Schweiz
Strommix der Schweiz: 40 Prozent aus AKW
Knapp 60 Prozent der Schweizer Stromproduktion stammt aus Wasserkraft, 40 Prozent aus Atomkraft. Der Strombedarf der Schweiz wird weiter ansteigen. Weil in den nächsten zehn Jahren AKWs abgeschaltet werden, drängt sich die Frage auf, wie der wachsende Strombedarf gesättigt und der «Energienmix» gestaltet werden soll.
Die Stromerzeugung in der Schweiz hat sich seit 1960 gut verdreifacht - von 20 auf über 60 Milliarden Kilowattstunden (Mrd kWh) pro Jahr. Seit dem Jahr 2000 schwankt die Strom Bruttoerzeugung grob zwischen 60 und 70 Mrd. kWh.
56 Prozent der in der Schweiz erzeugten Elektrizität stammen aus Wasserkraftwerken, 39 Prozent aus Atomkraftwerken und der Rest aus verschiedenen Anlagen, die Erdöl, Erdgas, Holz, Abfall, Sonne oder Wind nutzen.
Die Wasserkraft-Energie kommt grob zur Hälfte aus Lauf- oder Flusskraftwerken und aus Speicherkraftwerken (Stauseen in den Alpen). Rund 4 Prozent kommt aus Pumpspeicherkraftwerken, die mit hochgepumptem Wasser arbeiten.
Kernkraft- und Laufkraftwerke erzeugen kontinuierliche Band-Energie. Speicher- und Pumpspeicherwerke produzieren vor allem tagsüber viel (Spitzen-)Energie und decken so die kurzzeitigen Verbrauchsschwankungen.
Im Sommer Exporteur, im Winter Importeur
Über das ganze Jahr gesehen führt die Schweiz meist mehr Strom aus als ein: 2009 importierte sie 52 Mrd. kWh, während 54,2 Mrd. kWh exportiert wurden. Vor allem im Sommer nach der Schneeschmelze, bei Vollauslastung der Wasserkraftwerke, kann die Schweiz Strom exportieren.
In trockenen Wintern dagegen, wenn wegen Kälte und Dunkelheit rund 20 Prozent mehr Strom verbraucht wird als im Sommer, muss die Schweiz Strom importieren - hauptsächlich aus Frankreich (mit Atomkraft hergestellt).
Der Bund will die Wasserkraftnutzung in Zukunft mit verschiedenen Massnahmen ausbauen. Quantitatives Ziel bis 2030 ist eine Steigerung der mittleren Produktionserwartung durch Um- und Neubauten um mindestens 2 Mrd. kWh gegenüber dem Stand des Jahres 2000.
Stromlücke ab 2020 muss gedeckt werden
Voraussichtlich ab 2020 müssen die ersten der fünf Schweizer AKWs stillgelegt werden, weil sie dann an das Ende ihrer technischen Betriebsdauer kommen. Gemäss BFE-Direktor Walter Steinmann müssen dann 20 bis 30 Prozent des schweizerischen Stromkonsums ersetzt werden.
Stromverbrauch in der Schweiz steigt
Der Endverbrauch an Strom wuchs in der Schweiz von rund 16 Mrd. kWh (1960) auf knapp 58 Mrd. kWh (2009).
Der Stomverbrauch pro Einwohner und Jahr wuchs im gleichen Zeitraum von 3000 auf 8000 kWh.
Während die Stromwirtschaft diese Stromlücke mit dem Bau neuer AKWs und allenfalls Kohlekraftwerken decken will, sehen kernkraft-kritische Stimmen genügend grosses Potenzial in der Förderung erneuerbarer Energien sowie mit energiesparenden Massnahmen.
Laut Schätzungen der Agentur für erneuerbare Energien und Energieeffizienz könnten bis 2030 erneuerbare Energien zwischen 55,3 und 75,3 Mrd. kWh mehr Strom liefern - je nach gemässigtem oder beschleunigtem Ausbau.
(sda/weis)



