Schweiz
Amstutz - der «Richard Gere aus dem Oberland»
Als «Mann mit der Motorsäge» sorgte er kantonsweit für Aufsehen, als «Richard Gere aus dem Oberland» zog er in den Nationalrat ein. Mit 57 Jahren hat Adrian Amstutz jetzt den Sprung in den Ständerat geschafft. Er gilt als Mann, der stramm auf der SVP-Blocher-Linie politisiert.
Amstutz lernte sein Handwerk als Politiker von der Pike auf. 1993 wurde er zum Gemeinderatspräsidenten von Sigriswil gewählt, nachdem er den Widerstand gegen ein geplantes Asylzentrum angeführt hatte. 1998 schaffte er die Wahl in den Grossen Rat, das Berner Kantonsparlament.
Dort kam er bald einmal zum Schluss, die öffentliche Hand leide unter einem «zu dicht gewachsenen Aufgabenwald». Für Korrekturen brauche es nicht die Nagelfeile, sondern die Motorsäge. Der Ausspruch verfolgt Amstutz bis heute.
2003 zog der Sigriswiler in den Nationalrat ein, die Wiederwahl schaffte er vier Jahre später mit dem besten Resultat aller Kandidaten im Kanton Bern. 2008 brachte ihn die bernische SVP sogar in Stellung für die Nachfolge von Bundesrat Samuel Schmid, doch scheiterte Amstutz parteiintern am Zürcher Duo Blocher/Maurer.
Dezidierter EU-Gegner
Christoph Blocher ist Amstutz' politischer Fixstern, daraus macht der Berner Oberländer kein Hehl. «Wer nicht in die EU will, wählt Amstutz», lautete sein vielleicht wichtigster Slogan im Kampf um den Berner Ständeratssitz.
In seinem neuen Amt werde er sich selber treu bleiben und weiterhin «Klartext reden», versprach der Vizepräsident der SVP Schweiz im Vorfeld der Wahl. «Aus einer Amstutz-Buche wird es nie eine in alle Richtungen biegsame Amstutz-Weide geben», beschied er der «Berner Zeitung».
Der gelernte Maurer, Hochbauzeichner und Hochbaupolier ist heute Mitinhaber eines Architektur- und Bauleitungsbüros. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Amstutz ist auch Zentralpräsident des schweizerischen Nutzfahrzeugverbands Astag und passionierter Fallschirmspringer.
(sda/sprm)






