Kultur
China: Unbequemer Künstler Ai Weiwei verhaftet
Seit Jahren thematisiert Ai Weiwei mit seiner Kunst Missstände in China. Jetzt ist der regime-kritische Gegenwartskünstler in Peking verhaftet worden. Die Behörden haben sein Atelier durchsucht und acht Mitarbeiter in Untersuchungshaft gesetzt.
Seit Wochen geht Chinas Staats-Sicherheit hart gegen jegliche oppositionellen Aktivitäten vor. Die Pekinger Führung will um jeden Preis verhindern, dass die Revolten in der arabischen Welt auf die Volksrepublik überschwappen. Jetzt bekommt dies auch der Künstler Ai Weiwei zu spüren.
Der bekannte chinesische Gegenwartskünstler Ai Weiwei ist auf dem Pekinger Flughafen von der Grenzpolizei verhaftet worden. Seither ist Ai Weiwei nicht mehr zu erreichen, das Telefon bleibt stumm und sein Atelier ist polizeiliches Sperrgebiet.
Langjährige Gratwanderung
Mit seiner politischen Kunst hat sich Ai Weiwei bereits einige Male mit der kommunistischen Führung der Volksrepublik China angelegt und sieht sich deshalb regelmässig Repressalien ausgesetzt. Zu Beginn dieses Jahres vereitelten die Behörden seine erste Einzelausstellung auf chinesischem Boden.
Seither hat der Druck des Systems auf Ai Weiwei zugenommen. Der dissidente Künstler hatte deshalb vor kurzem angekündigt, dass er in Berlin ein Studio zu eröffnen gedenke.
International bekannt
Der Künstler hat das als «Vogelnest» bekannt gewordene Olympiastadion in Peking mit entworfen. Gebaut haben es die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron. Später distanzierte sich Ai Weiwei jedoch von der Propagandaschau um die Olympischen Spiele.
Auch in der Kunsthalle in Bern war AI Weiwei schon zu Gast. 2004 stellte er mehrere Objekte aus. Es war seine erste Einzelausstellung in einer öffentlichen Institution.
(sda/thom)







