balzli im Gespräch mit «tagesschau.sf.tv». «Aber ich glaube, dass es zu Störaktionen kommen könnte.» Die Frage sei, ob die Polizei diese im Keim ersticken könne. Falls sich Protestierende unter die Zuschauer mischen sollten, muss die Polizei reagieren. Die Frage ist, wie sie reagieren wird.

Laut Balzli braucht die Polizei hier viel Fingerspitzengefühl. Denn der Einsatz von Tränengas oder Gummiknüppeln vor tausenden TV-Kameras würde sicherlich nicht gut ankommen. «Die Gefahr besteht, dass Störenfriede die gute Stimmung etwas vermiesen könnten.» Jeder, der versuche, die Hochzeit zu stören, müsse mit einer «robusten Antwort» rechnen, teilte Scotland Yard mit.

«Ein böses Transparent im richtigen Moment hat eine grosse Wirkung»
Peter Balzli, SF-Korrespondent in London

Im Vorfeld der Hochzeit haben verschiedene radikale Gruppierungen angekündigt, die Hochzeit zu stören. Eine Gruppe von Muslimen, eine rechtsextreme Gruppierung und zwei weitere Protestgruppen. Es liegt auch eine Terrorwarnung von nordirischen Extremisten vor. «Die Nerven sind sehr angespannt, wenn es von dieser Seite eine Drohung gibt», erklärt Balzli.

Mindestens 60 Personen wurden bereits im Vorfeld von der Hochzeit ausgeschlossen. Sie waren in der Vergangenheit bereits im Zusammenhang mit Demonstrationen festgenommen worden. Zudem wurden verschiedene Demonstrationen verboten. So wollte beispielsweise die radikale muslimische Gruppe am Freitagmorgen vor Westminster Abbey demonstrieren. Auch das Strassenfest des Anti-Monarchisten Graham Smith wurde verboten.

Eine Hochzeit kann man einfach stören. Deshalb werden nicht nur Demonstrationen verboten, sondern auch Transparente. «Ein böses Transparent im richtigen Moment hat eine grosse Wirkung», erklärt Balzli. Unzählige Kameras würden es filmen.

Modernes Image für die Queen

Diese Aufmerksamkeit versucht das Königshaus zu nutzen. Man will sich mit der Hochzeit ein modernes Image geben. Die Monarchie will wieder näher beim Volk sein. Die Braut hat beispielsweise den Metzger aus ihrem Dorf eingeladen.

Diese demonstrative Volksnähe scheint erfolgversprechend. In der Bevölkerung kommt es beispielsweise gut an, dass beide Prinzen, William und Harry, im Militär dienen. Balzli glaubt, dass es dem Königshaus gelingen wird, die Hochzeit zu ihren Gunsten zu nützen. Aber: Ob die Zustimmung zum Königshaus auch längerfristig steigt, ist fraglich. «Ob es in 100 Jahren noch eine Monarchie gibt, ist unklar.»

Grossbritannien im königlichen Fieber – Eine Reportage zwei Tage vor der Hochzeit (Rundschau, 27.4.2011)

Wetter beschäftigt die Gemüter

Mehr als Terrordrohungen scheint die Briten das Wetter zu bewegen. Seit zwei Wochen präsentiert sich in London schönstes Frühlingswetter. Doch ausgerechnet am Freitag soll es regnen. Über 5000 Strassenfeste sind landesweit geplant. Diese könnten buchstäblich ins Wasser fallen. Zum Vergleich: Bei der Hochzeit von Diana und Charles haben über 10 Mio. Menschen an Strassenfesten teilgenommen. «Das wird es dieses Mal kaum geben», erklärt Balzli. Man rechne höchstens von mit einem Viertel – wenn es regnet, dürften es wesentlich weniger sein.

Unabhängig davon, wie das Wetter wird, die Stimmung ist London ist festlich. Die Stadt habe sich herausgeputzt, erklärt Balzli. Doch frage man die Leute auf der Strasse, erklärten sie, sich nicht sonderlich für die Hochzeit zu interessieren. Ob es wirklich fehlendes Interesse ist, oder britische Zurückhaltung, bleibt offen. Klar ist: Zwei Drittel der Briten unterstützen die Monarchie. Viele von ihnen dürften also am Freitag vor dem Fernseher sitzen. Weltweit wird mit unglaublichen 2 Milliarden Zuschauern gerechnet. Rund 8000 Journalisten sind für das Hochzeitsspektakel nach London gereist.

Live auf SF1 und sf.tv

Das Schweizer Fernsehen überträgt die königliche Hochzeit live. Die Sendung «g&g royal» sehen Sie von 10 bis 15 Uhr auf SF1 und als Livestream auf sf.tv. Alles zur grossen Hochzeit finden Sie hier im Hochzeits-Special