Wirtschaft
US-Pharmariese will Schweizer Synthes kaufen
Seit geraumer Zeit kursieren Verkaufs-Gerüchte um Synthes: Nun bestätigt der Schweizer Medizintechnik-Konzern, dass er mit den US-Pharmariesen Johnson & Johnson über einen Kauf verhandelt. Doch, ob es wirklich zu einer Übernahme kommt, ist laut Analysten noch offen.
Das Unternehmen bestätigt Medienberichte, wonach die Amerikaner an einem Kauf des Schweizer Unternehmens interessiert sind. Der Kauf könnte eine der grössten Übernahmen in der Medizinalbranche seit Jahren sein.
«Als Reaktion auf die Spekulationen im Markt bestätigt Synthes, an Gesprächen mit Johnson & Johnson über einen möglichen Unternehmenszusammenschluss beteiligt zu sein», heisst es in einer Mitteilung. «Es besteht derzeit keine Sicherheit darüber, ob und wann sowie zu welchen Bedingungen eine mögliche Transaktion stattfinden könnte.»
Ähnlich vorsichtig tönt es bei den Analysten. Die Gespräche seien sehr «wackelig» und könnten noch scheitern, schreibt beispielsweise das «Wall Street Journal».
Die Analysten der Zürcher Kantonalbank sind skeptisch: «Uns würd die Einwilligung von Hansjörg Wyss überraschen, da er mit Leib und Seele für Synthes aktiv ist.» Wyss gehören 48 Prozent der Aktien, deshalb ist eine Übenrahme nur mit seiner Zustimmung möglich.
Laut den Analysten von Vontobel bleibt abzuwarten, ob die Kartellbehörden eine solche Übernahme überhaupt genehmigen würden.
20 Milliarden Dollar
Reuters erfuhr am Wochenende, dass Johnson & Johnson bereit ist, 20 Milliarden Dollar für den Weltmarktführer in der Unfallchirurgie auf den Tisch zulegen. Dies entspricht einem Aufschlag von elf Prozent auf den Kurs vom Freitag. Am Montag notierten die Aktien vorbörslich 4,5 Prozent höher bei 144,94 Franken.
Hauptaktionär bleibt im Hintergrund
Der grösste Aktionär von Synthes ist Verwaltungsratspräsident Hansjörg Wyss. Der 1935 geborene Wyss hält direkt 40 Prozent sowie acht Prozent über Familienstiftungen. Er gilt als äusserst medienscheu.
Wyss hat keinen Nachfolger für sein Geschäft. Deshalb kursieren schon seit Jahren Gerüchte, dass der Berner seinen Aktien-Anteil an einen Pharmariesen wie Johnson & Johnson verkaufen wolle. Bisher wurde dies aber immer dementiert.
Wyss hat in den letzten Jahren seinen Aktienanteil leicht abgebaut. Mit dem Erlös hat er seine Stiftungen unterhalten. Wyss ist nämlich als Mäzen sehr aktiv. So hat er für den Erweiterungsbau des Berner Kunstmuseums 20 Millionen Franken gesprochen. Zudem unterstützt er beispielsweise die Fondation Beyeler.
(reuters/sprm)



