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Kantonale Wahlen

Überraschung im Baselbiet: Grüne werfen SVP aus der Regierung

Georg Halter und Michael Keller
Mittwoch, 23. März 2011, 11:44 Uhr, Aktualisiert 27.03.2011, 21:13 Uhr

Die erste kantonale Wahl im eidgenössischen Wahljahr 2011 bringt eine faustdicke Überraschung. Im Baselbiet schafft es der grüne Herausforderer Isaac Reber aus Sissach in die Regierung und wirft den einzigen SVP-Vertreter, Baudirektor Jörg Krähenbühl, aus der Regierung. Beobachter sprechen bereits von einem «Fukushima-Effekt».

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Während die SVP ihren einzigen Sitz in der Baselbieter Regierung verlor, konnte die FDP ihre beiden Sitze halten, ebenso die SP und die CVP den ihren.


Das beste Resultat machte FDP-Sicherheitsdirektorin Sabine Pegoraro, vor SP-Bildungs- und Kulturdirektor Urs Wüthrich und CVP-Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor
Peter Zwick. Der Grüne Reber liegt auch noch vor FDP-Finanzdirektor Adrian Ballmer.

SF-Korrespondent Simon Erny: «Atom-Debatte hat den Grünen genützt» («Tagesschau», 27.03.2011)


Hinter diesen fünf Gewählten folgt Krähenbühl - mit über tausend Stimmen Abstand. SP-Kampfkandidatin Pia Fankhauser folgt als letzte offizielle Kandidatin. Das absolute Mehr von 21'908 Stimmen haben auch diese beiden übertroffen; gewählt sind jedoch
jeweils nur die fünf Bestplatzierten. Die Wahlbeteiligung lag bei tiefen 33,6 Prozent.

Schlussresultat der Basler Regierungsratswahlen

Gewählt

Stimmen

Sabine Pegoraro (FDP)

31148

Urs Wüthrich (SP)

30138

Peter Zwick (CVP)

29829

Isaac Reber (GPS)

28444

Adrian Ballmer (FDP)

27028

   

Nicht gewählt

 

Jörg Krähenbühl (SVP)

25946

Pia Fankhauser (SP)

24398

Das ist für alle Beteiligte eine grosse Überraschung, denn im Baselbiet ist seit Generationen kein Bisheriger abgewählt worden.

Reber führte aktivsten Wahlkampf

Mit diesem Resultat strafen die Baselbieterinnen und Baselbieter die Prognosen aller Experten Lügen. Für alle Beteiligten – mit Ausnahme der Grünen – ist der Einzug des grünen Kandidaten eine faustdicke Überraschung. Der neu Gewählte erklärt seinen Erfolg mit der konsequenten Energiepolitik der Grünen und dem eigenen «starken Wahlkampf». Trotz bescheidener finanzieller Mittel der Partei hatte Reber in den letzten Wochen den aktivsten Wahlkampf aller Kandidierenden geführt. Die Grünen hatten im ganzen Kanton rund 1600 Plakate mit Rebers Konterfei ausgehängt.

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Die grüne Nationalrätin Maya Graf (BL) gratuliert Isaac Reber zur Wahl in den Regierungsrat. keystone

Die These, dass sein Erfolg mit einem «Fukushima-Effekt» zu erklären sei, will Reber nicht gelten lassen. Trotzdem ist kaum wegzudiskutieren, dass die Atomkatastrophe in Japan, die exakt zwei Wochen vor der Baselbieter Wahl begann, diese beeinflusst hat.

Wer ist der Neue?

Isaac Reber, 49, sitzt seit zehn Jahren für die Grünen im Kantonsparlament, dem Landrat. Zuvor war der ausgebildete Geograf und Raumplaner Gemeinderat in Sissach. Der zweifache Vater war bereits vor vier Jahren ins Rennen um einen Sitz in der Regierung gestiegen und hatte mit mehr als 20'000 Stimmen einen Achtungserfolg erzielt. Reber arbeitet als stellvertretender Geschäftsleiter bei der Stiftung „Energie Zukunft Schweiz“.

Im Wahlkampf vermied es Reber, sich als klar grünen Kandidaten zu profilieren. Vielmehr lautete sein Motto „Wirtschaft und Umwelt verbinden“, auf die Parteibezeichnung auf den Plakaten verzichtete er.

Rätseln über die Gründe

Sabine Pegoraro von der FDP, die das beste Resultat erreicht, sagt zu "tagesschausf.tv" sie hätte nie mit der Abwahl ihres SVP-Kollegen gerechnet. Krähenbühl habe in den letzten vier Jahren nichts falsch gemacht.

Bild Wahlplakate politischer Parteien des Kantons Basel-Landschaft in Liestal, am Sonntag, 6. Februar 2011.
Viele Plakate, wenig Wähler: Bei den Baselbieter Regierungsratswahlen blieben wohl viele Bürgerliche zu Hause. keystone

Der Präsident der Grünen, Philipp Schoch, hingegen mutmasst, die Anhänger der bürgerlichen Parteien hätten den SVP-Kandidaten im Regen stehen lassen.

Caspar Bader: Mitte-Parteien unterstützen SVP nicht mehr

Ins gleiche Horn bläst Caspar Baader, Fraktionschef der nationalen SVP. Die Abwahl des SVP-Kandidaten sei eine Gegenreaktion und damit „die logische Konsequenz des Vormarsches der SVP“. Die Mitte-Parteien würden in Majorz-Wahlen die SVP nicht mehr unterstützen – aus Angst vor der SVP. Nun werde die Partei, die bei den Wahlen ins Kantonsparlament zulegten, Oppositionspolitik betreiben.

Wahlen in den Landrat

SVP und SP kämpfen um Spitzenplatz im Baselbieter Parlament. >mehr

Kommentare aktiv...

V. Eberhard
(veberhard )
Verfasst am: 29.3.2011 9:13

R. Meier

Ihre Hasstiraden gegen die SVP sind so etwas von... mehr

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F. Meier, Zürich
(fmeier_zh Mann)
Verfasst am: 29.3.2011 8:32

@ S. Pfister & D. Schmid causa Tsunami in CH

Risiken einbeziehen heisst, sich gegen alle lokal... mehr

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R. Meier

Verfasst am: 28.3.2011 22:10

Auf der Homepage der SVP BL steht:

"Jörg Krähenbühl wieder in den... mehr

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