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Kultur

Je reicher desto Kultur

Montag, 11. April 2011, 12:43 Uhr

Je höher Einkommen und Bildung, desto eher besuchen Schweizerinnen und Schweizer Kulturinstitutionen oder betätigen sich selber kulturell. Jüngere sind kulturell aktiver als ältere Personen, Deutschschweizer und Romands kulturbeflissener als Tessiner.

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Besuche nach Kulturinstitutionen in Prozent 2008. Quelle: bfs

Diese Erkenntnisse gehen aus den jüngsten Studien des Bundesamtes für Statistik über das Kulturverhalten in der Schweiz hervor, die sich auf eine Erhebung von 2008 stützen. Danach ist die Beteiligung an Kultur weit verbreitet: 93 Prozent der Wohnbevölkerung besuchten 2008 mindestens eine Kulturinstitution wie ein Museum oder ein Theater.

Konzertbesuche beliebt

Fast alle Personen mit einer Hochschul- oder Fachhochschulausbildung (Tertiär-Ausbildung), mit hohem Einkommen, einem akademischen, kaufmännischen oder Dienstleistungs-Beruf besuchten 2008 mindestens einmal eine Kulturinstitution.

Von den Personen mit ausschliesslich obligatorischem Schulabschluss, geringem Haushaltseinkommen und einem Hilfsarbeiterjob waren es zwischen 77 und 86 Prozent.

Acht von zehn Personen mit Tertiär-Ausbildung besuchten 2008 ein Konzert, aber nur 4 von zehn Personen mit dünnem Schulsack. Höher ausgebildete Personen besuchten auch häufiger eine Kulturinstitution als Personen mit tieferer Ausbildung.

Bild Zwei übereinander geschlagene Beine. Im Hintergrund hängen an einer Austellungs-Wand Bilder.
Über 63 Prozent besuchen Museen. Fast ebenso viele werden aber selber kulturell aktiv. keystone

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Ausübung kultureller Tätigkeiten. 62 Prozent übten eine kulturelle Aktivität wie malen, musizieren oder fotografieren aus. Dabei zeigten sich grosse Unterschiede hinsichtlich Bildung, Einkommen und Alter.

Über zwei Drittel der Personen mit hoher Ausbildung und Einkommen waren selber kulturell aktiv. Bei den Personen mit tiefer Ausbildung waren es nur knapp die Hälfte.

Deutschschweizer kulturell am aktivsten

Praktisch alle Jungen von 15 bis 29 Jahren besuchten 2008 mindestens einmal eine Kulturinstitution und drei Viertel von ihnen waren selber kulturell aktiv. Von den über 75-Jährigen waren dies nur noch knapp 71 respektive 44 Prozent.

Während die Unterschiede bei den kulturellen Aktivitäten zwischen Stadt und Land sowie bei Schweizern und Ausländern eher gering sind, zeigen sich sprachregionale Gräben: Über 90 Prozent der Deutschschweizer und Romands besuchten mindestens eine Kulturinstitution, aber nur 87 Prozent der Tessiner.

Und während fast zwei Drittel der Deutschschweizer selber eine kulturelle Aktivität ausübten, waren es in der Romandie und im Tessin nur etwas mehr als die Hälfte.

Männer filmen, Frauen singen und malen

Kinobesuche und Filme auf DVD oder VHS sehen sind bei allen Personengruppen die beliebtesten kulturellen Aktivitäten, gefolgt von der täglichen Internet-Nutzung. Besonders bei Jungen ist diese Art von «Kultur-Konsum» verbreitet.

Beim Konzert-, Theater- oder Museums-Besuch, bei der Bücher- und Zeitungslektüre sind die reiferen Semester (45-59 Jahre) aktiver. Männer bevorzugen Internetnutzung und Zeitungslektüre. Auch filmen, fotografieren und Comic-Lesen wird eher von Männern ausgeübt.

Kunsthandwerk, singen, zeichnen und malen, klassische Konzerte besuchen und Zeitschriften lesen sind eher Frauen-Domänen. Zum Kulturverhalten hat das BFS bereits zwei Studien veröffentlicht – zu den Lesegewohnheiten sowie zu Kino-, Konzert- und Denkmalbesuch.

(sda/frua)