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Wie Beamte im Netz nach Steuersündern suchen

Nico Ruffo
Mittwoch, 20. April 2011, 6:17 Uhr

Steuerfahnder unserer Nachbarländer suchen gezielt im Internet nach Informationen über die Finanzkraft ihrer Bürger. Vor allem der boomende Onlinehandel ist im Visier der deutschen Behörden. Die italienischen Steuerfahnder recherchieren im Netzwerk Facebook nach Auskünften über Vermögensverhältnisse. Auch in der Schweiz stöbern die Steuerbehörden im Netz.

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Bild Internethandel
Immer mehr Anbieter verdienen ihren Unterhalt über Verkäufe im Netz. Auch durch Internet-Auktionen. reuters

Der deutsche Fiskus überwacht die Schnäppchenjagd im Internet systematisch. Bereits seit einigen Jahren benutzen die deutschen Fahnder bei der Suche nach Steuersündern im Internet spezielle Software.

Silke Bruns, die Pressesprecherin des deutschen Bundesfinanzministeriums, erklärt bei «heute.de», sie benützten eine Suchmaschine, die automatisch Internetseiten nach unternehmerischen Tätigkeiten absuche.

30'000 Euro bei Internetauktionen

So lassen sich auch kleine Anbieter bei eBay & Co. systematisch überwachen. Wer also in Deutschland im Internet über einen längeren Zeitraum regelmässig Waren verkauft, bewegt sich rechtlich auf dünnem Eis. Denn die Übergänge zwischen privaten und gewerblichen Verkäufern sind bei Internetauktionshäusern fliessend.

Bild Tasse auf Ebay
Verkaufsschlager bei Ebay unter Beobachtung der Steuerbehörden: Viele Anbieter versuchen von der Hochzeit im britischen Königshaus zu profitieren. reuters

Kürzlich sorgte ein Fall eines Ehepaars für Furore, das bei Ebay mit dem Verkauf ihrer Antiquitätensammlung 30‘000 Euro pro Jahr umsetzten. Die Steuerfahndung ist auf sie aufmerksam geworden und das Paar musste nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung Steuern nachzahlen.

Ferienfotos auf Facebook

In Italien geht man sogar noch einen Schritt weiter auf der Suche nach Steuerhinterziehern. In Sozialen Netzwerken wie Facebook wollen die Fahnder Ungereimtheiten zwischen Lebensstil und Steuererklärungen von Verdächtigen aufdecken.

«Wir nutzen jede Möglichkeit, um Informationen über Einkünfte im Internet zu erhalten, sei es nun via Facebook oder anderer Netzwerke».
Marco di Capua, Stv. Chef der Italienischen Steuerverwaltung
Bild Strandferien
Wer vom italienischen Staat lebt, muss aufpassen, welche Ferien er auf Facebook stellt. reuters

Um Informationen über das tatsächliche Einkommen zu erlangen, wird jedes Instrument genutzt, sei es nun via Facebook oder anderer Netzwerke», zitiert «La Repubblica» den stellvertretenden Chef der italienischen Steuerverwaltung Marco di Capua.

Recherche nach Verdacht

Eine systematische Fahndung nach deutschem oder italienischem Vorbild wäre in der Schweiz nicht vorstellbar. Doch ein Sprecher der Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) sagt zu «tageschau.sf.tv» auf Anfrage: «Unsere Inspektoren gehen ebenfalls Hinweisen im Internet nach und nutzen öffentlich zugängliche Informationen.»

Weitere Details zu Recherchen im Netz gibt die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) nicht bekannt. Auch die kantonalen Steuerbehörden benutzen das Internet zur Informationsbeschaffung.

«Bei Unklarheiten nutzen auch wir die gängigen Internetplattformen, um allenfalls Unterlagen über Personen und Unternehmen zu erhalten.»
Steuerverwaltung des Kantons Bern

Lebensgrundlage Internethandel

Bezüglich des wachsenden Internethandels bildet die Schweiz keine Ausnahme. Das grösste Schweizer Internetauktionshaus «ricardo.ch» erzielt jedes Jahr zehn Prozent mehr Transaktionen.

Und immer mehr Personen verdienen ihren Lebensunterhalt oder zumindest einen Zustupf als Anbieter von Produkten bei Auktionen im Internet. Dies blieb auch den heimischen Steuerfahndern nicht verborgen. Deshalb arbeitet die Schweizerische Steuerkonferenz momentan einen Bericht zur Besteuerung von Online-Auktionen aus.

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Wachstum des Internethandels Bei der grössten Internethandelsplattform der Schweiz wächst die Anzahl Transaktionen jedes Jahr um 10 Prozent. Quelle: ricardo.ch
Kommentare aktiv...

R. Fauser, Augsburg
(Binzottl Mann)
Verfasst am: 20.4.2011 20:19

Das Thema zeigt deutlich auf, in welchem hochgradig gestörten

Verhältnis ein Staat zu seinen Menschen steht,... [1]  mehr

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M. Meier, Zürich
(mrcmr Mann)
Verfasst am: 20.4.2011 11:43

Anonymität im Internet

Generell empfiehlt es sich für das Internet... mehr

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K. Müller, Zürich
(gengafan Mann)
Verfasst am: 20.4.2011 11:21

Alles nur Geschwätz

Die wenigen Steuerinspektoren in der Schweiz... [1]  mehr

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