Vermischtes
Der grosse Betrug – FIFA kämpft gegen Wettmafia
«Sportfinanzierung: Sponsoring, Sportwetten» – war das Motto eines Kongresses, zu dem die FIFA nach Zürich geladen hatte. Wer jedoch grundlegende Lösungen erwartet hatte, wie Zockern in Zukunft das Handwerk gelegt werden soll, der wurde enttäuscht.
- Wettmafia: Die Liste der betroffenen Spiele
- 07.10.10: Wettskandal: Schiedsrichter kassierte in Basel 50'000 Euro
- 25.11.09: UEFA nennt erstmals Namen von Vereinen im Wettskandal
- 23.11.09: Gossau-Präsident: Spieler bestätigte mir Bestechungsversuch
- 24.11.09: Weitere Super-League-Clubs von Wettskandal betroffen?
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Günther Jauch, Marcel Reif, Roger Köppel, Oliver Kahn, Ueli Maurer und viele andere Prominente waren als Redner beziehungsweise Moderatoren geladen. Die Namen versprechen beste Unterhaltung, Provokation und Sachverstand – für Kompetenz im Kampf gegen Zocker stehen sie aber nicht.
Wenig überraschend daher, dass keine neuen Massnahmen, keine neuen Instrumente im Kampf gegen die Zocker vorgestellt wurden. Im Gegenteil, FIFA-Chef Sepp Blatter scheint inzwischen in der Realität angekommen, wenn er sagt: «Wetten lässt sich nicht verhindern und im Fussball schon gar nicht, weil einfach sehr viel Geld im Spiel ist.»
Da mag der Herrscher des runden Leders zwar prinzipiell Recht haben – angesichts der jüngsten Wettskandale klingt das aber schon fast ein bisschen nach Kapitulation. Aktuell muss sich in Deutschland erneut Ante Sapina vor dem Bochumer Landgericht verantworten.
Wettmafia verschiebt Schweizer Spiele
Der Kroate war bereits 2005 in den ersten grossen deutschen Wettskandal verwickelt. Dafür wurde er zu knapp drei Jahren Haft verurteilt. Doch bekanntlich lässt die Katze das Mausen nicht und Sapina ganz offensichtlich nicht das Wetten. Zwischen 2008 und 2009 sollen er und seine Kumpane 47 Spiele manipuliert haben.
In der Liste finden sich unter anderem neben Spielen Schweizer Mannschaften auch eine Champions-League-Partie und das WM-Quali-Spiel zwischen Liechtenstein und Finnland. Man muss kein Insider sein, um zu wissen, dass dies vermutlich nur die Spitze des Wettbetrugs-Eisberges ist.
Europa fest im Griff asiatischer Wettpaten
Denn interpretiert man Berichte über die internationale Wettmafia richtig, dann sind die Kroaten um Sapina nur kleine Lichter. Richtig gross am Rad gedreht wird in Asien – und das schon lange.
Die asiatische Wettmafia
Der kanadische Journalist Declan Hill recherchierte drei Jahre weltweit im Milieu der Wettmafia. Er traf sogenannte «Matchfixer» – Männer die Spieler und Schiedsrichter bestechen, sprach mit Hintermännern in Thailand und Ghana. Seine Erlebnisse schrieb er in dem Buch «Sichere Siege: Fussball und organisiertes Verbrechen» nieder. Das Fazit: «In Asien haben Wettbetrüger die Ligen zerstört. Jetzt dringen sie nach Europa vor. Es ist höchste Zeit zu handeln.»
Hahnenkämpfe, Kickboxen, Pferderennen haben Tradition in Fernost. Das neben dem Sport Wetten platziert werden, gehört zum guten Ton – dass sie verschoben und manipuliert werden ebenso. Dank Internet und Globalisierung bleibt der Einflussbereich der Wettpaten aus Fernost aber nicht mehr auf Asien beschränkt.
Europa und der Fussball haben es der Wettmafia besonders angetan. Denn hier lässt sich richtig Geld verdienen. Manipuliert wird aber nicht nur das Ergebnis. Nichts ist zu abstrus, als das darauf nicht gewettet werden könnte. Halbzeitstand, Zahl der Tore in der zweiten Halbzeit, rote Karten, Elfmeter – quasi alles ist möglich.
Challenge-League im Visier der Ermittler
Auch die Schweiz ist mittlerweile nicht mehr die Insel der Glückseligen. Aktuell ermittelt die Bundesanwaltschaft (BA) in Bern bei 13 Partien wegen des Verdachts der Manipulation.
Das Verfahren «betrifft mutmasslich manipulierte Fussballspiele einiger Schweizer Challenge-League-Mannschaften und einige Trainingsspiele ausländischer Mannschaft mit Schweizer Teams auf Schweizer Territorium», erklärt Jeanette Balmer von der BA.
Im Fokus der Strafuntersuchung stünden Spiele der 1. Mannschaften von Gossau (SG), Thun (BE), Wil 1900 (SG), Schaffhausen (SH) und Fribourg (FR). Schweizer Schiedsrichter oder Klubfunktionäre und Trainer seien aber nicht von den Ermittlungen betroffen.
FIFA gibt Kampf nicht auf
Ginge es nach Urs Scherrer, dem Chef des Manipulations-Frühwarnsystems der FIFA (EWS), dann müsste Sportwettenbetrug unter Strafe gestellt werden. «Das haben wir in der Schweiz – aber auch in anderen Ländern – noch nicht.» Für ihn sei es deshalb wünschenswert, dass internationale Normen geschaffen werden, um den Verbrechern das Handwerk zu legen.
Und Scherrer muss es wissen. Denn er kooperiert mit den legalen Sportwetten-Anbietern weltweit. Doch geht es um den grauen beziehungsweise schwarzen Markt der Wettanbieter, dann sind auch ihm die Hände gebunden. Sollte gegen den nicht ernsthaft und weltweit vorgegangen werden, sind alle Bemühungen der FIFA und einzelner Länder nichts weiter als Kosmetik.
«Wir als FIFA werden dennoch versuchen, Manipulationen zu verhindern. Aber das geht nur, wenn die Gesellschaft mitmacht, wenn auch die Medien mitmachen und uns helfen in der Aufklärung der Fälle», sagt Sepp Blatter und für einmal möchte man ihm wirklich vorbehaltlos zustimmen – und viel Glück wünschen.
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F. Meier, Zürich
)
(fmeier_zh
Verfasst am: 26.3.2011 11:52
Eine zutiefst korrupte, mafiöse Organisation, will
Korruption bekämpfen. Wie soll das... mehr
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U. Roesli, Zuerich
)
(Traumtaenzer
Verfasst am: 26.3.2011 9:31
Da muss...
..die FIFA zuerst bestimmt im eigenen Stall... mehr
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F. Frei, Buriram
)
(thaifritz
Verfasst am: 25.3.2011 21:06
Den Teufel mit Beelzebub austreiben?
Wie ist denn der Knecht (Sekretär) Blatter zum... mehr
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